Die CMA nimmt Emmylou Harris und Pop Stoneman in die Hall of Fame auf

Tammy Genovese und Emmylou Harris, Foto: John RussellDie Aufnahme von Ernest V. "Pop" Stoneman und Emmylou Harris in die Country Music Hall of Fame am 27. April 2008 begann mit den Personen und endete mit einer Vision von Zeitlosigkeit.

An diesem kühlen, aber sonnigen Sonntag Nachmittag versammelten sich die Liebhaber von Country-Musik vor der Country Music Hall of Fame und dem Museum in Downtown Nashville. Im Schatten eines langen, weißen Sonnendachs verlief ein roter Teppich die Stufen hinauf und wies den Würdenträgern den Weg zum Empfang im Innenraum.

Harris erschien mit dem Manager Ken Levitan von Vector Management. Ihr Auftreten, geprägt durch Schönheit, Eleganz und Western-Ästhetik entspricht genau ihrer Musik, deren Anmut sich wiederum in der Geduld spiegelt , die sie bei der Begrüßung der Pressevertreter zeigte, wo sie jedem so viel Aufmerksamkeit schenkte, dass sie für den Weg ins Gebäude über eine halbe Stunde brauchte.

Foto: John Russell / CMA
Drei der Töchter von Pop Stoneman - Patsy, Roni und Donna - entstiegen einer Limousine und präsentierten sich gemeinsam dem Blitzlichtgewitter, zeigten ein strahlendes Lächeln, stolz und verbunden mit dem Erbe ihres Vaters. Im Gebäude gesellten sich Söhne und Töchter, Kinder und Enkelkinder zu ihnen - laut Randy Stoneman, dem Sohn des verstorbenen Van Stoneman und einem von Pops Enkelsöhnen, insgesamt sechs Generationen.

Die Lobby des Museums war einige Stunden lang von festlicher Konversation erfüllt, diskret begleitet von Chet Atkins Gitarrenklängen. Kurz nach 7:00 Uhr abends gingen hier die Lichter aus, und viele der Gäste gingen in das vertraulichere Ford Theater mit nur 213 Sitzen, um eine Nacht zu erleben, in der wieder einmal Geschichte geschrieben werden sollte.

Die erste Reihe war für die Neuaufgenommenen und Ehrengäste reserviert, darunter Tom T. Hall und die Statler Brothers, die Harris und Stoneman bei einer Zeremonie am 29. Juni 2008 in die Hall of Fame folgen werden. Die Atmosphäre war von einer diesem Anlass ganz eigenen Mischung aus Feierlichkeit und Ausgelassenheit geprägt.

Dennoch ist jede Verleihungs- und Aufnahmezeremonie angesichts der Beiträge der Geehrten anders als jede andere.

An diesem Abend befeuerte eine Konzertaufnahme von Steel-Gitarrist Aubrey Ghent, eine ekstatische "Sacred Steel"-Interpretation von "When the Saints Go Marching In" die Erwartungen, bevor Kyle Young, Direktor der Country Music Hall of Fame und des Museum, nach vorn trat und seine Eröffnungsworte sprach.

"In den letzten 10 Jahren hat das Museum 12 Medallion Ceremonies abgehalten" sagte er. "Musik, Geschichten, die Gemeinschaft und die Präsentation einer Erinnerungsmedaille waren die Kennzeichen dieser Feierlichkeiten. Im letzten Jahr hatten wir auf Einladung der CMA die Ehre, zu erleben, wie die Medaillon Ceremony Teil des offiziellen Aufnahmerituals neuer Mitglieder wurde."

Foto: John Russell / CMA
Nach einigen unterhaltsamen und dennoch respektvollen Überlegungen von Wirtschaftsführer und Kunst-Aktivist Steve Turner, der kürzlich die Nachfolge von E. W. "Bud" Wendell als Vorsitzender des Museums antrat, präsentierte Vince Gill mit der Hymne "Drifting Too Far From the Shore" eine ergreifende Segnung, die er seiner Erinnerung nach 1981 mit Harris in Red Rocks, Colorado, sang, kurz nachdem sein Großvater gestorben war.

Tammy Genovese, CMA CEO, erinnerte sich an ihre Unterhaltung mit Harris im Februar, vor der öffentlichen Ankündigung der neuen Hall of Fame-Mitglieder, die durch das anonyme Wahlgremium der CMA bestimmt wurden. "Sie fasste die Essenz dieses Moments in ein Wort: spirituell," sagte sie. "Es war in diesem Moment klar, in diesem einen Wort, warum sie für die Erhaltung des Erbes der Country-Musik und die Erweiterung des Horizonts der Country-Musik geehrt wurde."

Nachdem er auf die Bedeutung von Stoneman hingewiesen und von der "offenkundigen Freude" berichtet hatte, die seine Familie auf die Nachricht dieser Wahl zeigte, gab Genovese das Podium an Young zurück, der die im Publikum anwesenden Stars aus Musik und Gesellschaft würdigte, bevor er mit seinem Tribut an Stoneman begann, der die Aufnahme in die Hall of Fame über die Kategorie "Career Achieved National Prominence Prior to World War II" (Karriere mit nationaler Bekanntheit vor dem Zweiten Weltkrieg) fand.

Die nächsten Stunden vergingen in einem Strom von vorbereiteten oder improvisierten Reden und unvergesslichen Performances. Im Programmteil zu Stonemans Ehren wurden einige von Pops Lieblingstiteln liebevoll interpretiert.

