Matt Andersen kommt mit seiner "The Hammer & The Rose"-Tournee nach Köln
Country Music ist kein einheitlicher Stil und war es auch nie, sondern eine Mischung aus vielen Traditionen. Von Anfang an verband sie verschiedene musikalische Wurzeln, um eine komplexe amerikanische Geschichte zu erzählen. Blues und Country wuchsen eng zusammen und wurden durch das Zusammenspiel europäischer und afrikanischer Musiktraditionen geprägt. Die Grenzen zwischen ihnen waren historisch gesehen verschwommen und wurden eher durch Marketing und Rassentrennung als durch unterschiedliche Musikstile definiert.
Sowohl der frühe Blues als auch die frühe Country Music stützten sich auf akustische Saiteninstrumente und beschäftigten sich mit ähnlichen Themen der Arbeiterklasse wie Liebe, Not und Alltag. Künstler wie Hank Williams beispielsweise ließen sich stark von schwarzen Blues- und Jazzmusikern inspirieren und waren Vorreiter des Honky-Tonk-Stils, der deutliche Blues-Einflüsse aufweist. Diese gegenseitige Befruchtung setzt sich bis heute fort, mit Künstlern, die Country, Classic Rock und Southern Soul/Blues miteinander verbinden.
Matt Andersen ist ein kanadischer Bluesgitarrist, Sänger und Songschreiber aus New Brunswick. Andersen wurde 2014 für den Juno Award nominiert.
Seine musikalische Karriere begann 2002 mit der Band Flat Top aus New Brunswick. Andersen hat bisher 17 Alben veröffentlicht. Er trat nicht nur als Headliner bei großen Festivals, in Clubs und Theatern in ganz Nordamerika, Europa und Australien auf, sondern stand auch mit Bo Diddley, Buddy Guy, Greg Allman, der Tedeschi Trucks Band, Randy Bachman, Little Feat, Jonny Lang, Serena Ryder und vielen anderen auf der Bühne und tourte mit ihnen.
Matt Andersen gilt aufgrund seiner beeindruckenden Bühnenpräsenz, seiner mitreißenden Stimme und seines meisterhaften Gitarrenspiels als einer der gefeierten Live-Künstler Kanadas. Sein neuestes Album, "The Hammer & The Rose", präsentiert eine reichhaltige Mischung aus zarter Folk-Musik und mitreißendem Soul, die die bedeutungsvollsten Momente des Lebens reflektiert. Doch bevor due Gäste seines Konzertes in Köln in den Genuss dieses Ausnahmekünstlers kamen, zeigte Terra Lightfoot wie viele verborgene Talente das Land der Ahornblätter zu bieten hat.
Terra Lightfoot eröffnet mit einer Reihe von Roots-Rock-Songs
Terra Lightfoot, geboren im August 1986, ist eine kanadische Musikerin aus Hamilton, Ontario, die fünf Alben veröffentlicht hat. Sie tritt im Folk- und Roots-Rock-Stil auf, der für seinen kraftvollen Gesang und seine E-Gitarren-Riffs bekannt ist. In den frühen 2010er Jahren war Lightfoot Mitglied der Dinner Belles, einer Gruppe von Country-Folk-Musikern aus Hamilton, Ontario. Lightfoot wurde 2018 für den Juno Award in der Kategorie Adult Alternative Album des Jahres nominiert.
Lightfoot ist auf Tournee, um ihr frisch erschienenes Album "Home Front” zu promoten. Das Publikum wurde mit einem atemberaubenden Eröffnungsset von Terra Lightfoot verwöhnt, die die Menge 30 Minuten lang allein auf der Bühne mit ihrer kraftvollen Stimme und einer Telecaster-Gitarre begeisterte. Highlights waren unter anderem "Someone Else's Feelings", "Stars Over Dakota” und "Crossborder Lovers".
Terra Lightfoot ist im Grunde eine Roots-Rockerin, aber ihr letztes Album, das in ihrem Wohnzimmer in der kanadischen Provinz aufgenommen wurde, ist eher ruhig gehalten. Lightfoot trugt rote Kleidung und eine weiße Gitarre – es gibt keinen besseren Weg, um zu zeigen, dass sie aus Kanada kommt.
Ein gefühlvoller Akustikabend für einen Raum voller Menschen
An diesem kühlen Sonntagabend, kurz nach dem Vorprogramm, betrat dann Matt Andersen die Bühne und seine ersten Worte waren: "Es ist kalt da draußen, es fühlt sich an wie in Kanada".
Matt Andersen bewies, dass weniger mehr ist. Mit nur einer Akustikgitarre und seiner dröhnenden Stimme, die nicht viel Verstärkung benötigt, begeisterte der kanadische Sänger-Songschreiber das Publikum im Gebäude 9.
Auf seiner Tournee durch Europa zur Unterstützung seines neuesten Albums "The Hammer & The Rose" bewegte Andersen die Seelen – mit seiner kraftvollen Stimme. Die Setliste umfasste sein gesamtes Repertoire. Man muss Matt Andersen live sehen, um ihn voll und ganz schätzen zu können, denn sein Akustikgitarrenspiel ist atemberaubend, ganz zu schweigen von seiner Stimme.
Matt Andersen wechselt mühelos von einem schnellen Country-Shuffle zu einem sanften, langsamen Blues
Andersen präsentiert einen Auftritt, der dank seines trockenen Humors zwischen den Songs und der Energie, mit der er jeden Titel performt, niemals melancholisch wird. Es ist nicht einfach, eine Solo-Show musikalisch interessant zu gestalten, wenn man nur eine Akustikgitarre zur Verfügung hat, aber Andersen fällt das leicht. Er wechselt mühelos von einem schnellen Country-Shuffle zu einem sanften, langsamen Blues; sein blitzschnelles Fingerspiel im ersten Stück ist mehr als beeindruckend, während ein Ausschnitt aus der Melodie des Pink Panther-Themas, den er in das zweite Stück einfließen lässt, das Publikum zum Schmunzeln bringt.
Tatsächlich wechselt er den ganzen Abend über geschmeidig zwischen den Tonlagen, verschmilzt und verändert seine Stimme von hohen Tönen zu tiefen, rauen Klängen, während er das warme, gefühlvolle Timbre beibehält, das sein Markenzeichen ist. Er rockt den bluesigen, slide-lastigen Song "I Play the Fool for You".
Die Gitarre klingt klar und warm, der Gesang hell und voll, und glücklicherweise hat er heute Abend noch viel mehr zu bieten. "Home Sweet Home", "Counting Quarters", "The Hammer & The Rose", "Round and Round", "What Would Your Mama Say" und die Liste geht weiter.
Es war eine äußerst bewegende Show, die Matt Andersen bot. Gespickt mit großartigem Humor und musikalischem Können, aber aufgebaut auf einer Grundlage großartiger Songs, die mit dieser besonderen, atemberaubenden Stimme vorgetragen wurden. Es ist einer dieser Abende, die einem wirklich die unglaubliche Kraft großartiger Live-Musik vor Augen führen.
Matt Andersen und Terra Lightfoot spielen am heutigen Montag noch in Berlin in der Passionskirche und am morgigen Dienstag in der Fabrik in Hamburg. Termine vieler anderer Künstler stehen in unserem Terminkalender.










