Sweetback Sisters - Looking For A Fight

CD Cover: Sweetback Sisters - Looking For A Fight
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Die Sweetback Sisters aus Brooklyn, New York, bezeichnen sich als "abtrünnige Retro-Band, die Country, Swing und Honky-Tonk miteinander mischt". Klingt nicht uninteressant, besonders weil die beiden Sängerinnen Zara Bode und Emily Miller mit dieser Einschätzung richtig liegen - was man eindeutig auf dem zweiten Album "Looking For A Fight" hört.

Da nimmt man es Emily und Zara gar nicht krumm, dass sie in Wirklichkeit nur gute Freundinnen und eben keine echten Schwestern sind. Dabei könnte man das durchaus denken, wenn man die beiden Damen singen hört. Denn ihr harmonischer Gesang klingt so süß und aufeinander abgestimmt, als wenn die beiden schon im Sandkasten die ersten Stimmübungen miteinander unternommen hätten.

Noch weiter in die Vergangenheit führt der Opener "Love Me, Honey, Do" zurück. In die Zeit, als Doris Day und Rock Hudson mit Filmen wie "Bettgeflüster" oder "Ein Pyjama für zwei" zum neuen Hollywood-Traumpaar aufstiegen, hätte auch dieser Song wunderbar hinein gepasst. Federleicht, swingend, sympathisch und kurzweilig - einfach schön.

Der locker gekonnte Auftakt deutet an, dass die Gruppe, die neben den beiden schon erwähnten Damen noch über vier weitere, männliche Mitstreiter an den Instrumenten verfügt, mit keinem Auge auf Trends und Chartplatzierungen schielt. Lieber geben sich The Sweetback Sisters voll und ganz ihrer eigenen Zeitreise hin, die in den späten 1950er Jahren beginnt. "Manchmal stammen unsere Songs direkt aus den 50er Jahren, manchmal ist es eher eine Mischung aus BR5-49 und den The B52s.", erklärt Zara Bode. Ein Beispiel für diese ungewöhnliche Kombination findet man mit "Too Many Experts", auch wenn der Trend zum Country hier klar überwiegt. Gitarre, Kontrabass, Schlagzeug in einem feinen Arrangement und ein humorvoller Text - fertig ist der perfekte Song für den Besuch einer Bar am späten Freitagabend.

Musikalischer Kopf der Band ist offensichtlich Jesse Milnes. Der Fiddle- und Gitarrenspieler schrieb drei der insgesamt 13 Songs. Sein Können an der Fiddle ist besonders beim schönen "Thank You" zu genießen. Schon auf ihrem ersten Album "Chicken Ain't Chicken" nahmen sich die Sweetback Schwestern gern mal alten Songs an - diesmal gibt es eine Neufassung von "Rattled", dass durch die Traveling Wilburys bekannt wurde. In der neuen Version erhält das Stück durch die Gruppe aus Brooklyn eine zusätzliche Dosis an Rockabilly-Spirit und kann so locker mit der Vorlage der ehemaligen Supergroup mit Tom Petty, Bob Dylan, Roy Orbison, George Harrison und Jeff Lynne mithalten.

Das Album endet mit dem kurzen, aber hörenswerten Ensemble-Vocal-Song "Cowboy Ham And Eggs", welches sicher besonders bei der Live-Präsentation gut ankommt. Alle Stücke auf der 40-minütigen CD wurden übrigens sehr traditionell im Analog-Verfahren aufgenommen, während der Gesang mit einem klassischen RCA 44 Bändchenmikrofon eingesungen wurde. Ganz klar ein weiteres Zeichen dafür, dass die Band ihren Vintage-Sound sehr ernst nimmt - auch wenn das musikalische Ergebnis eher heiter stimmt.

Fazit: So klingt ernst gemeinte Nostalgie im Jahr 2011 - ein echter Tipp besonders für Menschen, die noch Platten von Wanda Jackson, Bob Wills, Patsy Cline oder Carl Perkins im Schrank haben.

Sweetback Sisters
Label: CRS (in-akustik) VÖ: 8. Juli 2011

  • Titelliste


01 Love Me, Honey, Do 08 Thank You
02 Texas Bluebonnets 09 The Heart of My Mind
03 It Won't Hurt When I Fall 10 Rattled
04 Looking For A Fight 11 Home
05 Run Home And Cry 12 Too Many Experts
06 The Mystery of You 13 Cowboy Ham & Eggs
07 Don't Put Her Down


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