Ich habe mich extra hier angemeldet, weil ich diese Art der Rezension nicht so stehen lassen möchte. Es ist ja ohnehin Geschmackssache, ob man zwei oder wie in meinem Fall vier Sterne verteilt, aber Ihr Beitrag, sehr geehrte Frau Granegger, hat öffentlichen Charakter und verlangt ein Mindestmaß an Objektivität.
Das Album ist als Einstieg ohne Casting Show (wie z.B. American Idol) für eine 20jährige Künstlerin bemerkenswert homogen und solide. Die Songs verbinden gut traditionelle Country Elemente mit moderner Popmusik. Sie repräsentieren die New Country Welle der 2020er und sind den Musikfans zum Teil bereits durch US Country TV und Radiostationen bekannt gemacht worden. Was soll der Vergleich mit Taylor Swift oder Miley Cyrus? Taylor hat das Genre aus kommerziellen Gründen nach vier Alben verlassen und Miley irrt nach der Hannah Montana Phase mit Ausnahme vom „Younger Now“-Album wild in sämtlichen Genres herum, ohne einen vernünftigen Beitrag zur New Country Musik zu leisten. Sie nennen das „Extravaganz“.
Übrigens: Wann hat Lakelin Lemmings behauptet, eine Taylor Swift werden und durch die Decke schießen zu wollen? Sie geht im Gegenteil sehr demütig mit ihrer Karriere um. Offensiv und mutig auch ihre Teilnahme an zwei Festivals in Europa im August, natürlich in England. Zum Karrierestart von Taylor und Miley herrschten seinerzeit Mitte der 2000er deutlich günstigere Konkurrenzbedingungen. Heute sind Künstlerinnen, die qualitativ ähnliche Musik anbieten wie bspw. Kelsea Ballerini, Lauren Alaina, Alexandra Kay, The Castellows oder Priscilla Block – auch durch die Medien - förmlich aus dem Boden geschossen. Ob diese nun eine bessere Stimme haben, lasse ich dahingestellt sein.
Es gibt m.E. keinen Grund, das Album herabzuwürdigen, ist allerdings typisch deutsch. Wir glauben auf allen Gebieten (Politik, Sport, Kultur, Toleranz) der Welt die Richtung geben zu müssen, ohne die eigenen Hausaufgaben zu machen.
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