Lutz Adam - I Don't Care

CD Cover: Lutz Adam - I Don't Care

Auf dem fünften Album von Lutz Adam, "I Don't Care", ist eine Cover-Version von John Andersons "Seminole Wind".

Lutz Adam ist ehrlich. Er setzt seine Maßstäbe lieber niedrig, räumt ein, natürlich nicht mit den in Nashville produzierten Alben mithalten zu können oder dies auch nur zu wollen. Dafür hat er sich für "I Don't Care" gute nationale Musiker geholt und das Album in den Merlin Sound Tonstudios in Neuwied, eingespielt. Dass er von Anfang an nicht den Anspruch hatte, wie die Vorbilder aus Nashville zu klingen, mag dazu beigetragen haben, dass am Ende eben auch nur ein Stück "typisch deutsche" Country Music heraus kam.

Lutz Adams Bemühen

Dass Lutz Adam Country Music an sich liebt, nimmt man ihm ab. Live tritt er auch bereits seit Jahren auf diversen Veranstaltungen auf, doch die in Deutschland verliehenen Awards, wie die kleiner Künstler-Magazine oder diverser anderer "Fachjurys", zeigen einmal mehr, dass es dort wohl eher um Country-Liebe, denn um wirkliches Talent geht.

Lutz Adam blickt zwar auf jahrzehntelange Erfahrung als DJ, Linedance-Lehrer und selbst Mitarbeiter eines Country-Magazins zurück, doch zu einem besseren Musiker hat ihn dies alles eben nicht werden lassen. "I Don't Care" klingt "einfach" und eher nach einem Anfänger-Album, als danach, dass eigentlich ja doch ein erfahrener Musiker dahinter steckt.

Eigene Songs und Cover auf "I Don't Care"

Als Songwriter beschränkt sich Lutz Adam offensichtlich auf das Thema Frauen und seine eingehenden Erfahrungen mit ihnen. Im Cover des Albums erklärt er, es seien "Geschichten aus dem täglichen Leben, musikalisch vorgetragen". "Dreaming of You", "Baby, I Don't Care" oder "Some Old Love Will Never Die" sind solche Lieder, die von zurückliegenden Beziehungserfahrungen berichten. Nachfühlbar, jedoch mit der Zeit auch uninteressant, dazu einfach schlecht gesungen.

Um wenigstens ein wenig Abwechslung in sein Repertoire von 10 Songs auf "I Don't Care" zu bringen, hat sich Lutz Adam zwei Cover gewählt. Die Ballade "Today" von Tony Sparks aus dem Jahr 1964 peppt Lutz Adam etwas auf, verpasst ihr allerdings einen überflüssig kitschigen Sound mit grauslichem Background-Chor, der den ursprünglich reduzierten Song nach deutschem Tanzschlager klingen lässt. Lediglich John Andersons legendäres "Seminole Wind" aus 1992 bleibt etwas von einer übermäßigen Neugestaltung verschont, klingt in Lutz Adams Version hörbar.

Fazit: Nur den wenigsten nationalen Künstlern und Bands ist es in den letzten Jahren gelungen, Country Music wirklich einigermaßen stilecht zu präsentieren. Lutz Adam gehört mit "I Don't Care" trotz allen Bemühens leider nicht dazu.

Label: Tombstone (Megaphon) VÖ: 24. Februar 2017
01 In the Night
02 Dreaming of You
03 Vancouver Comes Alive
04 Baby I Don't Care
05 You Are the Reason
06 After All These Years
07 Seminole Wind
08 You Love the Way We Fly
09 Some Old Love Will Never Die
10 Today

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Hartmuts Avatar
Hartmut antwortete auf das Thema: #58218 2 Jahre 3 Monate her
Aua So ein hartes Urteil was allerdings auch stimmt nimmt dem Lutz ja sein ganzes Selbstbewußtsein. Hoffendlich wird nun nicht depressiv.
Peter Duemmlers Avatar
Peter Duemmler antwortete auf das Thema: #58220 2 Jahre 3 Monate her
Nur zur Info (ohne auf das Album oder Ihre Kritik weiter einzugehen: Einzig der Opener des Albums (In the night, eigentlich wars nur ein Layout und keineswegs eine fertige Produktion) wurde in meinem MerlinSound-Tonstudio produziert, alle anderen Songs in anderen Studios.