Die sich wandelnde Welt des Brad Paisley

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Bis vor kurzem widerstand Brad Paisley wiederholten Anregungen, seine Konzerte mit High-Tech-Mätzchen aufzupeppen. Als junger, aufstrebender Künstler machte er sich Sorgen, dass Glamour die Verbindung zwischen ihm und seinem Publikum überfordern könnte. Er wollte, dass die Zuhörer sein zunehmendes Repertoire an Songs kennen lernen, und damit auch ihn selbst. Er wollte nicht, dass seine Show schneller wächst als er selbst.

Und die Strategie funktionierte auch. Fans, die den jungen Mann aus West Virginia zum ersten Mal auf der Bühne erlebten, begriffen, dass sie einen ungewöhnlich vielseitig talentierten Künstler vor sich hatten. Er sang gut und sah gut aus, sicher. Aber er spielte auch wie ein Gitarrengott und schrieb unverwechselbare Songs mit einer großen stilistischen Bandbreite. Die Songs enthüllten eine geistreiche, blitzgescheite Persönlichkeit, die gleichzeitig bodenständig geblieben ist. Paisleys Shows erreichten die Fans durch pfiffige Späße und ein lockeres, souveränes Auftreten, das jeden mitriss.

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Eine Untersuchung der Farbe der Countrymusic

Cover: 20th Century Fox Film Corporation
Im 1992 erschienenen Film "Weiße Jungs bringen´s nicht" fahren der vertrottelte Billy (Woody Harrelson) und seine kecke Freundin Gloria (Rosie Perez) in einem Cabrio und hören eine Kassette mit dem Country-Klassiker von Ray Charles, "Modern Sounds in Country and Western Music". Als Charles "Careless Love" schmachtet, fragt Billy, "Kann mir bitte mal jemand erklären, warum dieser Neger Cowboy-Musik singt?"

"Weißt du, das ist mein Lieblingslied", sagt Gloria. "Ich muss dabei immer daran denken, wie ich dich vernasche. Dann will ich dich am liebsten packen, in ein Zimmer sperren und dich vernaschen, wieder und wieder und wieder". Billy drauf: "Ich habe nicht gesagt, dass es mir nicht gefällt."

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Bob Dylan - der heimliche Country-Star

Bob Dylan

Klassiker der Country Music von Bob Dylan.

In seiner groß angelegten "2CD Midprice in 1"-Serie veröffentliche Columbia Records kürzlich auch zwei Klassiker der Countrymusic. Jetzt zum Sonderpreis im Doppelpack erhältlich: Die Neuauflage der beiden Country-Alben "John Wesley Harding" (von 1967) und "Nashville Skyline" (1969) eines gewissen Bob Dylan. Nanu, werden sich jetzt manche fragen, ist denn Bob Dylan nicht dieser Protestsänger, der mit Lagerfeuer-Evergreens wie "Blowin" in the Wind", oder "Mr. Tambourine Man" in den 1960er-Jahren zum Übervater aller Folkies wurde? 

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Erinnerungen an einen Road Trip ins Opryland

Das Opryland wurde 1972 in Nashville eröffnet.

So könnte es passiert sein: Während eines Meetings in der National Life and Accident Company in Nashville, Tennessee, steht ein Vortragender neben einem Story-Board. Er zeigt auf jedes einzelne Bild und erzählt den um den Tisch versammelten Führungskräften von seiner Vision eines neuen, auf das Thema Musik ausgerichteten Vergnügungsparks. Das Vorhaben wird den Namen “Opryland” tragen, eine Homage an die beliebte Country-Show des Rundfunksenders der Versicherungsgesellschaft WSM (“We Shield Millions [Wir schützen Millionen]” - der Leitspruch von National Life).

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Countryfication - Eine neue Stilrichtung?

Das Wort “Countryfication” ist weder im Lexikon zu finden noch als feste Stilrichtung anerkannt. Und dennoch wird der Begriff auf der Country-Szene immer populärer. Denn “Countryfication” ist nicht nur der Titel des Albums, mit dem die Gruppe “The Twang” im Jahre 2003 einen exzellenten Einstand feierte. Die Wortschöpfung der vier Hannoveraner wurde auch zum treffenden Motto für ihre ganz spezielle und zunehmend beliebter werdende Spielart: Man greife sich wohlbekannte Gassenhauer aus dem Rock- und Pop-Genre und fummele sie mit Steel-Guitar, Fiedel und Banjo zu waschechten Country-Perlen um.

