Kelsey Waldon bietet ein Abend voller persönlicher Geschichten, geprägt von traditionellen Wurzeln
Ihre Musik mag von der Vergangenheit Nashvilles geprägt sein, aber die Geschichten, die sie erzählt, sind fest in der Gegenwart verwurzelt. Mit Themen wie persönlichem Wachstum, familiären Bindungen, Nüchternheit und Erwachsenenleben strahlen Waldons Songs eine stille Kraft aus, unterstrichen von einem Gefühl von bodenständigem Feminismus und schnörkelloser Politik. Sie hat ihre Karriere beharrlich aufgebaut, ohne jemals von der "echten" Country Music abzuweichen, unabhängig von den Trends der Branche – ein Engagement, das
Wie der verstorbene John Prine einmal sagte: "Ihre Stimme ist eine der authentischsten Country-Stimmen, die ich seit langem gehört habe" und diese Authentizität kam den ganzen Abend über voll zur Geltung.
Domino Lewis reiste aus Paris an, um den Abend zu eröffnen
Der Abend begann mit einem akustischen Solo-Auftritt der in Paris lebenden Sängerin und Songschreiberin Domino Lewis.
Lewis verband Folk- und Country-Einflüsse mit modernem Songwriting und lieferte eine prägnante 20-minütige Performance, die ihre klare, ausdrucksstarke Stimme hervorhob. Songs wie "Gypsy Song", "The Fool", "I Used To" und "Baby" sorgten für eine nachdenkliche Stimmung und erwiesen sich als passender Auftakt für einen Abend, der von Ehrlichkeit und Geschichtenerzählen geprägt war.
Kelsey Waldon präsentiert die Songs ihres Albums "Every Ghost"
Kelsey Waldon eröffnete ihr Set mit dem Titelsong ihres 2025 erschienenen Albums "Every Ghost", begleitet von einer eingespielten fünfköpfigen Band, zu der auch eine Geige und eine Lap-Steel-Gitarre gehörten. Der kleine Konzertsaal – ohne Graben zwischen Bühne und Publikum – brachte die Zuhörer den Künstlern bemerkenswert nahe und verstärkte die intime, fast schon gesprächige Atmosphäre der Show. Leider waren nur eine Handvoll Leute da, vielleicht 60, was nicht einmal die Hälfte des Yard Clubs ausfüllte.
In der Mitte ihres Sets stellte Kelsey Waldon ihre Bandmitglieder vor und hielt zwischen den Songs inne, um persönliche Geschichten zu erzählen. Ihr starker Kentucky-Akzent, der zwar sehr charakteristisch ist, machte es jedoch schwieriger, einige Songtexte und Anekdoten zu verstehen, obwohl die emotionale Absicht immer deutlich wurde.
Inspiriert von ihrer Kindheit, in der sie mit Bluegrass in Berührung kam, verwöhnte Kelsey Waldon das Publikum mit einem mitreißenden, ausgedehnten Fiddle-Intro zu Ricky Scaggs' "Uncle Pen", das nahtlos in "Sweet Little Girl" überging. Leichtere Momente unterbrachen das Set, darunter "Comanche", eine liebevolle Hommage an ihren treuen Jeep von 1988, und "Let It Lies", eine ehrliche Reflexion über die Freuden und Frustrationen des Lebens in einer Tournee-Band.
Weitere Höhepunkte des Sets waren "Tiger Lillies", "Falling Down", "All By Myself" und "Rambling Woman". Jeder Song unterstrich Waldons Fähigkeit, Härte und Verletzlichkeit in Einklang zu bringen, indem sie klassische Honky-Tonk-Rauheit mit einer Outlaw-Attitüde kombinierte, die an die 1970er Jahre erinnert.
Die Songs aus "Every Ghost" ließen das Konzert wie einen vollständigen, ungefilterten "Blick in den Spiegel" wirken – genau wie Kelsey Waldon das Album beschrieben hat – und wurden durch eine sorgfältige Auswahl aus ihrem Backkatalog abgerundet.
Kelsey Waldon lieferte ein Konzert ab, das gar nicht so schlecht war, aber irgendwie von einer "Atem anhalten, ernst bleiben und singen"-Stimmung überschattet wurde. Sie gibt noch zwei weitere Konzerte in Zürich im Rahmen des Albisguetli-Festivals. Diese Termine sowie die Konzerttermine vieler anderer Künstler stehen auch in unserem Terminkalender.










