Ein Feuerwerk an erstklassiger Musik bei der...
Country Night Gstaad 2005 (9. bis 11. September)

Das war sie also die 17. Country Night in Gstaad (Schweiz). Marcel Bach und sein Team haben auch dieses Jahr ein gutes Programm zusammengestellt, um die Country Fans in den Schweizer Nobelkurort zu holen. Der Freitag war bis auf wenige Plätze ausverkauft und am Samstag war schon seit Wochen keine Karte mehr zu erwerben. Drei Premieren gab es bei dieser Country Night zu feiern. Drei Künstler, die vormals noch nie in Gstaad aufgetreten sind. Doch bevor wir zu Deana Carter, Joe Nichols und John Michael Montgomery kommen muss unbedingt der vierte Showact und Opener des diesjährigen Festivals erwähnt werden...

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Britta T., Ackermannn , Sanna
Britta T., Doris Ackermannn und Sanna. Drei in der Schweiz bekannte Countrysängerin, die sich zusammen getan haben und in Gstaad ein außergewöhnliches Programm präsentierten.
Drei fantastische Stimmen, die einzeln bereits begeistern, aber zusammen das Festzelt zum Kochen brachten. Schnell hatten sie das Publikum, und ihr Premierenexperiment mit einer Bluegrassbegleitung konnte besser nicht laufen. Heinz Grob an der Dobro, Dusan Prusak am Upright Bass und ihre Kollegen Rick Noorlander (Mandoline und Gitarre) sowie Giacomo Torsello (Keyboard und Gitarre) sorgten für einen sauberen und harmonischen Klangteppich. Musik und Stimmen wurden gut aufgenommen und spontaner Applaus war der Lohn, von dem es bei ihren Auftritten genug gab. Neben klassischen Interpretationen von "To Know Him Is To Love Him", "Those Memories", "In The darkest Hour" oder " I Believe" wurden auch Eigenkompositionen vorgetragen, die gleichermaßen gut vom Publikum begrüßt wurden. Besonders "River of My Mind" von Sanna bestach durch ihre tiefe aber reine Vocalarbeit. "The Way You Are" von Doris und "Forever You" von Britta sollen aber nicht unerwähnt bleiben. Bevor die - leider viel zu kurzen - 45 Minuten mit "My Only" beendet wurden durften sich die Zuschauer sich noch an der Gospelnummer "Let's Make A Baby King" erfreuen. Britta T., Doris Ackermann und Sanna; ein erfreulicher und angenehmer Auftakt von dem man sicher noch lange sprechen wird.

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Joe Nichols
Die erste Premiere betrat die Bühne des 3.000 Besucher fassenden Gstaader Festivalzeltes... Joe Nichols. Mit seinen Hits, wie "The Impossible" oder "Brokenheartsville", mit denen er auch sein 75-minütige Präsentation begann, hat er sich auf der ganzen Welt viele Fans ersungen. Besonders die weiblichen erliegen seinem Charme und seiner Ausstrahlung, wie man in Gstaad vor der Bühne deutlich sehen konnte. In seiner Begleitband sind erfahrene Musiker wie Brian Spradlin (Gitarre), Rod Riley (Dobro), Tom Bentley (Keyboards), Terry Crisp (Steel) und Ron Gannaway (Drums), die mit ihrem traditionellen Countrysound die Audience befriedigten. Mit seinen lockeren Ansprachen hatte Joe Nichols alle im Griff. Ein echter Honky Tonker, der auch schon mal seine Deutschkenntnisse einbrachte. "Klatschen", "Danke schön" und "Stand Uff" sowie sein "YeeHaaa" werden noch lange im Gedächtnis der Besucher bleiben. Einziger Wermutstropfen für die echten Joe Nichols Fans war vielleicht die Tatsache, dass er circa ein Drittel seines Programms mit Titeln von Merle Haggard und Willie Nelson bestritten hat und somit weniger seiner eigenen Songs vortrug. Allerdings hat er vorher schön um Erlaubnis gefragt, wie sich dies gehört. Schließlich wollte er mit den "Drinking Songs" seiner Heroen eine geschickte Überleitung zu seinem neuen "Tequila Song" bauen. Am Freitag, als auch am Samstag holte er auch alle Zuschauer vor die Bühne, soweit dies möglich war. Eine bisher fast einmalige Aktion in Gstaad. Niemand blieb da lange sitzen. Ein Künstler zum Anfassen mit Charisma, dessen Gesangsdarbietungen ein Mix zwischen George Strait und Clint Black mit einem kräftigen Schuss Joe Nichols sind.