Old Crow Medicine Show begann mit einer stilistisch authentischen Version von "Tell Mother I Will Meet Her." Cowboy Jack Clement gesellte sich zur Medallion All-Star Band mit Eddie Bayers, Paul Franklin, Tania Hancheroff, Wes Hightower, John Hobbs, Brent Mason, Michael Rhodes, Deanie Richardson und Biff Watson, die eine rhythmisch anregende Version "Blue Ridge Mountain Blues" zum Besten gaben, die Roni dazu anregte, enthusiastisch zu dirigieren und, im letzten Refrain, aufzuspringen und den Beat mitzuklatschen.

Zusammen mit den Jordanaires erinnerte sich Jim Lauderdale daran, "Those Stonemans" gesehen zu haben, die Fernsehserie, deren Gastgeber die Stoneman Family in der Mitte der Sechziger Jahre war. "Ich konnte von diesen wunderschönen Frauen, die so meisterhaft spielten, einfach nicht genug sehen" erzählte er, als Pops Töchter ihn anstrahlten. "Und da war so ein würdevoller Herr auf der Bühne, euer Vater. . Er sah aus wie der glücklichste Mann auf der Welt, und ich weiß, wie stolz er auf euch alle war und wie froh er darüber war, euch spielen zu hören und mit euch, seinen Kindern, Musik zu machen."

So atemberaubend ihre Darbietung von "Are You Washed in the Blood" auch war, der emotionale Höhepunkt kam, als die Stoneman-Schwestern die Bühne betraten - Donna an der Mandoline, Patsy an der Zither und Roni am Banjo - mit Clement und dem Bassist Stu Geisbert. Patsy, die älteste der drei, wurde von Gill zu ihrem Stuhl begleitet und zog mit der Vitalität ihre Zitherspiels und dem lebendigen Klang ihrer Rede alle Blicke auf sich. "Wie ihr seht, brauche ich beim Gehen Hilfe" begann sie. "Aber ich möchte euch etwas sagen: Man wir nicht alt, weil man Musik macht. Man wird alt, weil man aufhört, Musik zu machen. Und ich höre niemals auf!"

Das Verlesen des unsterblichen Songs ihres Vaters, "The Titanic", führte zu langen Ovationen. Die Musik war gleichermaßen bewegend, als andere Künstler Harris für ihre Aufnahme in der Kategorie "Career Achieving National Prominence Between 1975 and the Present" (Karriere mit Nationaler Bekanntheit zwischen 1975 und Heute) rühmten. Es begann mit der atemberaubenden Version des Everly Brothers-Klassikers "Love Hurts", der später von Harris aufgenommen wurde, und in dem Patty Griffin mit Buddy Miller zusammen spielte. (Als der letzte Akkord von Millers E-Gitarre im kräftigen Tremolo erklang, lachte Marty Stuart im Publikum fröhlich auf, rief "Was für ein Song!" und streckte sich aus, um die Hand von Phil Everly zu schütteln.)

Guy Clark, dessen Stimme so gemütlich und abgewetzt klang wie seine Schuhe aussehen, intonierte "Bang the Drum Slowly," das er mit Harris in Erinnerungen ihren Vater geschrieben hatte. ("Ich muss zugeben, dass ich glaube, nichts davon geschrieben zu haben" sagte er. "Ich saß da und hörte zu, wie Emmy mit diesen Melodien und Texten ankam, und ich dachte nur 'Jep! Jawoll!' Ich war der Cheerleader für diesen Song.")

Lucinda Williams sang mit ihrer wettergegerbten, eloquenten Stimme "Boulder to Birmingham" und wiegte sich mit geschlossenen Augen leicht im Rhythmus der Musik.

Und als Griffin, Gill, Miller, Sam Bush und Jon Randall ihre Stimmen zu "Green Pastures" vereinten, durchdrang der Sound den Raum wie die von einem sanften Wind getragene Liebe.

All dies ging den Momenten der Aufnahme voraus - dem ersten, als Frances Preston, der frühere President/CEO von BMI das Medallion im Namen ihres Vaters an Patsy überreichte. Tief gerührt und mit bebender Stimme flüsterte Patsy, "Ich hätte nie geglaubt, dass ich das einmal entgegennehmen würde." Keinen Atemzug später fügte ihre Schwester Roni lachend hinzu "Jetzt bin ich dran!"

Foto: John Russell / CMA
Später, nachdem Harris dafür gedankt wurde mit ihren frühen Alben "die Musik der Louvin Brothers einer neuen Generationen von Fans nahe gebracht zu haben", begleitete Charlie Louvin sie nach vorn, wo sie das Medallion entgegennahm. Harris räumte ein, als Teenager nicht "das Gespür gehabt zu haben, Country Musik zu mögen" und dankte Johnny Cashs Album "Bitter Tears" und dem verstorbenen Gram Parsons dafür, sie für deren Kraft und Schönheit empfänglich gemacht zu haben. Aber der Moment, der für das größte Gelächter und viel Applaus sorgte, kam, als sie sich aus einer Laune heraus an die erste Reihe wandte und verkündete. "Patsy Stoneman, you are the bomb!"

Von den Wurzeln, für die Stoneman steht, bis zu den Innovationen, die im Laufe der Arbeit von Harris eingeführt wurden, schloss sich der Kreis erneut, als die versammelten Mitglieder der Hall of Fame die Bühne betraten. Everly und Ralph Emery, einander die Arme um die Schultern legend, Little Jimmy Dickens schnippte mit den Fingern und lächelte, Gill klatschte in der hinteren Reihe mit den Händen über dem Kopf, und Jim Foglesong, Louvin, Preston, Earl Scruggs, Jo Walker-Meador und Louis Nunley, Gordon Stoker, Ray Walker und Curtis Young von den Jordanaires stimmten alle gemeinsam "Will the Circle Be Unbroken" an, wissend, dass es die Zeit überdauern wird wie die Musik, die es heraufbeschwört.

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