Brantley Gilbert

Am 12. November 2015 startete in zweite, von CountryMusicNews.de präsentierte, Deutschland-Tournee von Brantley Gilbert. Dieses Mal hatte der Southern-Rocker sich die Hamburger Fabrik in der Barnerstraße als Auftaktsort ausgesucht. Der mit etwas über 300 Besuchern eher übersichtlich gefüllte Club war zugleich auch die größte Location seiner drei Konzerte Tournee.

Überpünktlich ging um drei Minuten vor 21:00 Uhr das Licht aus und die drei Jungs von Radio Haze betraten die Bühne. Gleich mit ihren ersten Worten machten Phil Janoske, Robert Hofmann und Michael Hofmann klar, um was es an diesem Abend ging: Rock 'n' Roll. Die Münchener Rock-Band stellte rund eine halbe Stunde lang ihre eigenen Songs vor und hat gekonnt das Publikum auf die Musik von Brantley Gilbert eingeheizt.

Nach einer Umbaupause trat auf die Bühne und stimmt mit "Kick It in the Sticks" das Publikum darauf ein, was es an diesem Abend zu erwarten hatte. Jeder, der gedacht hatte es geht um Lagerfeuer-Romantik oder dass er einen Kaffeeklatsch mit seinem Konzert-Nachbarn führen konnte, war sofort klar, dass wird nix.

Nach dem Stück "Hell on Wheels" gibt Brantley Gilbert den Song "My Kinda Party", den er geschrieben hat und den Jason Aldean 2010 zum Erfolg führte, zum Besten. Der Song stieg bis auf Platz 2 der Billboard Hot Country Songs Charts.

Die Setlist des Konzertes spiegelt die Erfolge von Brantley Gilbert wieder: "Bad Boy", "You Don't Know Her Like I Do", "My Baby's Guns N' Roses", "Dirt Road Anthem", "One Hell of an Amen" oder "Bottoms Up". Immer wieder streut der Southern Rocker kleine Anekdoten zu den Songs ein…auch wenn die nicht jeder durch seinen Südstaaten-Slang unbedingt verstehen kann. Aber das weißt Gilbert selbst und weist mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass nicht einmal alle Amerikaner ihn verstehen würden.

Brantley Gilbert

Vor "Stone Cold Sober" erzählt Brantley Gilbert - und das verstanden die anwesenden Besucher sehr gut - dass er früher gerne einmal zu tief ins Glas geschaut hat und das Gefühl kennt, nackt in einem fremden Vorgarten aufzuwachen und warnt alle Männer eindringlich davor, in so einem Zustand irgendwelche Mädels anzurufen, da man am liebsten vergessen möchte, welche Nachricht man da teilweise auf dem Anrufbeantworter hinterlässt. Voller stolz erzählt er noch, dass er seit ein paar Jahren trocken ist, aber auch überhaupt kein Problem hat, wenn bei den Besuchern so richtig die Party abgeht.

Und die Party ging in der Fabrik ab. Die Jungs und Mädels vor der Bühne waren verdammt Textsicher und konnten bei "Take It Outside", Small Town Throwdown" oder Lights of My Hometown" locker den Background Chor geben. Party-Stimmung ist der Ausdruck, der die Stimmung am besten beschreibt. Doch die drohte kurz zu kippen. Vor seinem letzten Lied, "Read Me My Rights", erzählte Brantley Gilbert, dass er ein verantwortungsbewusster Schusswaffenbesitzer ist und auf jeden Einbrecher in seinem Haus sofort schießen würde. Was in Amerika vielleicht Jubelrufe hervorrufen könnte, brachte in Hamburg gerade mal einen Besucher zu applaudieren, aber vielleicht hat der die Geschichte durch den Südsaaten-Slang von Gilbert auch nicht richtig verstanden. Offensichtlich hatte Gilbert hier eine andere Reaktion erwartet. Aber nachdem die ersten Töne von "Read Me My Rights" erklangen, war der Moment des Unbehagens im Publikum wieder verschwunden.

Nachdem das Publikum eine Zugabe forderte, ließ sich Brantley Gilbert nicht lange bitten und brachte noch "Country Must Be Country Wide" zum Besten.

Für alle Country-Fans, die musikalisch die härtere Gangart lieben, war es ein gelungener Abend mit einem Brantley Gilbert, der es verstand das Publikum zu unterhalten. Einzig der Lautstärkepegel war zu hoch, aber dafür ist die Fabrik ja (leider) bekannt. Dank dem Erfinder von Ohropax war es für die Mehrheit der Besucher ein gelungenes Konzert.

Heute reist Brantley Gilbert noch nach München weiter. Für das dortige Konzert gibt es nur noch sogenannte restkarten und das Konzert am Samstag in Stuttgart ist bereits ausverkauft.


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