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Deana Carter
Die zweite Premiere heißt Deana Carter. Ihr neues Album ist soeben in den USA erschienen und man ist gespannt, was sie zu "singen" hat. Sie startet mit einem ihrer größten Hits "Did I Shave My Leg For This" aus ihrem gleichnamigen 97er Album. Noch war das Publikum hin und weg. Die Besetzungsliste der Band und dort besonders die Instrumente ließen schon ahnen was unausweichlich folgen sollte. Zwei E-Gitarren (Jeff Carter und Cary Beare), ein Bass (Ryan Ware), Drums (Kyle Woodring) sowie Keyboard und Saxophone (beides Randy Leago) sind nicht eben typische Countryinstrumente. Mit jedem Song wurde es rockiger und die Instrumentierung war während des abends sehr starr, teilweise sogar mit drei E-Gitarren gleichzeitig. Auch das Saxophonesolo von Randy (nur in einem Song), welches jeden Musikfan begeistert hätte, fand nur noch wenige Fans. Einige Besucher hatte die Monotonie bereits frühzeitig zum Verlassen des Zeltes bewegt und machten sich lauthals Luft. So war es auch nicht verwunderlich, dass Deana Carter am Freitag zu keiner Zugabe aufgefordert wurde. Trotz Ihrer wirklichen guten Stimme und auch ihrer sympathischen Ausstrahlung konnte sie aufgrund des kontrastarmen Programms nicht überzeugen. Weniger Instrumente - besonders die E-Gitarren - bei der einen oder anderen Nummer hätten erheblich zu einem besseren Klangerlebnis, und so zu einem besseren Eindruck beim Publikum, beigetragen.

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John Michael Montgomery
Die dritte Premiere, der so genannte Hauptact des Abends, war John Michael Montgomery. Mit lautstarken Worten wurde er amerikanisch angesagt und wusste was er seinem Publikum schuldig ist. "Life's a dance" war der Opener und machte deutlich, dass das Leben auch bei ihm Spuren hinterlassen hat. Manch einer war überrascht. Nicht viel war mehr da von der sympathischen Gestalt, die einem von seinen CD-Cover ansieht. Einzig seine Lachgrübchen sind unverwechselbar. Sein Gesicht wirkte aufgedunsen und ein "kleiner" Wohlstandsbauch ließ sich auch von seinem Hemd nicht verstecken. Seine Bewegungen auf der Bühne wirkten unsicher und seine Augen schienen auch schon einmal bessere Zeiten gesehen zu haben. Seine Stimme allerdings..., die hat nichts von ihrer Kraft verloren. Wie von CD klingen die Songs, die er einen nach dem anderen vorträgt. Keiner seiner großen Hits wird ausgelassen. John Michael Montgomery weiß, wie er seinen Fans eine Freude bereiten kann. "Beer and Bones", "She Think I Can Rope The Moon", "I Love The Way You Love Me", "Friday at five", "Cowboy Love", "Letters from home", "Little Girl", "I Swear", "Be My Baby Tonight" und und und... Als Zugabe konnte kein anderer Song folgen als "SOLD". John Michael Montgomery hat seine Rolle als Headliner gut ausgefüllt und vielen Menschen mit seiner Musik eine verdammt gute Zeit verschafft. Aber auch er bedankte sich mit dem Wort "Danke", welches auf der Rückseite seiner Gitarre stand, für die vielen Fans und ihre loyalen Haltung zu den Künstlern. Anschließend erfüllte er von der Bühne Autogrammwünsche und posierte bereitwillig für Fanfotos.

Und wieder ist ein schönes Festival in den Schweizer Bergen zu Ende und erneut stellt man sich die Frage: "Wer wird wohl nächste Jahr kommen?" Eine Frage, die spätestens im März nächsten Jahres eine Antwort finden wird, wenn die Künstler bekannt gegeben werden.

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