CD Cover: Dailey & Vincent - Brothers of the Highway
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Redaktionswertung Bewertung: 5 Sterne = Meisterwerk
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Das nennt man wohl "mit der Tür ins Haus fallen" - das, was Dailey & Vincent mit dem Opener von "Brothers of The Highway" machen: ein Bluegrass-Feger im ICE-Tempo. So 200 Beats per Minute vermutlich. Die exakte Betonung auf "und" treibt den Rhythmus voran und das Banjo sprudelt die Melodiebögen nur so heraus. Glatter Wahnsinn! Mit dem Auftaktsong "Steel Drivin‘ Man" machen Jamie Dailey und Darrin Vincent gleich von Anfang an klar, dass sie zu den Größten im Bluegrass zu zählen sind.

Seit 2007 machen der ehemalige Sideman von Ricky Skaggs (Vincent) und der Ex-Mitstreiter von Doyle Lawson & Quicksilver (Dailey) gemeinsame Sache. Schon mit ihrem zweiten Album "Brothers From Different Mothers" aus dem Jahr 2009 eroberten sie die Bluegrass-Charts und auch in den Country-Charts mischten sie relativ weit oben mit. Mit "Brothers of The Highway" werden sie ihren Genre-Siegeszug bestimmt weiter fortsetzen.

Denn sie bieten in den zwölf Tracks ihres sechsten Albums (alle bei Rounder erschienen) exzellenten, charmanten und handwerklich grandiosen Bluegrass. Ohne Ausnahme! Wobei: Mit "Won't It Be Wonderful There" huldigen sie - nach ihrem letzten Album "The Gospel Side of..." - erneut ihrer spirituellen Gospel-Leidenschaft. Ein netter, braver Song.

Aber beileibe nicht das Highlight der CD. Das nehmen Tracks wie der bereits beschriebene Opener, "Close By", der Klassiker aus der Feder von Bill Monroe oder das genau so leise wie schöne "Hills of Caroline" für sich in Anspruch. Gerade letzterer, von Vince Gill geschriebener Song, bringt die Brillanz von Dailey & Vincent auf den Punkt: wundervolle Harmony-Vocals, luftige Arrangements und brillantes Können an den Instrumenten, das vor eitler Zurschaustellung natürlich absolut gefeit ist. Kurz: Die hohe Schule der Bluegrass-Kunst. Das gilt für alle Beteiligten. Neben den beiden Chefs gehören Gitarrist Bryan Sutton, Mandolinen-Virtuose Jeff Parker und der Geiger B.J. Cherryholmes zum engen Kreis der Band. Alles Könner, die Dailey und Vincent künstlerisch auf Augenhöhe begegnen.

Neben Fremdkompositionen wie dem munteren "Back to Hancock County" (Pete Goble, Leroy Drumm), dem sehnsüchtigen, mit gefälligen Melodien ausgestatteten Titeltrack (Doug Johnson, Nicole Witt, Kim Williams) und der herzerwärmenden Ballade "Where've You Been" (Don Henry, Jon Vezner) zeichnet sich auch Jamie Dailey als Songwriter aus: Außer dem Opener geht auch "Back to Jackson Country" auf sein Songwriter-Konto: ein überzeugender, temperamentvoller und kraftvoller Bluegrass-Track. Keine Frage, diese Leute wissen, was sie tun. Und sie lieben, was sie tun.

Fazit: Hervorragender Bluegrass vom derzeit vielleicht heißesten Act des Genres.

Label: Rounder (hier nicht veröffentlicht) VÖ: 7. Mai 2013

  • Titelliste

01 Steel Drivin' Man 07 Hills of Caroline
02 Close By 08 Big River
03 When I Stop Draming 09 Howdy Neighbor Howdy
04 Back to Jackson County 10 Won't It Be Wonderful
05 Brothers of the Highway 11 Back to Hancock County
06 Tomorrow I'll Be Gone 12 Where've You Been


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