Kann gut sein. Denn der Mix, die Zusammenstellung, die Songs und die Interpretationen stimmen. Frank Foster mag nicht der größte Sänger unter der Sonne Nashvilles sein. Aber er hat etwas in seinem Organ, dem man gerne lauscht. Das gewünschte, ersehnte Stück Authentizität? Die Glaubwürdigkeit? Vor allem, wenn er sanfte, nachdenkliche Töne wie bei der wirklich vollauf gelungenen Ballade "Outlaw Run" anschlägt. Klar heißt auch bei ihm die Devise: rau aber herzlich. Die ganz auf raue-Schale-weicher-Kern getrimmte Komposition weist Foster als harten Kerl, als Outlaw aus, der mal innehält, mal kräftig durchpustet und seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Ein Tränchen darf man gerne dabei vergießen ...
Keine Sorge, es bleibt bei einem raren Gefühlsausbruch. In den meisten Tracks gibt Frank Foster einen formidablen Macho ab. Nicht umsonst schickt er mit dem Opener "Redneck Rock 'N' Roll" einen vermutlich leider autobiografischen Country-Rocker ins CD-Rennen, der es in Sachen Riffs und Beats locker mit ZZ Top und AC/DC aufnehmen kann. Dem auf seinen Website-Fotos gerne mit Kampfklamotten, Army-Jacke und schwarzem Stetson posierenden Sänger scheinen es die zottelbärtigen Blues-Rocker von ZZ Top ohnehin angetan zu haben. "Tuff" erinnert jedenfalls nicht nur phonetisch vom Songtitel her frappant an den ZZ Top-Klassiker "Tush" Und auch das nachfolgende "Build a Fire" spart nicht mit blues-rockigen Reminiszenzen.
Doch Blues und Bluesrock spielen selbstverständlich nicht die erste Geige im Sound-Kosmos des aufstrebenden Sängers. Das übernimmt natürlich: Country. Um daran auch keinen Zweifel zu lassen, betont Frank Foster seine Roots in dem Track "Dear Heroes", bei dem er seinen Stetson vor seinen persönlichen Helden zieht. Nette Geste allemal. Und auch das entspannt swingende "Troubadour" bietet mit Pedal Steel, rustikalen Arrangements und sehr vertraut klingenden Harmonien puren Country. Weniger Roots-Stoff, dafür mehr Folk und Singer-Songwriter-Tradition liefert Frank Foster in dem sparsam mit einer Akustik-Gitarre arrangierten "Romance In The South". Seine mitunter brüchige Stimme kommt in dem transparenten Umfeld manchmal an ihre Grenzen - doch genau das macht auch den Charme des Songs aus.
Sehr charmant, weil eben gar nicht auf Kraftmeier getrimmt, fällt auch das anschließende "Blow My High" aus. In dem lässigen, souligen, mit einer knurrenden Hammond unterlegten Song lässt der zupackende Kerl mal alle Fünfe gerade sein. Der ideale Track für das Feierabendbier. Zumal das Outro mit doppelstimmiger Leadgitarre dazu an die guten, alten Lynyrd Skynyrd erinnert. In diesem gemächlichen Terrain ist auch der letzte Song der CD, der Titeltrack "Boots On The Ground", angesiedelt. Ein solider, etwas nostalgisch angehauchter und mit einer Prise Southern Rock versehener Country-Rocker von echtem Schrot und Korn.
Fazit: Ist Frank Foster jetzt bereit für den ganz großen Wurf? Kann gut sein. Das Album "Boots On The Ground" ist vielseitig und trotzdem in sich stimmig.
| Label: Lone Chief (hier nicht veröffentlicht) | VÖ: 15. Januar 2016 |
| 01 | Redneck Rock 'N' Roll |
| 02 | Over Anything |
| 03 | I-20 Troubadour |
| 04 | Outlaw Run |
| 05 | Tuff |
| 06 | Build a Fire |
| 07 | Dear Heroes |
| 08 | Romance in the South |
| 09 | Blow My High (Turkey Song) |
| 10 | Boots on the Ground |