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Sweet Home: dem Rock verschuldete Countrymusic

Southern Rock ging als herausragendes Genre in den 80er Jahren unter, doch der raue, schmuddelige Geist der Musik, der von Gruppen wie Lynyrd Skynyrd und den Allman Brothers gemacht wurde, ist in der Countrymusic der Gegenwart munter und lebendig.

Montgomery Gentry, Gretchen Wilson und Shooter Jennings schaffen einen Widerhall der großen Tage des Southern Rock. Die Brüder Johnny und Donnie Van Zant - von der Gruppe Lynyrd Skynyrd und auch 38 Special haben jeweils ein Hit-Album mit Country-Musik aufgenommen, das seinen rockigen Wurzeln sehr nahe kommt. Selbst Country-Musik Stars wie TimMcGraw und Keith Urban, deren Stil zum Pop neigt, haben diese Musik geehrt.

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Willie Nelson - Countryman

Nach fast einer ganzen Dekade ist Willie Nelsons lange verloren geglaubtes, erstes Reggae-Werk nun endlich fertig geworden. Die Idee wurde schon 1995 geboren, als der bekannte Produzent Don Was den Vorschlag für ein solches Unterfangen machte. Nelson und sein Manager Mark Rothbaum flogen nach Jamaika, um sich mit dem Island-Records-Gründer und -Präsidenten Chris Blackwell zu treffen. Don schlug sowohl Blackwell als auch Nelson vor, ein von Reggae durchtränktes Country-Album aufzunehmen, und beide waren sofort hin und weg. Blackwell war der perfekte Mann für den Job. Denn er ist nicht nur derjenige, der Rock-Fans mit der Welt des Reggae konfrontiert hatte, nein, er hatte ihnen auch Bob Marley nähergebracht. Als vielseitiger und mit massig Kontakten ausgestatteter Vollblutmusikfan konnte er die Ehe von Country und Reggae vollbringen, wie es wohl nur wenige andere geschafft hätten.

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Skandal um Keith Urban Konzert

Keith Urban

Keith Urban Fans werden in München um ihr Konzerterlebnis gebracht.

Nehmen wir an, Sie wohnen beispielsweise in Fürth, sind Country-Fan und erfahren, dass Sie im 170 Kilometer entfernten München endlich die Chance haben Keith Urban live zu sehen. Sie kaufen sich und einigen ähnlich begeisterten Freunden über das Internet Eintrittstickets, buchen vielleicht sogar ein Hotelzimmer und fiebern dem großen Tag entgegen. Doch nach langer Zug- oder Auto­fahrt steht statt dem Genuss das Chaos auf dem Spielplan: Trauben von Menschen versuchen sich ins Innere der Halle zu quetschen, ebensoviele wollen wieder raus. Der Saal ist rettungslos überfüllt, die Enge beängstigend.

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Warum Hollywood Johnny Cash liebt - und nicht Merle Haggard

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Der Jubel, der Johnny Cash und seine kürzlich erschienene Filmbiographie - "Walk The Line" mit Joaquin Phoenix als Cash und Reese Witherspoon als seine Frau June Carter in den Hauptrollen - umgibt, wirft folgende Frage auf. Warum stach Cash für Hollywood aus den Reihen der Country-Sänger, von denen die meisten von der Durchschnitts-Popkultur als musikalisch unaufgeschlossene Rednecks abgetan und parodiert werden, hervor? Zugegeben, Cash Lebensgeschichte ist mit filmreifen Dramen gefüllt: der Sohn eines Baumwollfarmers aus Arkansas, der ein Star wird, Platten mit Elvis aufnimmt, aber seine Drogenabhängigkeit, den Zerfall einer Ehe und eine Reihe persönlicher Tragödien überwinden muss, um an der Spitze zu bleiben. Ein Grossteil des Reizes aber den Cash für die linke Westküste und die Elite Culture im Allgemeinen ausmacht, ist politischer Natur: Fast als einziger unter den prominenten Country-Sängern bezog Cash die Protestpolitik der 1960er in seine Lieder mit ein. Diese Haltung half seine Kariere neu zu beleben und aufrechtzuerhalten und brachte überproportionales Lob für seine Musik - die neben der von anderen großen Country-Stars verblasst, besonders der seines Zeitgenossen Merle Haggard.

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