Das große Dinge auf die Musikfirma EMI zukommen hatte jeder geahnt, doch die Meldung schlug am Wochenende ein wie eine Bombe: Guy Hands, Chef der Beteiligungsfirma Terra Firma Investments (hat im August 2007 für 3,2 Mrd. Pfund (4,2 Mrd. Euro) die EMI gekauft), plant bei dem britischen Musikkonzern bis zu 2.000 Arbeitsplätze abzubauen - das wäre jeder dritte Mitarbeiter.

Was die Sparmaßnahmen angeht, sieht der Investmentbanker Hands ein reichliches Betätigungsfeld. über die Hälfte des Geschäfts würde von nur 200 der unter Vertrag gehaltenen 14.000 Künstler gemacht. EMI gibt 70 Millionen Pfund im Jahr für Künstler aus, die wahrscheinlich nie Geld für den Konzern verdienen würden. über 30 Prozent haben nie ein Album produziert.  EMI kostet es jährlich 25 Millionen Pfund, nicht verkaufte CDs wieder einzustampfen. Nur sechs Prozent der 4.500 Mitarbeiter im Musikbereich von EMI seien mit der Suche nach neuen Talenten befasst. Diese Abteilung (A&R) will der Sanierer ausbauen. Gleichzeitig sollen die Verträge mit Tausenden der insgesamt 14.000 Musiker beendet werden.

Im Countrybereich gehört das Label Capitol Nashville zur EMI-Gruppe. Hier stehen Keith Urban, Kenny Rogers, Trace Adkins, Dierks Bentley, Chris Cagle, Eric Church, Luke Bryan, Asley Ray, Brandon Kinney, Cyndi Thomson, Darius Rucker, Emily West und The Jenkins unter Vertrag.

Der Manager von EMI-Star Robbie Williams, Tim Clark, drohte im Vorfeld damit, Williams werde aus Protest gegen die Entlassungen und Kürzungen die Vermarktung seines nächsten Albums zurückhalten. Allerdings hat Williams schon bei anderen Gelegenheiten - unabhängig von den EMI-Plänen - verkündet er wolle jetzt erst einmal Pause machen. Clark will gemeinsam mit anderen Künstlern eine Protestgruppe organisieren. Bei EMI sind im Pop-Bereich neben Robbie Williams auch Coldplay und Norah Jones unter Vertrag.

Das Musikgeschäft mit alten Alben, das die höchste Rendite bring, sowie die Publishingen Firma EMI/April will Hands in Ruhe lassen und nur kleinere Veränderungen vornehmen.


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