Glen Phillips - Winter Pays For Summer

CD Cover Glen Philips - Winter Pays For Summer
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Vielleicht lag es am Bandnamen, der unangenehme Assoziationen mit nassen, warzigen Kröten weckte: Mit seiner Band Toad The Wet Sprocket ist dem Sänger und Songschmied Glen Phillips der ganz große Erfolg stets verwehrt geblieben. Jetzt überrascht er mit einem wirklich wunderschönen Soloalbum "Winter Pays For Sommer". Wobei "Soloalbum" es nicht wirklich trifft, bei dem Aufgebot von feinen Musikern, die Phillips für seine dritte eigene CD gewinnen konnte: Dan Wilson (ex-Semisonic) half beim Songschreiben, Pete Thomas (trommelte sonst für Los Lobos), Michael Chavez (bekannt als Gitarrist von John Mayer), Greg Suran von den Goo Goo Dolls und Jon Brion (Rufus Wainwright, Fiona Apple, and Aimee Mann). Die feinen Backgroundvocals sangen unter anderem Ben Folds, Kristin Mooney und Andy Sturmer (sonst bei Jellyfish).

Aber auch Phillips bietet eine exzellente Performance als Sänger: Er kann seine Stimme durch die unterschiedlichen Register menschlichen Empfindens transponieren: Mal verhaucht er eine Ballade fast, dann hört man ihn sich die Seele aus dem Hals singen. Je nachdem, ob er gerade eine kleine Madolinen-Rockhymne wie "Cleareyed" anstimmt, mit "Falling" auf Tom Pettys Pfaden wandelt, oder eine steinerweichende Folkballade wie "Released" (mit atmosphärischer, wundervoll übereinander geschichteter, zarter Gitarre) oder Tiefschürfende, dramatische Songs wie "Half Life". Produzent John Fields (The Honeydogs) half beim Entstehen eines unangestrengten, luftigen Sounds. Fünf der Songs auf "Winter Pays For Summer" mixte der legendäre Bob Clearmountain, erste Wahl bei Künstlern wie Bruce Springsteen oder Elton John.

Auch textlich ist "Winter Pays For Summer" ein Gewinn: Eine unaufdringliche Nachdenklich zieht sich durch die 13 Songs. "We both have a lot to be thankful for" ("wir sollten für eine Menge sehr, sehr dankbar sein") singt Phillips im Song "Thankful" gegen die Unart, alles als selbstverständlich hinzunehmen. Manchmal findet er die einfachsten Worte für die Kompliziertesten Momente: "It's simple, simple, simple - you're simply all I need" ("Es ist doch eigentlich ganz einfach: Du bist was ich brauche") singt er auf dem verschleppten Countrywaltz "Simple", während Eric Heywood die Steel Guitar schnurren lässt. Wenn Sie noch nie eine Steel Guitar schnurren gehört haben, dann wird es wirklich höchste Zeit, in diese CD zumindest mal reinzuhören.

Fazit: Eine echte Überraschung: dem ehemaligen Toad-The-Wet-Sprocket-Sänger Glen Phillips gelingt mit seinem dritten Soloalbum eine wundervoll atmosphärische Singer/Songschreiber-Perle.

Label: Lost Highway (Universal) VÖ: 5. April 2005

  • Titelliste

  • Links

01 Duck And Cover 08 True
02 Thankful 09 Easier
03 Courage 10 Finaly Fading
04 Released 11 Simple
05 Cleareyed 12 Gather
06 Falling 13 Don't Need Anything
07 Half Life Image Image


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