The Real McCoys

Am 3. Oktober 1957 geht die erste Folge der erfolgreichen Sitcom "The Real McCoys" auf Sendung. Es ist der Durchbruch für Walter Brennan, dessen Song "Old Rivers" später zum Megahit wird. Eine Retrospektive.

In den späten Fünfzigerjahren gehörte die Sitcom "The Real McCoys" zu den beliebtesten Fernsehshows im US-amerikanischen Fernsehen. Insgesamt wurden unter der Aufsicht von Creator Irving Pincus ("The Adventures of Ellery Queen") über 200 Episoden à 22 Minuten produziert. In den Hauptrollen waren Walter Brennan als mürrischer Grandpa Amos McCoy und Richard Crenna als sein Enkel Luke zu sehen.

So ging's immer los - das Opening zu "The Real McCoys":


"The Real McCoys" behandelt das Leben der verarmten Bauernfamilie McCoy, die sich in den Bergen West Virginias mühsam über die Runden schlägt. Das Format behandelt dabei nicht bloß die emotionalen Höhepunkte und Tiefschläge innerhalb der Familie, sondern setzt sich ganz gezielt mit Problemen der damaligen Zeit auseinander. Es geht um Ungerechtigkeit, Rassenunruhen und Verarmung - als Sitcom aufgezogen, gelang es den Schöpfern allerdings, auch an ein weniger aufgeschlossenes Publikum heranzutreten. Neben Amos und Richard besteht die Familie McCoy zusätzlich aus Lukes Verlobter Kate (Kathy Nolan), Lukes Schwester Tallahassie (Lydia Reed) und dem 11-jährigen, kleinen Bruder Little Luke (Michael Winkelman).

Die vielseitige Karriere des Walter Brennan

Der 1894 in Swampscott, Massachusetts geborene Walter Brennan begann seine Schauspielkarriere als Darsteller unbedeutender Musicalkomödien und ging nach dem ersten Weltkrieg nach Hollywood, wo er zunächst als Statist und Stuntman anheuerte. Nachdem er zunächst vorwiegend in Stummfilmen zu sehen war, erhielt er nach einigen Jahren auch Angebote für kleinere Sprechparts und avancierte mit der Zeit zu einem gefragten Nebendarsteller. Trotz seiner Aversion gegen das Fernsehen, begann er in den frühen Fünfzigerjahren, auch dort aufzutreten, was ihm zu seiner Rolle des Großvaters in der Sitcom "The Real McCoys" verhalf. Von 1957 bis 1963 spielte er in insgesamt 224 Episoden mit. Nach Beendigung der Serie versuchte er sich an einer Karriere als Musiker. "Old Rivers" wurde zu seinem größten Plattenerfolg. Bis 1971 hielt er an seinem Werdegang als Countryinterpret fest und veröffentlichte bis zuletzt Singles.

Neben Daniel-Day Lewis und Jack Nicholson ist Walter Brennan der einzige Schauspieler, der drei Academy Awards für sich verbuchen konnte. Er gewann den Oscar in den Jahren 1937 (bester Nebendarsteller in "Nimm, was du kriegen kannst"), 1939 (bester Nebendarsteller in "Die goldene Peitsche") sowie 1941 (bester Nebendarsteller in "Der Westerner") und wurde ein Jahr später noch einmal in derselben Kategorie für seine Leistung in "Sergeant York" nominiert. Zu seinen musikalischen Erfolgen zählen indes vier Platzierungen innerhalb der US-amerikanischen Singlecharts sowie 11 veröffentlichte Langspielplatten. Als Musiker blieb Brennan der ganz große Erfolg jedoch verwehrt. Lediglich das Album "Old Rivers", auf dem gleichzeitig auch seine erfolgreichste Single zu finden ist, gelang der Einstieg in die Musikcharts bis auf Platz 38.

Noch einmal in Erinnerung schwelgen - David Brennans "Old Rivers"


Während der ersten beiden Staffeln gehörte "The Real McCoys" zu den zehn erfolgreichsten Serien des Jahres auf dem TV-Channel ABC. Als die Rechte nach der dritten Season an CBS übergingen und das Format sich auf seinem neuen Slot am Sonntagabend nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte, begannen die Einschaltquoten zu sinken; nicht zuletzt auch aufgrund des Weggangs von Hauptdarstellerin Kathy Nolan. 1963 wurde "The Real McCoys" beendet. Elf Jahre später starb Walter Brennan im Alter von 80 Jahren an einem Lungenemphysem.

In den USA wurde die komplette Serie auf DVD veröffentlicht. Hierzulande ist das Format hingegen derzeit nicht erhältlich.

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