Home Free live zu Gast in Hamburg

Home Free live in Hamburg

Home Free - Wenn A-Cappella auf Country trifft...

Dann geht’s richtig ab! Zumindest wenn die fünf sympathischen und super talentierten Künstler von Home Free zu Besuch in der Hamburger Fabrik sind und ihren einzigartigen A-Cappella-Sound mit traditionellen und modernen Songs aus dem Country kombinieren. Die Stimmung war von Anfang bis Ende grandios. Die Vokal-Band lieferte vor allem mit ihrer gemeinsamen, aber auch individuellen Stimmengewalt ab. Viel Gepäck hat das amerikanische Quintett nicht mit über den großen Teich gebracht - für ihre Musik nutzen sie keinerlei instrumentale Unterstützung. Jeder Ton wird von ihren Stimmbändern erzeugt. Und was mit diesen Stimmbändern alles möglich ist, sorgte an diesem Abend für mehr als nur eine Überraschung. Als Support hat die in Minnesota verwurzelte A-Cappella-Band den aufstrebenden Singer-Songwriter Cash Campbell mit dabei.

Das von CountryMusicNews.de präsentierte Konzert in der Fabrik war ausverkauft und viele Besucher sind Home-Free-Widerholungstäter, sie haben die Band schon auf ihrer letzten Welt-Tournee in 2018 live gesehen und wollten auch heute mit dabei sein. Cash Campbell unterstützt in diesem Jahr die fünfköpfige Band auf ihrer "Dive Bar Saints-Welttour". Er wärmte das Publikum mit seiner charmanten Art, schlauen Texten, harmonischen Gitarrenklängen und einer klaren Powerstimme ordentlich auf. Der Newcomer hatte das Publikum recht schnell für sich gewonnen und animierte zum Tanzen und Mitsingen. Mit seiner finalen Nummer, einem Cover von Garth Brooks Megahit "Friends In Low Places", eroberte er auch noch das letzte Herz der anwesenden Besucher.

Home Free - Mehr als nur eine Cover-Band

Nach einer kurzen Pause war es dann endlich soweit - Home Free kam unter tosendem Beifall und etwas Gekreische, vor allem von den vielen Ladies aus den ersten Reihen, auf die Bühne. Die fünf waschechten Country-Kerle waren lässig in Jeans, Cowboy-Stiefeln, Bandshirts und Jeans- oder Flanell-Hemden gekleidet - die Lederjacke durfte natürlich nicht fehlen. Bei diesem coolen und optisch durchaus ansehnlichen Quintett ist es wohl kein Wunder, dass heute ein wenig mehr weibliche, als männliche Fans ihren Weg in die Fabrik gefunden haben. Doch es stellte sich schnell heraus, dass die stimmige Optik der Band nur Nebensache ist.

Home Free ist durch ihren einzigartigen Sound bekannt - und genau den gaben sie ohne große Umschweife zum Besten, als das Quintett um kurz vor neun die Bühne betrat. Das Publikum riss es direkt von den Stühlen und es war nahezu unmöglich, nicht mitzutanzen. Home Free präsentierte sehr rhythmische, harmonische und absolut tanzbare Interpretationen verschiedener Nashville-Klassiker, Chart-Hits und Pop-Stücken. Sie zeigten heute aber gleich zu Anfang mit "Leave This Town", eines ihrer eigenen Stücke, dass ihnen Songwriting ebenso liegt. Denn sie sind so viel mehr als nur eine Cover-Band. Die treuen Fans im Publikum sangen die eigenen Songs der Band genauso gut mit, wie die weltbekannten Country-Standards.

Nachdem die fünfköpfige Band mit "Elvira" auch den letzten Zuschauer von seinem Stuhl geholt hatte, wurde das Publikum dann endlich auch persönlich begrüßt - und direkt für die super Stimmung gelobt. Tom Foust, Home Frees Bass-Stimme, erklärte begeistert: "You really know when to stand up!". Tom Foust ist sehr präsent in der Band-Dynamik. Er übernahm einige Solo-Parts und das Reden zwischen den Songs.

Auch Austin Brown, der Lead-Tenor, erfreute sich vieler Solo-Zeilen und stach besonders durch seine glockenklare Stimme hervor. Komplettiert wird die Band mit dem Harmony-Tenor Rob Lundquist, dem Bariton Adam Chance und der brillanten menschlichen Beatbox-Maschine: Adam Rupp. Die fünf überragenden Künstler glänzten nicht nur musikalisch, sie verfügen auch über ein gewisses Entertainment-Potenzial. Eine Überraschung des Abends war sicherlich der Versuch, mit allen Fabrik-Besuchern ein A-Cappella-Stück zu singen. Und das hörte sich sogar ganz gut an - eben ein wirklich tolles Publikum heute Abend.

Die Beatbox-Maschine

Ein weiteres Highlight des Abends war sicher die Performance und ganz eigene Interpretation des aktuellen Megahits "Old Town Road" von Lil Nas X feat. Billy Ray Cyrus. Entsprechend laut und enthusiastisch entließ das Publikum die Musiker danach in eine kurze Pause. Ausruhen wollten sich aber nur vier der fünf Bandmitglieder. Beatbox-Maschine und Ton-Jongleur Adam Rupp lieferte eine überragende kleine Solo-Einlage ab. Er sorgte mit nahezu unmenschlichen Tönen, die er mit vollem Körpereinsatz kreiert, für die größte Überraschung des Abends. Vocal Percussion, Oldschool Beatbox, Newschool Beatbox - Adam Rupp kann alles. Unfehlbar wie ein Metronom gab er der Band die Rhythmen vor und imitierte nicht nur Scratches und Drums, sondern mehrere Instrumente gleichzeitig - Weltklasse!

Mit John Denvers "Take Me Home, Country Roads" ging das Konzert weiter. Wie zu erwarten sang das Publikum auch hier fast jede Zeile mit. Als Abschluss gab es nochmal ein selbstgeschriebenes Stück auf die Ohren. "Love Me Like That" der eingängige Gute-Laune-Song, bildete das große Finale. Doch so leicht wollten die Fans die All-Vocal-Band nicht gehen lassen. Der nicht endende Applaus motivierte die fünf Männer zu einer Zugabe. Und diese Zugabe war keine andere als ein Cover des zeitlosen Megahits "Ring of Fire" von Johnny Cash. Um kurz nach zehn Uhr nimmt das Konzert ein Ende.

Home Free war von der ersten bis zur letzten Minute absolut präsent, energiegeladen und mit Leib und Seele dabei. Sie zeigten sich publikumsnah, bodenständig und humorvoll. Home Free ist purer Modern-Country, sie sind authentisch und Leben ihre Musik. Eine Band, die absolut Spaß macht und überrascht. Verständlich, warum so viele Menschen zum zweiten Mal live dabei sein wollten.

Weitere Termine der fast komplett ausverkauften Home Free Tournee stehen auch in unserem Terminkalender.

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