Eric Church

Gestern Abend, am 5. März 2014, wenige Minuten nach 21:00 Uhr: in der Live Music Hall im Kölner Stadtteil Ehrenfeld gibt sich auf der von CountryMusicNews.de präsentierten Tour kein geringerer als Country-Outlaw Eric Church die Ehre. Sein erstes Konzert in Deutschland überhaupt! In der Konzerthalle, die um ein Drittel verkleinert worden ist, sind über 500 Fans gespannt, was sie erwartet.

Für die minimale Verspätung gibt es einen guten Grund, denn in letzter Minute müssen die Bühnenhelfer noch einmal vier Nummern auf der Setlist in ihrer Position austauschen. So geht es nicht mit "Smoke A Little Smoke", sondern mit "Creeping" von der preisgekrönten "Chief"-Scheibe los. Insgesamt fünf Musiker unterstützen Eric Church bei dem Konzert auf der Bühne.

Mit "Cold One" und "That's Damn Rock & Roll" folgen zwei neue Nummern, bevor Church das Publikum kurz begrüßt. Gesprächig ist der 36-Jährige nicht - er lässt lediglich verlauten, dass er sich freut, an diesem Abend Musik für die Fans machen zu können. Statt vieler Worte setzt Church diese Aussage lieber in die Tat um. Der Sänger geht energisch zur Sache und hat für die vielen weiblichen Fans in den ersten Reihen immer wieder ein Lächeln parat. Das kommt an, auch wenn einige der neuen Songs noch nicht jedem in der Konzerthalle bekannt zu sein scheinen.

Eric Church; Foto: Christoph VolkmerAuf "Sinners Like Me", den Titeltrack des ersten Albums, folgt "Drink In My Hand", bei dem etliche Besucher entweder ihre Bierbecher in die Höhe strecken, oder bereits zum wiederholten Male an der Theke nachordern. Das hymnische "Give Me Back My Hometown" kommt als einer der neuen Songs gut an, danach gibt es den ersten und einzigen Werbeblock des Abends, bei dem der Songschreiber von seinem Lieblingswhiskey erzählt, und vorgibt, diesen an jedem Abend zu trinken. Pädagogisch nicht unbedingt wertvoll, aber natürlich die passende Einleitung für "Jack Daniels".

So vielseitig, wie Church auf seinen Alben zu Werke geht, gestaltet sich auch das Programm. Nach der Liebeserklärung an Hochprozentiges gibt Church - ganz allein - das melancholische "A Man Who Was Gonna Die Young" zu Gehör. Dann wird es mit dem Titeltrack der aktuellen CD schon wieder laut. Das Wechselspiel zwischen krachend und ruhig geht mit "Dark Side" und "Devil Devil" in die nächste Runde. Glücklicherweise verzichtet Church bei der Live-Aufführung letztgenannten Titels auf die verstörende Einleitung, sondern kommt direkt zur Sache. Und die fällt noch heftiger aus, als auf der aktuellen CD, was auch an den beiden Gitarristen liegt, die sich auch in einer Heavy Metal-Band gut verkaufen ließen.

Eric Church; Foto: Christoph Volkmer"Guys Like Me" erklingt in der Folge in einer aufgefrischten Version, in der Southern-Rock Gitarren den Sound verfeinern. Hier kommt auch der einzige Show-Effekt zum Einsatz, bei dem Rauchfontänen die Musiker kurzzeitig umhüllen. Nach dem das jetzt immer lauter werdende Publikum "Homeboy" abgefeiert hat, folgt mit "These Boots" ein weiterer Favorit der Besucher. Am Ende der Nummer hält Church zwei unterschiedliche Stiefel in der Hand, die ihm von Fans zugeworfen wurden. Klar, dass der gutgelaunte Mann mit der Sonnenbrille das Schuhwerk kurz mit einem Autogramm versieht, bevor er sie zurück gibt.

Zum Finale des regulären Sets kommt "Smoke A Little Smoke" zum Einsatz und die Stimmung erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt. Die Laune wird nur noch einmal bei der dritten und letzten Zugabe ("Springsteen") getoppt, bei der Fans erwartungsgemäß als Chor fungieren dürfen. Ein Ausklang wie in einem Fußball-Stadion. Nach diesen 95 Minuten darf Church sicher gern nach Köln zurückkommen.


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