Marc schrieb: Bruce Springsteen verabscheut zutiefst sein erfolgreichstes Album, aber damals musste man noch Geld machen...
:shocked: ... wo hast du das denn her? Das kann ich so nicht recht glauben.
Noch zu American Idol: mach nicht den Fehler und verwechsel American Idol mit DSDS. Das ist zwar der deutsche Ableger, aber da funktioniert es genauso.
Bei American Idol läuft es ganz anders (und meiner Meinung nach erheblich besser). Das wird eher als Talentsuche betrachtet, die es eigentlich auch sein soll. Den Musikern steht danach der gesamte Musikmarkt offen. Alle Genres, alle Richtungen. Und längst nicht nur für ein Jahr. Sicher ist bei manchen die Karriere nicht so tragfähig (oder sie machen "nicht die Musik, die wir kennen oder die bis nach Europa schwappt), aber es gibt auch einige große Namen:
Jennifer Hudson - gewann den Oscar mit ihrer Rolle in Dreamgirls
Chris Daughtry - gründete nach American Idol die Band Daughtry, die handfesten Rock macht und die erfolgreichste Newcomer Rockband ist, seit Jahren. 6 Millionen verkaufte Alben, allein mit dem Debut
Kelly Clarkson - muß man nichts zu sagen kennt man. American Idol ist lange her, sie ist noch da.
Fantasia Barrino (Künstlername Fantasia) - macht R&B, hat selbst über 2,8 Mio Platten verkauft und kassierte bis heute unzählige Awards für Kollaborationen.
Und im Country: Kellie Pickler, Bucky Covington.
Nun ja, es sind nicht immer die Gewinner, die den größten Erfolg danach haben. Aber das spricht eben meiner Meinung nach auch dafür, daß man diese Show als Talentbörse betrachtet.
Für mich ist American Idol genau das falsche Argument, um es zugunsten von Carrie Underwood zu werden.
Ja, es gibt Künstler, die für sich die wirtschaftliche Entscheidung treffen (müssen): ich brauch jetzt kommerziellen Erfolg um überleben zu können und Fuß zu fassen.
Mein Eindruck ist allerdings, den ich von Carrie Underwood gewonnen habe: nicht mal zu dieser Künstlerromantik taugt sie. Ehrlich gesagt wirkt sie auf mich wie eine Marionette: sie sagt nie eine eigene Meinung, entweder hat sie keine oder ihr ist eingetrichtert worden, bloß keinem vor den Kopf zu stoßen. Sie schreibt nicht ihre eigenen Songs (entweder kann sie es nicht oder sie darf es nicht) und sie hat nicht mal ihren eigenen Stil und imitiert immer gerne die "alten" Größen. Entweder hat sie ein besch****** Management, daß sie total verbiegt. Dann wünsche ich ihr, daß sie die Leute los wird, Geld genug hat sie inzwischen. Oder sie ist damit so ganz glücklich, daß sie nichts eigenes, originelles abliefern muß, um Erfolg zu haben. Dann, ganz ehrlich, wünsche ich mir, daß der Hype lieber heute als morgen vorbeigeht.
Für mich ist Carrie Underwood kein Repräsentant von Einfallslosigkeit im Country, denn ehrlich: ich sehe ihn nicht. Selbst die Rascal Flatts haben etwas unverwechselbares und eigenes. Keith Urban klingt so, daß viele ihm vorwerfen, er sei kein Country. Dierks Bentley ist wieder ganz anders ... usw. usw.
Für mich steht Carrie Underwood dafür, was ich am weiblichen Country zu tiefst verabscheue:
"Mädel, mach dir die Haare hübsch, zieh was schnuckeliges an, sexy, aber bloß nicht zu sexy um die konservativen zu verschrecken. Sei schön brav und skandalfrei. Mach bloß nicht den Mund auf und lächle lieb. Du findest alles toll.
Wir schreiben dir schon einen Song, der dich erfolgreich macht. Du mußt ihn nur singen."
Es ist ja nicht nur Carrie, die dieses Phänomen repräsentiert, aber ihre prominenteste Vertreterin:
Countryblondchen mit hübscher Stimme, aussehen, wie einer Countryblondchen-Klon-Maschine entsprungen und genauso viel im Hirn (zumindest zeigen sie es nicht, wenn sie etwas im Hirn haben).
Keine Ecken und Kanten!
Ich mag dann lieber Gretchen Wilson oder Jennifer Nettles, die zwar auch blond sind, aber sich auch mal den Mund verbrennen, weil sie eine eigenen Meinung haben. Die auch mal ungeschminkt zu einer Pre-Award Party gehen, mit Jeans, Shirt und Schal um den Hals. Die ihre eigenen Songs schreiben können und auch mal musikalische Wagnisse eingehen. Und eben Ecken und Kanten haben.