Robert Jon & The Wreck zeigen die Kraft echter Live-Musikalität

Robert Jon & The Wreck live in Bonn

Robert Jon & The Wreck betraten im Rahmen ihrer Europatournee zur Unterstützung ihres von der Kritik gefeierten neunten Albums "Heartbreaks & Goodbyes", produziert vom Grammy-Gewinner Dave Cobb, die Bühne im Harmonie. Der beliebte Bonner Veranstaltungsort war bis auf den letzten Platz mit einem Publikum gefüllt, das größtenteils aus Menschen in den Fünfzigern und Sechzigern bestand

Robert Jon & The Wreck zeigen gestern in der Bonner Harmonie die Kraft echter Live-Musikalität

Als Robert Jon & The Wreck pünktlich um 20:00 Uhr die Bühne betrat, war klar, dass die Band ohne Vorgruppe direkt zur Sache kam und eröffnete das Set mit voller Geschwindigkeit und Lautstärke.

Die ersten paar Songs waren stark vom treibenden Rock geprägt, bevor sich der Sound in Richtung bluesiger Grooves, gefühlvoller Vocals und der außergewöhnlichen Live-Chemie verlagerte, für die Band bekannt ist. Das Set bot eine ausgewogene Mischung aus älteren Favoriten und neuerem Material, ergänzt durch intensive, ausgedehnte Jams, die ihren Ruf als eine der besten Live-Bands der aktuellen Tournee-Szene untermauerten. Ihre charakteristische Mischung aus California Soul und Southern Rock kam durch nahtlose Übergänge und einen ununterbrochenen musikalischen Fluss den ganzen Abend über zur Geltung.

Der Auftritt von Robert Jon & The Wreck war eine Meisterklasse in Sachen Musikalität

Zu den Höhepunkten zählten "Ashes in the Snow", "Ballad of a Broken-Hearted Man", "Red Moon Rising" und "Oh Miss Carolina". Auch vier Songs aus dem neuen Album fanden ihren Weg auf die Setlist: "Better of Me", "Highway", "Keep Myself Clean" und "Sittin' Pretty".

Frontmann Robert Jon Burrison überzeugte mit kraftvollem Classic-Rock-Gesang und rauen Gitarrenriffs, während Keyboarder Jake Abernathie funkige Klavierlinien und satte Hammond-Klänge beisteuerte. Gitarrist Henry James spielte seine Soli mit bemerkenswerter Präzision, insbesondere auf seiner Gibson SG, und sein Spiel verschmolz wunderbar mit Abernathies Hammond-Klängen. Dieses Zusammenspiel von Gitarre und Keyboard – verwoben mit fließenden Bewegungen und satten Harmonien – ist zu einem Markenzeichen des Live-Sounds der Band geworden. Hinter ihnen sorgten Bassist Warren Murrel und Schlagzeuger Andrew Espantman für ein donnerndes rhythmisches Rückgrat, das die gesamte Performance vorantrieb.

Ältere Hits wurden begeistert aufgenommen, während sich die neueren Songs nahtlos in die Setlist einfügten. "Oh Miss Carolina" sorgte wenig überraschend für die lauteste Reaktion des Abends, wobei das Bonner Publikum voll und ganz mitging und jede Minute genoss. Der Hauptteil endete mit "Cold Night", einem grandiosen Finale, das sich um ein ausgedehntes Duell zwischen Gitarre und Keyboard drehte und deutlich machte, wie eingespielt und musikalisch die Band mittlerweile ist.

Dieser Auftritt war eine Meisterklasse in Sachen Musikalität und Songwriting und präsentierte jene Art authentischer Live-Musik, die einem wieder vor Augen führt, warum das Erlebnis überhaupt wichtig ist – kraftvoll und zutiefst fesselnd, ohne sich auf ablenkende Spektakel oder künstliche Übertreibungen zu verlassen.

Robert Jon & The Wreck tun weit mehr, als nur ihre ohnehin schon hohen Standards zu halten; sie heben diese mit jedem Auftritt weiter an. Angesichts des vollbesetzten, ausverkauften Saals und der schieren Kraft dieser Show scheint es unvermeidlich, dass die Band bald noch größere Veranstaltungsorte buchen muss.

Viele weitere Konzerte stehen in unseren Terminkalender.

vgw
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