Big KennyDas Countryduo Big & Rich ist vor allem für seinen respektlosen Humor und seine entspannte Art bekannt, aber es ist Big Kenny bitterernst mit seinem Bestreben, auf den Genozid in Darfur aufmerksam zu machen.

„Dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Völkermord passierte, als solcher erkannt wurde, wir genau wissen was passiert und trotzdem einfach nichts dagegen unternehmen“, erklärte Big Kenny. „Wir schauen uns einfach diese schrecklichen Ereignisse im Fernsehen oder im Internet an, ohne dem ein Ende zu machen.“

„Ich denke, dass dies erst dann gestoppt wird, wenn der Mann auf der Straße aufsteht und sagt: ‚Genug ist genug – man wirft nicht einfach Babys ins Feuer’. „Je mehr ich darüber höre, desto wütender werde ich.“

Der Countrysänger hat sich seit mehreren Jahren öffentlich zu diesem Thema ausgesprochen und an Veranstaltungen teilgenommen, Anstecker verteilt und ein riesiges „Save Darfur“ ("Schützt dafur") Plakat von 9 x 15 Metern bei den Shows mit seinem Partner John Rich aufgehängt. In diesem Jahr hat er sein Engagement jedoch noch weiter gesteigert.

Anfang 2007 beauftragte er die in Brentwood ansässige Tri Star Sports & Entertainment Group, eine Unternehmens- und Personalmanagementfirma, damit, sich für dieses Thema einzusetzen. Außerdem wird er in diesem Herbst nach Darfur reisen. Am 21. Juni 2007 trat er im Holocaust Museum in Houston; texas, während einer Zeremonie auf, bei der der texanische Gouverneur Rick Perry seine Unterschrift unter den Gesetzesvorschlag 247 setzte , wodurch die beiden größten Pensionsfonds des Bundesstaats ihre Anteile an internationalen Unternehmen, die Geschäfte im Sudan tätigen, abstoßen.

„Ich habe mit den Sudan Divestment-Gruppen in jedem Bundesstaat zusammengearbeitet“, sagte er. „Zurzeit planen wir ein Treffen in Iowa vor der dort stattfindenden Parteikonferenz.“

Big Kenny hat sich mit der Abgeordneten Sherry Jones über das Abstoßen von Beteiligungen von Unternehmen, die im Sudan tätig sind, in Tennessee unterhalten (sie erklärte ihm, dass es keine staatlichen Mittel bei solchen Unternehmen gibt) und ist dabei, vergleichbare Treffen mit Volksvertretern in Washington zu vereinbaren.

Big Kenny hat außerdem kürzlich einen Leserbrief an Zeitungen in ganz Amerika geschickt, worin die Leute aufgefordert wurden, sich an ihre Volksvertreter zu wenden um sich mehr zu engagieren.

In Nashville sponserten Big Kenny und seine Frau, die Stylistin Christiev, im April den Dokumentarfilm über Darfur „The Devil Came in on Horseback“ beim Nashville Film Festival.

Außerdem erhält Big Kenny regelmäßig Berichte von Augenzeugen, die dieses Gebiet bereist haben und spendet Geld an Organisationen, die den Opfern helfen. Big & Rich sind bei Veranstaltungen zu Darfur in Washington und New York aufgetreten und das Duo beabsichtigt, eine derartige Veranstaltung auch in Nashville zu organisieren.

Während des CMA-Festivals im Juni 2007 ließ Big Kenny durch 50 Freiwillige 20.000 Informationspakete verteilen, die über die aktuelle Situation in Darfur aufklären, einem Gebiet von der Größe Texas im westlichen Sudan.

Die Dafur-Krise begann 2003, als zwei Rebellengruppierungen den sudanischen Präsidenten Omar al-Bashir herausforderten. Um diese Bewegungen niederzuschlagen, beschloss die sudanische Regierung, Milizen (darunter auch die berüchtigte Dschandschawid-Miliz) zu unterstützen, die ganze Dörfer auslöschte sowie Nahrungs- und Wasserquellen zerstörte.

Durch diese Vorgänge, die von der US-Regierung als Völkermord bezeichnet wurden, sind mehr als 400.000 Menschen umgekommen. Des Weiteren haben mehr als 2,3 Millionen Personen ihre Heimat verlassen und leben in Auffanglagern oder, wie Big Kenny sie bezeichnet, in „Todeslagern“.

„Jeden Tagen sterben Tausende. Ich kann einfach nicht verstehen, wie jemand, der über ein Gewissen verfügt, der das Glück hat, so aufgezogen zu werden und so zu leben, wie wir das in diesem Land tun, einfach zusehen und die Hände in den Schoß legen kann.“


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