Ich habe mir das gestern nach in voller Länge angeschaut (und heute zum Glück einen Urlaubstag).
Ich fand die ganze Show, dafür das es das 50. Jubiläum sein sollte dann doch eher enttäuschend.
Die Performances, vor allem die wo Musiker mit anderen Musizieren oder etwas außergewöhnliches darbieten, waren schon toll. Davon gab es nur zu wenig.
Von Countryseite haben Brad Paisley und Carrie Underwood performt.
Für mich ist der Carrie Underwood - Hype, der ihr jetzt sogar einen Grammy einbringt, überhaupt nicht nachvollziehbar.
Ich bin daher nicht so sehr traurig, daß Song of the Year (den ohnehin nicht Carrie bekommen hätte für "Before he cheats", sondern ihre Songwriter, denn sie hat nicht ein Tönchen daran mitgeschrieben) an Amy Winehouse ging. Amy ist ein Junkie und Säufer, aber musikalisch liefert sie etwas wirklich außergewöhnliches ab.
Die Performance von Carrie war solide, sie hat alle Töne getroffen bei "Before he cheats". Es gab ein paar Stomp-artige Percussion-Tänzer und ihre Frisur war ...äh... viel (erinnerte irgendwie an die 80ger Jahre Blondchen, die sich auch immer so auftoupiert haben für Volumen). Und das war dann schon das besondere. Zu wenig für die Grammys für mich.
Brad Paisley hat auch eine solide Performance gebracht, aber die war im Vergleich zu den anderen Performances regelrecht einfallslos und leblos. Schade irgendwie! Ein bißchen der Show anpassen und Show machen, wäre eher die Devise gewesen. Und so haben dann Alicia Keys (die ich nicht mal wirklich mag), Beyonce Knowles mit Tina Turner (die wirklich erstreckend zurecht gestrafft war) und sogar Kanye West (dessen Musikrichtung nicht mal meine ist), mich irgendwie mehr gefesselt, als die Countryperformer.
Die Countrygrammys sind, finde ich, nicht gerechtfertigt zum größten Teil. Ich glaube, es wird Zeit, daß Genre-Grammys auch nur von den echten Genrevertretern der Jury gewählt werden dürfen. Ich schätze, das Ergebnis sehe anders aus.
Ich kann auch man andere Entscheidungen nicht verstehen. Das ein Song mit einem dämlichen Text "umbrella, ella, ella, e,e, a, a..) Rap (HipHop?) Song des Jahres werden kann. Sorry, aber da dürften sich die Vertreter dieses Genres auch leicht mißverstanden fühlen.
Schade, das Dierks Bentley nicht eine seiner vier Nominierungen nach Hause nehmen konnte.
Bon Jovi haben ihrer 20jährigen Bandgeschichte alle Ehre gemacht und nach dem letztjährigen Ausrutscher trotz Nominierungen wieder keinen Grammy bekommen.
Bruce Springsteen hat das New Jersey Kontingent vermutlich wieder ausgeschöpft und bis auf Rockalbum alle Nominierungen verwandelt.
Rockalbum ging an das schlechteste in der ganzen Liste (sorry, Foo Fighters).
Also, alles wie jedes Jahr.
Doch eine riesige Überraschung: Herbie Hancock zeigt es allen Jungspunden und räumt völlig überraschend (sogar für die Laudatoren) Album des Jahres ab. (Damit wurde dann auch verhindert, daß Amy Winehouse es den Dixie Chicks nach getan hätte. Sie hat bis auf diesen, alle nominierten Preise mitgenommen und das waren nicht wenig. Song of the year, Record of the year, New Artist... hab ich was vergessen?).
Zwei Performances sind mir in bester Erinnerung:
Lang Lang (der chinesische Pianist) spielt mit Herbie Hancock, begleitet von einem Swingorchester "Rhapsody in blue"
Amy Winehouse performt via Satellite aus London. Finger weg von den Drogen, Mädel. Dann bist du eine große.
... it’s because country music acts feel privileged to be performing for their fans, whereas rock stars feel that their fans should be privileged to be in their presence. (Anthony Kuzminski)
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.