Amy Macdonald im ausverkauften Palladium in Köln
Als die Amy MacDonald und ihre Jungs die Bühne betraten versank der Saal in kollektive Wohlfühlatmosphäre, in der die schottische Sängerin und Songschreiberin-Referenzadresse – trotz dessen, dass die Veranstaltung unter dem Motto der aktuellen Veröffentlichung stand – einen Querschnitt durch ihren Backkatalog lieferte, wobei die meisten Songs von ihrem bis heute nachhallenden Debüt-Album stammten. Aber zuvor stand Better Joy auf der Bühne.
Better Joy liefert energiegeladenen Indie
Der Abend begann mit einem beeindruckenden Eröffnungsset von Better Joy. Das Indie-Pop-Projekt aus Manchester unter der Leitung der Sängerin und Songschreiberin Bria Keely gab pünktlich um 19:15 Uhr den Ton an.
Mit ihrem ausgeprägten Indie-/Alternative-Sound zog Better Joy das Publikum von der ersten Note an in ihren Bann. Die Band klang tight, der Gesang war fesselnd und die Energie genau richtig dosiert – lebhaft genug, um den Raum zu begeistern, ohne ihn zu überwältigen. Es war ein selbstbewusster und wirklich beeindruckender Start in den Abend. Die Vorband nutzte auch die Sound- und Lichttechnik des Veranstaltungsortes voll aus, sodass sich ihr Auftritt keineswegs zweitrangig anfühlte.
Keely überzeugte mit ihrer unverwechselbaren Stimme, frischen Beats und einer mühelosen Leichtigkeit, die beim Publikum gut ankam. Songs wie "Carnival", "What a Day" und "Quiet Thing" unterstrichen ihr Talent, eingängige und dennoch emotional nuancierte Indie-Pop-Momente zu schaffen. Zusammen mit ihrer Band bewegte sie sich dynamisch über die Bühne, spielte gelegentlich Gitarre und strahlte sowohl Selbstbewusstsein als auch Freude aus.
In nur 30 Minuten gelang es Better Joy, die Stimmung anzuheizen und die ausverkaufte Halle mit Energie zu füllen – keine Kleinigkeit für einen Support-Act. Es war ein würdiger Auftakt für den Hauptact, und nach dieser Performance zu urteilen, werden wir in Zukunft sicherlich noch viel von Bria Keely hören. Amy hätte sich keinen besseren Voract aussuchen können.
Amy Macdonald betritt die Bühne vor einem ausverkauften Palladium
Amy Macdonald hat seit 2008 einen langen Weg zurückgelegt. Während sie in Nordamerika eher eine Nischen-Anhängerschaft hat, erfreut sich ihre Musik in Europa und Großbritannien weiterhin großer Beliebtheit. Bekannt für ihre Mischung aus Indie, Pop und Folk mit subtilen Country-Elementen, ist Macdonalds akustiklastiger Sound zu ihrem unverkennbaren Markenzeichen geworden.
Die Band betrat die Bühne und nahm unter warmem orangefarbenem Licht ihre Plätze ein. Wenige Sekunden später schlenderte Amy Macdonald selbst auf die Bühne. Mit einer akustischen Taylor-Gitarre bewaffnet, führte sie die Band direkt in den Titelsong ihres sechsten Albums "Is This What You've Been Waiting For?" ein. Es war ein mutiger und selbstbewusster Opener, der den Saal sofort in "Amy-Fieber" versetzte und eine Frage stellte, die das Publikum mit Nachdruck beantwortete: Ja.
Die sorgfältig zusammengestellte 90-minütige Setlist führte das Publikum durch Fan-Favoriten wie "Mr. Rock & Roll", "Poison Prince" und "This is The Life", die alle zu massiven Mitsingaktionen führten. Diese Klassiker wurden nahtlos mit neuerem Material aus dem aktuellen Album gemischt, darunter "We Survive", "I’m Done (Games That You Play)" und "Can You Hear Me". Weitere Höhepunkte des Abends waren "The Hudson", "Spark", "Fire", "Pride" und "Run".
"Poison Prince" war der rockigste Moment des Abends, der mit einem trommellastigen Intro begann und von kraftvollen Gitarrenriffs vorangetrieben wurde. Die hohe Energie setzte sich in "Can You Hear Me" fort, das kurz durch einen medizinischen Notfall im Publikum unterbrochen wurde. Nach einer kurzen Pause startete die Band den Song neu und lieferte ihn und weitere Zwischenfälle ab.
Der Country-Pop-Song "This Is The Life" bildete den Abschluss des Hauptsets. Nach einer kurzen Pause kehrte Macdonald auf die Bühne zurück, bedankte sich beim Publikum für die ausverkaufte Show und erinnerte es an den Merchandise-Stand. Die Zugabe begann mit einer akustischen Solo-Version von "We Survive", die für einen intimen Moment sorgte. Als nächstes folgte eine Cover-Version von "The Glen" von Beluga Lagoon, ein wunderschönes Stück im Americana-Stil, das sie zusammen mit ihrer Band in einer rein akustischen Besetzung spielte.
Zum Abschluss des Abends brachte "Let’s Start a Band" die gesamte Instrumentierung zurück und beendete das Konzert mit einem lebhaften Höhepunkt.
Amy Macdonalds Bühnenpräsenz wirkt warm und aufrichtig. Sie schafft eine Atmosphäre, die sowohl entspannt als auch lebhaft ist, indem sie zwischen den Songs mit dem Publikum plaudert, anstatt sich auf große Theatralik zu verlassen. Mit ihrer Akustikgitarre in der Hand und einem Repertoire an Songs, die für ihre Fans zeitlos sind, fesselt sie das Publikum eher durch pure Authentizität als durch Spektakuläres.
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