Kiefer Sutherland live in Köln mit Americana, Country und Rock

Kiefer Sutherland live in Köln

Am 9. Mai 2026 machte Kiefer Sutherland im Rahmen der Europa-Etappe seiner 2026er Tournee in Köln Station, um sein am 29. Mai 2026 erscheinendes viertes Album "Grey" vorzustellen.

Kiefer Sutherland bewegt sich in Köln souverän zwischen Rock, Americana und Country

Sein kompaktes, aber energiegeladenes Live-Set heizte der Live Music Hall ein, einem bekannten Fixpunkt der Kölner Musikszene. Das rund 1.200-köpfige Publikum erhielt einen direkten Einblick in das musikalische Talent des gefeierten Schauspielers, der sich zum Musiker gewandelt hat.

Das schlichte Bühnenbild – mit einem Hintergrund, auf den Äste gedruckt waren, und einer Vintage-Tischlampe neben dem Schlagzeug – schuf eine entspannte Atmosphäre, sodass der Fokus ganz auf der Musik liegen konnte.

Ein akustischer Auftakt von Colin Andrew

Der Abend begann mit dem irischen Sänger und Songschreiberr Colin Andrew, dessen folkige Darbietung warm, ausgefeilt und aufrichtig wirkte.

Eine Interpretation von Princes "Purple Rain" bildete den Höhepunkt seines Auftritts, weckte Erinnerungen an Princes eigenen Auftritt an diesem Veranstaltungsort im Jahr 1998 und riss das Publikum zu einem gemeinsamen Mitsingen mit.

Eine raue Stimme, begleitet von einer eingespielten Band

Anschließen präsentierte Kiefer Sutherland eine abwechslungsreiche Mischung aus Americana, Country und Rock. Begleitet von erfahrenen Musikern – einer soliden Rhythmusgruppe aus Bass und Schlagzeug, einem Leadgitarristen und einem weiteren Multi-Instrumentalisten, der zwischen Gitarre und Pedal Steel hin- und herwechselte – strahlte die Show Selbstbewusstsein aus und bewahrte sich dabei eine bodenständige, natürliche Atmosphäre.

Während des größten Teils des Auftritts spielte Kiefer Sutherland eine Telecaster-Gitarre und legte sie erst bei den letzten paar Songs beiseite. Der Soundmix war erstklassig: laut genug, um die von einem Rockkonzert erwartete Wucht zu vermitteln und doch ausgewogen genug, um den ganzen Abend über angenehm zu bleiben.

Die Rauheit in Sutherlands Stimme verlieh den Songs Gewicht und Persönlichkeit. Selbst bei den härtesten Riffs blieb sein Gesang klar und kraftvoll, sodass die Texte während des gesamten Sets gut verständlich blieben.

Eine Setlist ohne einen einzigen schwachen Moment

Kiefer Sutherland betrat pünktlich um 20:00 Uhr die Bühne und eröffnete den Abend mit dem energiegeladenen, rockigen "Down Below". Ohne lange zu zögern legte er direkt mit einer Interpretation von Garbages "Only Happy When It Rains" nach.

Nach einer kurzen Einleitung präsentierte er "Goodbye California", einen neuen Song aus dem kommenden Album, der sich nahtlos in Sutherlands gewohnten Stil einfügte.

Als Nächstes folgte "Something You Love", ein klarer Publikumsliebling, der das Publikum schnell zum Tanzen brachte. Ohne Zeit mit langen Pausen zu verschwenden, fuhr Sutherland mit "Come Back Down" fort, einem weiteren Vorgeschmack auf das kommende Album.

Das Set wechselte dann erneut in den Cover-Bereich mit einer temperamentvollen und kraftvollen Interpretation von "Can't You See" von The Marshall Tucker Band. Ohne Pause zählte Sutherland "1, 2, 3" an und legte mit "Ole Lonely Life" los.

Es folgte eine kurze Einführung zu einem weiteren neuen Song, "American Farmer", der zur Unterstützung unabhängiger Landwirte geschrieben wurde, die im Zeitalter der massiven kommerziellen Landwirtschaft ums Überleben kämpfen.

Später am Abend erhielt Ozzy Osbournes "See You on the Other Side" eine von Americana inspirierte Neuinterpretation, die sich nahtlos in das Set einfügte. "Love Will Bring You Home", ein weiterer neuer Titel, folgte, bevor "Two Stepping in Time" das Publikum erneut in Stimmung brachte.

Der Moment mit dem stärksten Country-Einschlag des Abends kam mit "This is How It's Done", der mehrere Zuschauer zum Mit tanzen animierte.

Gegen Ende wurde Kiefer Sutherland rockiger

"Down in a Hole" sorgte für eine Wendung hin zu schwerem Blues-Rock. Kiefer Sutherland legte seine Gitarre beiseite, während beide Gitarristen zu Gibsons wechselten und sich während des gesamten Songs ausgiebige Soli zuspielten.

Die gleiche Besetzung und der rockigere Sound setzten sich auch bei "Friday Night" fort. Der Hauptteil des Konzerts endete schließlich mit dem von Tex-Mex-Klängen geprägten "Agave".

Nach minutenlangem Applaus kehrte die Band für eine Zugabe zurück, die mit einem atmosphärischen, vom Progressive Rock inspirierten, ausgedehnten Gitarrenintro begann, bevor sie in eine neu interpretierte Version von Phil Collins’ "In the Air Tonight" überging. Es war eine überraschende und gewagte Wahl, die sich jedoch letztendlich sehr zu Sutherlands Gunsten auswirkte.

Der Abend endete mit einer erweiterten Version von "Starlight", die ein hochfliegendes Gitarrensolo im Arena-Rock-Stil enthielt, das dem überwiegend mittleren Alters angehörenden Publikum einen Ohrwurm für die Heimfahrt bescherte.

Mit nur 85 Minuten war das Konzert kompakt, aber unglaublich energiegeladen. Kiefer Sutherland und seine musikalisch starke Band lieferten eine gut durchdachte, authentische, bodenständige und äußerst dynamische Performance ohne einen einzigen langweiligen Moment – und hinterließen beim Publikum das untrügliche Gefühl, dass man sich eine baldige Rückkehr wünscht.

Das Kölner Konzert von Kiefer Sutherland war der Abschluss seiner Deutschland-Konzerte. Viele weitere Konzerte stehen in unseren Terminkalender.

vgw
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