Er war ein Rebell, Country-Sänger und ist eine deutsche Leichtathletik-Legende: Martin Lauer feiert am Dienstag seinen 70. Geburtstag.
Eine große Geburtstagsfeier wird Lauer nicht feiern, „da den meisten nach den Feiertagen mit all den Gänsen sowieso nicht mehr zum großen Festen zumute ist.“ Viele Leute einzuladen, ist nicht das Ding des Martin Lauers, denn da hat man „nur zwei Sekunden Zeit mit jedem zu reden.“

Der Ex-Weltrekordler über 110 Meter Hürden (13,2 Sek.), Zehnkämpfer und Staffel-Olympiasieger von 1960 ist heute ein Weltenbummler. Auf einer Reise durch Chile machte der heutige Großvater Lauer eine schlechte Erfahrung, als er ausgeraubt wurde. Der Diplomingenieur musste mit 24 Jahren nach einer Blutvergiftung am Fuß und einer verpfuschten Knieoperation seine Laufbahn beenden. Zahlreiche Fehler der behandelnden ärzte spitzten die ganze Situation dramatisch zu. Eine Amputation des Beines wurde gar erwägt, doch ein verzweifelter Martin Lauer wehrte sich dagegen. Er wollte lieber sterben, als dass man ihm das Bein abnimmt. Das Schicksal kannte kein Erbarmen mit dem gebürtigen Kölner in diesen Tagen.

Auch finanziell wurde die Situation prekär. Er musste seine Behandlungen und sein Studium finanzieren. Der „Musikus“, der sowohl Akkordeon, Saxophon als auch Gitarre beherrscht, begann noch im Krankenhaus seine ersten Lieder zu schreiben. Zahlreiche bekannte Songs („Sacramento“; „Die letzte Rose der Prärie“; „Taxi nach Texas“) nahm er auf und verkaufte damit über sechs Millionen Platten. „Gutes Geld“ hat er damit verdient, welches aber auch gebraucht wurde. Prozesse gegen die Versicherung des Krankenhauses verschlungen eine Summe, die größer war, als der „Preis eines normalen Hauses.“ Erschöpft an „Geld, Nerven und Kraft“ hatte er am Ende einem Vergleich zugestimmt.

Seine größten Erfolge gibt es auf der CD "Taxi nach Texas".


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