Devin Dawson besucht zum ersten Mal Hamburg


Devin Dawson live in Hamburg

Kurioses Konzert von Devin Dawson.

Heiß, heißer, Hamburg. Am Samstag, den 26. Mai 2018 schwitzt die Hansestadt aus jeder Pore. Selbst bei Beginn des von CountryMusicNews.de präsentierten Konzerts im Nochtspeicher um 19:30 sind es noch 26 Grad in den immer länger werdenden Schatten. Im Club ist es nicht wirklich kühler. Und Devin Dawson machte es an diesem Abend noch heißer. Obwohl der Nochtspeicher zwischen 100 und 150 Personen aufnehmen kann, sind an diesem Abend höchstens 60 Leute anwesend und wollen den US-Amerikaner live sehen. Vielleicht war gerade das der Grund, warum Devin Dawson letztendlich die Show ablegte, die man dann zu sehen bekam. Und der Auftritt war mit Abstand der Verrückteste seit langer Zeit.

Devin Dawson ist ein richtiges Greenhorn. Der 29-Jährige debütiert gerade mit seinem ersten Album "Dark Horse". Da dieses in den USA zurzeit richtig steil geht und Warner Music auch in Europa einen Erfolg des Countrysängers wittert, darf er mit seinem Debütalbum direkt auf Europatour. Völlig wahnsinnig, wie der Sänger selbst zugibt. Zusammen mit den wenigen Gästen ist die Unbedarftheit des Newcomers wohl der Hauptgrund für diesen unvergesslichen Abend.

Support Robert Horace legt die Latte hoch

Bevor Devin Dawson die Bühne betrat, sorgte erst einmal Support Robert Horace für einige Kuriositäten. Man kann den jungen Sänger durchaus als Entertainer bezeichnen, denn Horace brachte weit mehr auf die Bühne, als seine Songs. Er erzählte sehr private Dinge, scherzte und plauderte mit dem Publikum. Und damit sind wirkliche Unterhaltungen gemeint. Kein übliches Geplauder. Allein sein Auftritt dauerte knapp 40 Minuten.

Dabei lief bei seinen Liedern längst nicht alles perfekt. So mancher Ton mochte nicht ganz passen und auch die verschiedenen Soli kamen Horace nicht so flüssig aus den Händen. Die smarte Art des Berliners machte die kleinen Fehler aber mehr als wett. Insgesamt muss man sagen, dass der Auftritt von Robert Horace wohl zu den besten Supportacts gehörte, die man sich vorstellen kann.

Devin Dawson ist mit Leidenschaft am Werk

Klar, als Newcomer hat man noch nicht viele Lieder im Repertoire. Deshalb war vorher schon klar, dass es kein "Best Of" geben kann. Devin Dawson spielte an diesem Abend sämtliche Lieder seines Albums "Dark Horse", darunter auch seine Singles "All On Me" und "Asking for a Friend". Sogar einen Song, den er – laut eigener Aussage – nur für Soundchecks spielt, gab er zum Besten. "Any Day" gibt es nirgendwo zu kaufen.

Alle Stücke präsentierte Dawson mit maximaler Leidenschaft. Seine Musik wird von seiner Plattenfirma als Mischung aus Country Music, Soul, Hip-Hop und Rock bezeichnet. Als er mit seinen beiden Bandmitgliedern die Bühne betritt, fragte sich der ein oder andere, wie jemand ohne Schlagzeug und nur mit einer E-Gitarre rocken soll. Wie sich herausstellte, geht das. Devin Dawson machte es an dem Abend vor!

Kuriositäten am laufenden Band

Das Außergewöhnliche waren aber ganz andere Dinge. Durch die geringe Anzahl an Gästen angespornt, ließ Devin Dawson seiner Lust an diesem Abend freien Lauf. Nach zwei Liedern schmiss der Sänger zunächst seine Setlist über Bord und spielte einfach, wie es ihm gefiel. Das allein ist schon ungewöhnlich. Aber das war erst der Anfang. Wie sein Support plauderte auch Dawson mehr als einmal aus dem Nähkästchen und machte das Konzert so zu einem sehr intimen Ereignis.

Wirklich kurios wurde es aber an anderen Stellen. Ob verschüttetes Bier, verlorenes Plektron oder verstimmte Gitarrenseiten, die während eines Songs neu gestimmt wurden, waren sämtliche Patzer dabei, die man sich als Künstler wohl im schlimmsten Albtraum nicht vorstellen will. An der Spitze der Kuriositäten stand an diesem Abend aber sicherlich die kurze Pipi-Pause, die Dawson während des Konzerts einlegen musste. Das deutsche Bier schmeckte dem Kalifornier wohl zu gut. Das alles machte das Konzert aber nicht etwa zunichte, sondern sorgte für einen unvergesslich sympathischen Abend, von dem die Fans wohl noch lange erzählen werden.

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