The Texas Tenors - You Should Dream

CD Cover: The Texas Tenors - You Should Dream
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Redaktionswertung Bewertung: 2 Sterne = Geschmackssache
Userwertung

"You Should Dream" ist das zweite Album der ehemaligen "America’s Got Talent"-Teilnehmer John Hagen, Marcus Collins und JC Fisher. Amerikanische Castingshows entwickeln sich wahrhaftig zur Talentschmiede der Country Music. So schafften es die drei texanischen Tenöre Show in die Top Vier der Talentshow. Keine andere Gruppe schaffte es bisher so weit zu kommen. Ihr Debüt-Album "Country Roots - Classical Sounds" landete im Anschluss nach ganz oben in den Country Charts. Ob sich ihr zweites Werk ebenso erfolgreich verkauft, muss sich noch zeigen. Aber man kann auf jeden Fall festhalten, dass eingefleischte Texas Tenor-Fans nicht enttäuscht sein werden von der 13-Song starken Platte. Auch hier präsentieren die Texas Tenors ihren zuckersüßen, perfekt inszenierten Country-Pop.

Etwas ernst blicken John Hagen, Marcus Collins und JC Fisher vom CD-Cover. Dabei geht es mit der Ballade "What I Am Gonna Dream About" gleich hoffnungsvoll los. Das klassisch amerikanische Thema des Underdogs, der sich durchkämpft, haben die Drei stark verinnerlicht, wie fast jeder Songtext auf dem Silberling beweist. Was vielleicht inhaltlich nicht ganz anspruchsvoll ist, wertet die Gruppe durch ihre stimmliche Leistung auf: Ihre Vocals harmonieren perfekt. Das beweisen die Amerikaner auch mit dem zweiten Lied "The Climb". Sie wissen, wie sie sich richtig in Szene setzen. Hilfe erhielten sie dabei von Produzenten Nigel Wright, der schon für einen Oscar® und einen Grammy® nominiert war. Unter anderem produzierte er die Titelmusik von "Evita" und Paul Potts - der bekanntlich auch seinen Ruhm einer Castingshow verdankt. Die Texaner haben sich also tatkräftige Unterstützung bei der Produktion mit ins Boot geholt.

Das hört man auch. Es sitzt alles. Auch bei dem patriotischen dritten Track der CD "God Bless The U.S.A.". Der Song bringt alles mit, was der Titel bereits erahnen lässt: Pathos und ein opulentes Arrangement mit Klavier, Pauken und Trompeten. Songschreiber und Urheber des Lieds Lee Greenwood wird es freuen. Darauf folgt eine Interpretation des Stones-Klassikers "Wild Horses". Ob sich Mick Jagger und Keith Richards auch über diese Version freuen, ist etwas fraglicher. Eins ist jedenfalls sicher, das Cover hat nicht viel gemein mit dem Original. Bei den Texas Tenors geht es wesentlich bedächtiger und glatter zu als bei den Stones. Mick Jagger mag nicht der beste Sänger sein, aber was Authenzität angeht, hat er den Texas Tenors etwas voraus.

Erst beim sechsten Song wird es ein wenig flotter. Die Interpretation Country-Klassiker "Rocky Top" ist schneller getaktet und hält eine Fiddle für den Hörer parat, ebenso wie eine Akustikgitarre. Nach fünf sehr ruhigen Liedern, ist das recht erfrischend. Hier halten sich die Tenöre auch stärker an die Originalversion der Osborne Brothers.

Danach wird es aber gleich wieder gefühlvoll mit "Bless The Broken Road". Pop-Sänger Marcus Collins dominiert den Song, was wohl auch den poppigen Anstrich erklärt. Jeder Texas Tenor erhält auf dem Album die Gelegenheit seine Stärken vorzuführen. So übernimmt Country-Sänger JC Fisher bei "Rocky Top" die Führung, während John Hagen im achten Song "Unchained Melody" zeigt, dass er seine Karriere als Opernsänger begann. Daher hält der Song auch einige Elemente einer Arie bereit. Das kommt ebenso beim Sinatra-Cover "My Way" durch. Beim Arrangement heißt es auch hier: Klotzen, nicht kleckern. Und auch bei den italienischen Klassikern "Vincero Perdero" und "Nessun Dorma" kommen die Country-Fans mit Opern-Faible auf ihre Kosten. Der A Capella-Song und Bonustrack "Oh Shenandoah" bildet dann den imposanten Abschluss der Platte. Stimmlich ist das wieder gelungen, aber der Song überrascht einen nicht wirklich.

"You Should Dream" ist gut produziert und die drei Sänger haben ein paar tolle Harmonien zu Stande gebracht. Dabei bringt jeder seinen individuellen Stil auf der CD unter, was etwas Abwechslung bietet. Allerdings wiederholen sich die Songs sehr stark. Es gibt wenige echte Überraschungen auf der Platte. Wer aber die Musik der drei Texaner mag, der mag auch das zweite Album von ihnen. Dennoch ist der pappsüße Country-Pop der Drei nicht für jedermann geeignet.

Fazit: Die Texas Tenors servieren reinsten Country-Pop garniert mit einer Portion amerikanischen Pathos. Vieles ist musikalisch gelungen, aber man langweilt sich schnell.

Label: Eigenvertrieb (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 10. Dezember 2013

  • Titelliste

01 What Am I Gonna Dream About 08 Unchained Melody
02 The Climb 09 My Way
03 God Bless The U.S.A. 10 Vincero Perdero
04 You Should Dream 11 Nessun Dorma
05 Wild Horses 12 Somewhere
06 Rocky Top 13 Oh Shenandoah (Bonustrack)
07 Bless the Broken Road


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