Billy Joe Burnette verstorben

Der Autor des Welthits "Teddy Bear", Billy Joe Burnette, ist vor dem Jahreswechsel 2016/2017 verstorben.

Man schrieb das Jahr 1979, in Deutschland gab es zwei öffentlich-rechtliche Fernsehsender und am Samstagabend saß so ziemlich die ganze Nation vor der ZDF-Hitparade. Und es dürfte wohl niemanden gegeben haben, der bei diesem Lied damals nicht wenigstens eine kleine Träne verdrückt hat - "Ruf Teddybär 14", im Sprechgesang dargebracht in deutscher Sprache vom österreichischen Country-Sänger Jonny Hill. Die Geschichte des Halbwaisenjungen im Rollstuhl, der über sein Funkgerät mit einem LKW-Fahrer kommuniziert, rührte.

Die wenigsten wussten damals vermutlich, dass der Song im Original in den USA bereits drei Jahre zuvor von Red Sovine schon erfolgreich war. Zu verdanken ist er unter anderem Billy Joe Burnette, der ihn mit komponierte. Nun starb Billy Joe Burnette am 29. Dezember 2016 in seinem Haus in Port Orange, Florida. Er wurde 76 Jahre alt.

Die Erfolgsgeschichte von Billy Joe Burnette

Billy Joe Burnette wurde 1940 in Richmond, Virginia, mit dem eigentlichen Familiennamen Barnette geboren und von seiner Mutter zur Adoption frei gegeben. Er startete als Teenager zunächst als Sänger und Gitarrist in Roanoke, Virginia. Mit seinem musikalischen Mentor A. J. Russo schrieb er den Song "Stomp, Shake And Twist", der erfolgreich in den Radios lief und später auch auf der CD-Sammlung "Virginia Rocks" The History Of Rockabilly In The Commnwealth" erschien.

1960 ging er in Philadelphia bei Parkway Records unter Vertrag und landete seinen ersten Erfolg dort mit dem langsamen Tanz-Song "Marlene". 1964 verschlug es Billy Joe Burnette nach Hollywood, wo er den damals schon bekannten Rockabilly-Sänger Johnny Burnette und dessen Frau Dorsey traf, nach deren Vorbild er die Schreibweise seines Namens änderte und eine private sowie berufliche Freundschaft begann.

Billy Joe Burnettes größter Hit "Teddy Bear"

Nach Jahren des Herumziehens und der musikalischen Findung kehrte Billy Joe Burnette in den 1970er Jahren nach Nashville zurück und landete 1976 seinen wohl größten Hit. Der Song "Teddy Bear", den er mit Tommy Hill und Dale Royal schrieb, erschien im Juni 1976 als Single von Red Sovine. In den USA war "Teddy Bear" fünf Wochen lang auf Platz 1 der Billboard Country-Charts und erhielt eine Gold-Auszeichnungen.

Neben der uns bekannten Version von Jonny Hill wurde der Song noch von Hank Hill, Ferlin Husky, Boxcar Willie und The Jackson Southanaires gecovert. Später gab es eine Fortsetzung der "Teddy Bear"-Story von Diana Williams und dem Australier Nev Nicholls. "Teddy Bear" ist noch heute eine Kult-Hymne der Trucker-Szene.

Nach dem Tod von Elvis Presley 1977 brachte Billy Joe Burnette das Tribut-Album "Welcome Home, Elvis" heraus. In den Country-Hitparaden erschien er als Sänger nur noch ein einziges Mal, 1990 mit "Three Flags".

Ausbleibender Erfolg nach "Teddy Bear"

Der Erfolg von "Teddy Bear" sollte für Billy Joe Burnette dann auch erst mal eine ruhigere Zeit einläuten. Er war noch als Agent für andere Künstler tätig und versuchte es noch einmal 2012 mit der Single "What Heaven Has Sent", das auf einem Independent-Label sogar auf Platz 1 kam. Doch im Grunde war für ihn eher die Zeit gekommen, sich erst einmal in seine Wahlheimat Florida zurück zu ziehen. Mit seinem Freund Jerry Cooper klügelte er im Hintergrund jedoch immer weiter musikalische Dinge aus und arbeitete an diversen Charity-Projekten. Cooper sagte über ihn: "Billy Joe war ein Mann, der Dinge zu Ende brachte."

Nun brachte Billy Joe Burnette leider auch sein Leben zu Ende. Offensichtlich in dem Moment, als er plante, doch noch einmal nach Nashville zurückzukehren, um in späten Jahren als Sänger oder Produzent tätig zu sein. Denn, wie Freunde des Künstlers berichten, erlitt er in dem Moment eine Herz-Attacke, als er dabei war, sein Auto für die geplante Reise zu packen. Er hatte sogar schon sein Haus in Daytona Beach verkauft. Möglicherweise hatte sich Billy Joe Burnette mit all den Vorbereitungen überfordert. Sein letzter telefonischer Kontakt vor seinem Tod war, wie die Polizei später eruierte, Gene Phillips aus Nashville. Als dieser von den Beamten kontaktiert wurde, bestätigte er, an Weihnachten noch mit Billy Joe Burnette gesprochen zu haben. "Er war gut gelaunt und sagte, er habe sich nie zuvor im Leben besser gefühlt".


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