Bombenanschläge in Boston

Als gestern Abend die Meldungen über den Ticker liefen, dass es eine Bomenexplosion bei dem Boston Marathon gegeben hat, waren nicht nur die Amerikaner geschockt, auch bei uns saßen die Menschen fassungslos vor den Bildschirmen und lasen die Eilmeldungen am unteren Bildrand.

Gegen 21:00 Uhr deutscher Zeit kam es am Zieleinlauf des traditionsreichen Boston-Marathons zu zwei Explosionen. Dabei verloren bisher mindestens drei Menschen das Leben und deutlich über 100 Menschen wurden verletzt. Durch den Marathon waren bereits viele Rettungssanitär vor Ort, so dass den verletzten Menschen schnell geholfen werden konnte. US-Präsident Barack Obama erklärte, dass seine Regierung die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen werde. Weiteren Medienberichten zufolge entdeckte die Polizei in Boston auch bis zu fünf weitere, nicht detonierte Sprengsätze.

"Wir werden herausfinden, wer das getan hat und warum sie das getan haben", sagte Obama vor dem Pressechor im Weißen Haus. "Jedes verantwortliche Individuum, jede verantwortliche Gruppe wird das volle Gewicht unserer Justiz zu spüren bekommen." Barack Obama warnte aber davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. "Wir haben noch nicht alle Antworten", sagte er. Das Wort "Terrorismus" nahm er bewusst nicht in den Mund, vermutlich um Unruhe zu vermeiden.

Der Marathon und der Anschlag

Die beiden Bombenexplosionen ereigneten sich am Montag gegen 14.50 Uhr Ortszeit (Eastern Standard Time). Im Abstand von circa 15 Sekunden gingen die beiden Bomben in der Nähe der Ziellinie hoch. Der Boston Marathon ist die älteste jährliche Marathon-Veranstaltung der Welt. An dem seit 1897 ausgetragen Lauf nahmen mehr als 20.000 Menschen teil. Hunderttausende Zuschauer schauten auf der Straße zu.

Für die Profis war der Wettkampf bereits beendet und die Amateurläufer kamen ins Ziel, als die beiden Bomben hochgingen. Auf den Fernsehbildern war zu sehen, wie auf der einen Seite der Straße nach der ersten Explosion eine dunkle Rauchsäule aufstieg. Läufer wurden von der Wucht zu Boden gerissen. Gleich danach folgte etwa 45 bis 90 Meter entfernt die zweite Explosion.

Laut US-Medienberichten soll unter den drei Todesopfern ein achtjähriger Junge sein. Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, gibt es mindestens 17 Verwundeten deren Zustand kritisch sei. Bei mehreren Verletzten hätten Beine amputiert werden müssen. Die Ärzte würden den Opfern auch Kugellager aus dem Leib operieren - ein Zeichen dafür, dass die Sprengsätze als Splitterbomben gebaut worden seien.

Die US-Bundespolizei FBI übernahm nun die Ermittlungen. "Das sind strafrechtliche Ermittlungen und mögliche Terrorermittlungen", sagte der leitende FBI-Agent Rick DesLauriers, nannte aber keine Details. Berichte von anderen US-Medien, dass mehrere nicht detonierte Sprengsätze entdeckt und unschädlich gemacht worden seien, wollte er nicht bestätigen. Die örtliche Polizei dementierte Informationen, laut denen ein Verdächtiger in einem Bostoner Krankenhaus behandelt werde. Niemand befinde sich im Zusammenhang mit den Explosionen in Gewahrsam.

Die deutschen Fernsehsender

Wie die Kollegen von Quotenmeter.de berichten, verbreiteten sich die Nachrichten im Internet äußerst rasch und erschütterten viele, allerdings hielten die meisten deutschen Fernsehsender an ihrem regulären Programmablauf fest, was jetzt bereits einige kritische Stimmen nach sich zog.

Der Nachrichtensender n-tv widmete sich ab 21:35 Uhr ausführlich den tragischen Ereignissen aus Boston und wurde so für viele deutsche Fernsehzuschauer zur TV-Informationsanlaufstelle über den Bombenanschlag. Im Schnitt verfolgten 0,30 Millionen Menschen ab drei Jahren die über zweistündige Sondersendung - was einer für n-tv sehr hohen Sehbeteiligung von 1,5 Prozent gleichkam. Auch in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen wurden mit 0,15 Millionen Interessenten und 1,8 Prozent Marktanteil weit überdurchschnittliche Werte gemessen.

Auch die "Tagesthemen" im Ersten waren vor diesem Hintergrund gefragter als sonst. 0,50 Millionen 14- bis 49-Jährige verfolgten am Montagabend die Nachrichtensendung, was einer Sehbeteiligung von 5,7 Prozent entsprach. Beim Gesamtpublikum wurden unterdessen 13,1 Prozent gezählt, was ebenfalls über den üblichen Zahlen liegt.

Was die Country-Künstler schreiben

Natürlich lassen solche Nachrichten auch nicht die Country-Künstler kalt und so wurde der Kurznachrichtendienst Twitter zum Sprachrohr. Hier einige Zitate:

Hillary Scott (): Praying for all of those injured and affected by the Boston marathon explosions. Can't believe it. So sad.

: "Omg just saw the news. My heart goes out to everyone in Boston."

: "Prayers going out to everyone involved at the Boston Marathon.. #shocking"

: "Our hearts and prayers are being sent to everyone in the Boston area."

: "Boston, sending our thoughts and prayers..."

: "Wow, just heard about the explosions in Boston at the marathon. Praying for all involved and their families."

: "Prayers go out to everyone in Boston right now!"

: "So sad whats happening in Boston. Please pray."#

Cassadee Pope: "My thoughts are with Boston. One of my favorite cities in the world. Stay strong <3"


Anmelden