Musikindustrie will Apple zwingen, iTunes-Preise zu erhöhen
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von CMN Hamburg
CMN Hamburg
Zweieinhalb Jahre, nachdem Apple-Chef Steve Jobs der Musikindustrie den Weg in den Online-Vertrieb gewiesen hat, versuchen einige Major Labels eine kräftige Preiserhöhung zu erzwingen. Wie die "New York Times" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf Manager aus der Branche berichtet, wollen zwei der vier großen Musikkonzerne die Preise für aktuelle Hits im Download Shop iTunes von 99 Cent auf USD 1,49 anheben, während Oldies günstiger werden.
Vertreter der Musik-Branche, die den Plan ablehnen, erklärten gegenüber der Zeitung, dass eine solche Preiserhöhung gefährlich sei und die Kunden zurück auf die P2P-Plattformen treiben könne. "Ich denke, dafür ist es noch nicht an der Zeit", sagte Jimmy Iovine, Chef der größten Universal-Sparte Interscope Records dem Blatt. "Wir müssen zuerst viel mehr Leute dazu bewegen, Musik online zu kaufen. Dafür sei es nicht sinnvoll, die Preise zu erhöhen."
Bereits zum Start von iTunes Japan auf dem weltweit zweitgrößten Musikmarkt, war keine Einigung zwischen Apple und Sony BMG Music Entertainment sowie der Warner Music Group mehr möglich. Künstler wie Avril Lavigne, Beyoncé und Rob Thomas fehlen deswegen in dem Katalog der Download-Plattform, weil die Labels die Lizenzierung verweigerten. Das gibt laut Insiderinformationen einen Ausblick auf die Konflikte, die Anfang nächsten Jahres bei den anstehenden Neuverhandlungen für den US-Markt zu erwarten sind.
Apple deckt ca. 75 Prozent des Marktes für legale Musik-Downloads ab und hält ungefähr 80 Prozent der Anteile am Weltmarkt für Music Player. Das weckt den Neid der Plattenbosse, die nach einer kurzen Belebung im letzten Jahr weiter mit Rückgängen zu kämpfen haben. Bei einem Preis von 99 Cents pro Musikdatei beträgt der Anteil der Musikindustrie (inkl. der Künstler) ca. 70 Cent.
In einem Konfrontationskurs mit Apple sind sich die vier Majors jedoch nicht mehr einig: Das weltgrößte Label Universal Music Group, das zum Vivendi Universal-Konzern gehört, scheint eine Preiserhöhung abzulehnen. Auch die britische EMI Group scheint keinen Konflikt zu wollen, so das Blatt weiter.