CD Cover: The JaneDear Girls - The JaneDear Girls
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Redaktionswertung Bewertung: 3 Sterne = OK
Userwertung

Was Neues aus Nashville: The JaneDear Girls. Auf dem Cover zu sehen: eine Pin-Up-Rockabilly-Version von Kate Perry (schwarze Ponyfrisur!) und ein niedliches Everybody's-Darling-Mädel mit blonder Mähne und treuherzigem Blick. Weder heißt die eine Jane noch die andere Dear. Es ist ein Bandname - und dabei auch nur zweite Wahl. Denn ursprünglich wollten sich die aus Utah stammende Fiddle-Virtuosin Susie Brown und die aus Amarillo, Texas, stammende Danelle Leverett JaneDeere nennen - doch da hatten angeblich die Rechtsanwälte des ähnlich klingenden Traktorenherstellers John Deere etwas dagegen. So weit, so originell...

Leider verwendet das aufwändig gestylte Duo weniger viel Kreativität und Phantasie für ihre Musik. Ihre Songs - allesamt mehr oder weniger Eigengewächse - klingen höchst vertraut. Kurz: der typische, angesagte Nashville-Sound. Das ist nicht nur Schade. Das ist auch enttäuschend. Denn mit John Rich steht Blondie & Vamp ein für seine Einfälle berühmter Produzent zur Seite. Mit dieser Produktion mag ihm in den USA ja vielleicht ein kommerzieller Wurf gelingen - eine künstlerisch nennenswerte Leistung allerdings nicht.

Über den Sound der CD muss man nicht groß referieren: Die Studio-Mannschaft um Drummer Shannon Forrest, Bassist Glenn Worf und Gitarrist Adam Schoenfeld knüpft einen strammen, dicht gewobenen, druckvoll rockigen Klangteppich, auf dem es sich die zwei Stimmen gemütlich machen. Keine Frage, stimmlich gibt es nicht viel auszusetzen. Sie klingen modern, sexy und - wie bei der hübschen Ballade "Saturday in September" belegt - harmonieren und ergänzen sie sich prima.

Ihre stärksten Momente haben The JaneDear Girls ohnehin, wenn sie das Tempo drosseln und etwas mehr Gefühl und Harmonie zulassen. Wie zum Beispiel auch in dem Titel "Sing Along". Hier erinnern sie an eine aufgepeppte Version des 90er Jahre Mainstream-Trios Wilson Phillips: moderat rockig, starke, ins Ohr gehende Melodien, schöner Refrain. Gleiches gilt auch für das im gemütlichen 2/4-Takt gehaltene "Lucky You". Am Schönsten fällt das Ergebnis der ungleichen zwei bei "Never Gonna Let You Go" aus - eine Ballade, bei der sich die beiden singenden Models (das Zeug dazu hätten sie allemal) die harmonischen Finessen von Marcus Hummon als Co-Autor sicherten.

Das ist der Stoff, aus dem Hits gewoben sind. Nur, so fragt sich der geneigte Leser: Wo bleibt bei dem Ganzen Country? Nun, ab und an mogelt sich mal eine schüchterne Blues-Harp oder eine lustige Fiddel ein. Also: Hier und da ein bisschen genretypisches Instrumentarium, mehr nicht, das wars. Dennoch offenbar genug, um von der Academy of Country Music Awards im Januar 2011 als "Top New Vocal Duo" nominiert zu werden.

Fazit: Wenig Country, viel Pop und noch mehr Schminke - The JaneDear Girls gelten dennoch in Nashville als die heisseten Feger der Saison. Ganz klar: das Auge hört mit ...

Label: Reprise (in Deutschland nicht erschienen) VÖ: 1. Februar 2011

  • Titelliste CD


01 Play Wildflower 07 Lucky You
02 Shotgun Girl 08 Pretender
03 Merry Go Round 09 Never Gonna Let You Go
04 Sugar 10 Free Ride
05 Saturdays in September 11 Every Day's A Holiday
06 Sing Along 12


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