CMA Songwriters Series in Berlin

2017 kam die CMA Songwriters Series erstmalig nach Deutschland und begeisterte in Berlin.

Lange mussten Country-Fans in Deutschland auf die CMA Songwriters Series warten und dabei gab es schon diverse Anläufe die Konzertreihe nach Good Ole Germany zu bringen. Mal scheiterte es an der Dickköpfigkeit des Herausgebers eines Print-Magazins mal wollte man die Songschreiber nicht zusammen mit Tracy Lawrence auftreten lassen. Aber nach dem Motto " Was lange währt, wird endlich gut" gastierte die CMA Songwriters Series mit ihren fünf Songschreibern gestern in Berlin.

Ort für das von CountryMusicNews.de präsentierte Konzert war das Columbia Theater in Berlin. Die Sitzplätze waren bis auf den einen oder anderen Einzelplatz gefüllt. Nur hinten, bei den Stehplätzen, war noch Luft für ein paar mehr Besucher. Pünktlich und ohne viel Schnickschnack betraten Brandy Clark, Marcus & Levi Hummon, Angaleena Presley und Michael Tyler die Bühne und Brandy Clark eröffnete nach einem kurzen "Hallo" den musikalischen Abend.

Runde um Runde steigt die Stimmung bei der CMA Songwriters Series

Die erste Runde beinhaltete die Vorstellung der einzelnen Teilnehmer. Brandy Clark übernahm die Rolle der Conférencière und stellte die illustre Truppe vor. Etwas irritierend war, dass sie die Erfolge von Angaleena Presley und Michael Tyler vom Blatt ablesen musste und das, obwohl das Quintett schon Konzerte in anderen Städten gegeben hat. Vielleicht stimmte auch die zwischenmenschliche Harmonie nicht perfekt, denn Angaleena Presley wirkte außerhalb ihrer Darbietungen eher gelangweilt oder desinteressiert. Auch bei Michael Tyler hatte man das Gefühl, dass er sich nicht der Gruppe zugehörig fühlte.

Während die zweite Runde relativ ereignislos blieb, wurden in der dritten Runde die Anekdoten ausgepackt. Brandy Clarke erzählte die Entstehungsgeschichte ihres Songs "Stripes, zu dem sie Landfriedensbruch begehen musste. Marcus Hummon erzählte, wie er sehnsüchtig darauf wartete zu hören, ob die Dixie Chicks "Cowboy Take Me Away" aufnehmen und Levi Hummon erzählte, wie er als kleiner Steppke nackt in den Brunnen vor dem Nashville-Gebäude der BMI geplanscht hat.

Buhrufe für Marcus Hummon

Die einzigen Buhrufe des Abends erntete Marcus Hummon als er erzählte, dass er bereits einmal in Deutschland war, aber ausschließlich Bayern besuchte. Das gefiel dem Publikum, das aus der gesamten Bundesrepublik angereist war, offensichtlich gar nicht und quittierte dies mit Buhrufen. Daraufhin korrigierte Hummon sich und sagte, dass er in Berlin gewesen sei. Dafür wurde er mit Gelächter und Applaus bedacht.

Ansonsten war Marcus Hummon aus Songschreiber Sicht das Highlight des Abends. Ein echter Songschreiber, der für die Großen wie Tim McGraw und Dixie Chicks Hits geschrieben hat. Als echter Songschreiber muss man auch kein begnadeter Sänger sein und so wurde er oft von seinem Sohn Levi und vom Publikum unterstützt. Was der Stimmung keinen Abbruch tat, eher im Gegenteil.

Die bissigsten Lieder des Abends hatten ohne Frage die beiden Frauen Angaleena Presley und Brandy Clark im Gepäck. Zusammengehörigkeitsgefühl kam am Ende auf. Als Michael Tyler sein Lied "Somewhere On A Beach", das von Dierks Bentley aufgenommen wurde, sang, stimmten die anderen Teilnehmer kurz mit ein. Als Ehrung für den kürzlich verstorbenen Sänger Tom Petty boten die männlichen Sänger "Free Fallin'" zum Abschluss dar.

Am Ende des Abends kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Auftakt der CMA Songwriters Series in Deutschland gelungen war. Gute Songs, nette Anekdoten und ein Publikum, dass den Songschreibern förmlich an den Lippen hing. Unseretwegen kann die nächste CMA Songwriters Series gerne kommen.


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