Maddox Batson: Ich kämpfe definitiv manchmal mit dem Gefühl, unter Druck zu stehen

Maddox Batson im Interview

Nanu, Sie kennen Maddox Batson noch nicht? (Frei nach dem Film, "Nanu, Sie kennen Korff noch nicht?"). Der 16-jährige Teenager starte gerade in den USA mit Country Music durch. Seine Debütsingle "Tears in the River" schaffte es in die Top 20 der US-amerikanischen "Viral 50"-Charts von Spotify und bis Ende 2024 wurde der Song weltweit rund zwölf Millionen Mal gestreamt.

Interview zu der Live-Premiere in Deutschland von Maddox Batson

Der sommersprossige Country-Sänger, der kurz vor Weihnachten 16 Jahre alt geworden ist, arbeitet zurzeit an neuen Songs, die er auch bei seinen beiden Deutschlandkonzerten vorstellen wird. Wir haben Maddox Batson via Zoom gesprochen und ihn während seiner Kanada-Tournee erreicht.

Was hat dich dazu gebracht, Musik ernst zu nehmen und sie nicht nur zum Spaß zu machen?

Maddox Batson: Tolle Frage! Als ich ungefähr 13 Jahre alt war, habe ich mein allererstes Video online gestellt. Ich war so etwa in der Mitte der 8. Klasse und hatte schon eine gewisse Präsenz in den sozialen Medien, weil ich als Kind ein bisschen geschauspielert habe. Ich habe diese Social-Media-Plattform genutzt, die ich bereits hatte und ich wollte, weißt du, ich habe Musik so sehr geliebt.

Ich habe mich beim Basketballspielen verletzt und hatte einen ganzen Sommer lang nichts zu tun. Also, wenn man nichts zu tun hat, langweilt man sich und als ich mich langweilte, wandte ich mich irgendwie der Musik zu. Also fing ich an, ein bisschen mehr Musik zu machen. Als ich zum ersten Mal etwas in den sozialen Medien gepostet habe, hatte es etwa 600.000, 700.000 Aufrufe. Das hat alle Erwartungen, die ich jemals hatte, in den Schatten gestellt. Als das passierte, bin ich nicht unbedingt automatisch auf den Zug aufgesprungen, nach dem Motto: "Los geht’s!"

Aber ich habe es etwas langsamer angegangen und regelmäßig gepostet. Ich habe gepostet und dann beobachtet, wie diese Zahlen konstant blieben. Es ist schwer, das nicht ernst zu nehmen. Ich meine, das sind Zahlen, die das Leben verändern. Ich bekam Millionen von Aufrufen für, na ja, einen 13-Jährigen, der einfach nur Lieder singt. Da ist es schwer, das nicht ernst zu nehmen. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe und es ist einfach superlustig, wie sich dein Leben auf so kleine Weise verändert, einfach so, oder auf große Weise. Ich hätte mir nie im Leben träumen lassen, dass ich jetzt mit dir rede, aber ich bin froh, dass es so gekommen ist und es ist ein cooler Job, den ich machen darf.

Du hast gerade erwähnt, dass sich dein Leben verändert hat. Inwiefern hat sich dein Leben verändert? Man könnte das als plötzlichen Erfolg bezeichnen.

Mein Leben hat sich in vielerlei Hinsicht verändert. Auf so viele verschiedene Arten. Zum einen ging ich nicht mehr zur Schule. Ich mache jetzt Homeschooling. Ich musste mich von einigen meiner Freunde aus Kindertagen trennen. Ich bin zurück nach Nashville gezogen, wo ich geboren wurde, um Country Music zu machen. Eine weitere Veränderung ist, dass mein Name weltweit bekannt ist und das ist mir in meinem Leben noch nie zuvor passiert. Damit hätte ich in keiner Weise gerechnet. Es war einfach eine seltsame, plötzliche Veränderung.

Zu dieser Frage: Die Leute haben also angefangen, dich auf der Straße zu erkennen. Wie fühlst du dich jetzt dabei?

Es ist so seltsam, aber ich hab mich irgendwie daran gewöhnt. Als ich gerade erst angefangen habe und die Leute wussten, wer ich bin, dachte ich, das wäre das Seltsamste, was mir je passiert ist. Aber es ist ein Segen, weißt du? Denn es hält mich auf Trab, lässt mich aufpassen, wenn ich ausgehe und mit meinen Kumpels abhänge – ich muss klügere Entscheidungen treffen, weil die Leute mich beobachten, oder? Und ich bin nicht mal so ein Top-Promi oder so.

Du hast also erwähnt, dass du zu Hause unterrichtet wirst, richtig? Ja, wie sieht denn ein durchschnittlicher Tag in deinem Leben aus?

Heute ist ein ziemlich durchschnittlicher Tag, oder? Ich bin gerade aufgewacht. Es ist 9:00 Uhr morgens. Ich habe um 10:00 Uhr Unterricht und eigentlich habe ich gerade Unterricht. Ich bin 15 Minuten zu spät zur Schule. Nicht viele Leute sagen, dass sie sich in der Schule krankmelden mussten, weil sie ein Interview mit jemandem aus einem anderen Land führen. Während ich in einem anderen Land bin, in Kanada. Ich bin gerade nicht in den USA.

Bist du in Kanada?

Wir waren gestern in Winnipeg. Wir sind auf dem Weg nach Calgary. Aber egal, ich bin aufgewacht, hatte dieses Interview und was dann? Ich muss gleich nachher zur Schule und nach der Schule gehe ich wahrscheinlich ins Fitnessstudio oder hänge einfach ein bisschen mit meinen Kumpels ab, gehe was essen, suche mir was Lustiges, das wir hier vor Ort machen können – heute ist ein freier Tag. Ich habe ein paar freie Tage vor meinem nächsten Auftritt in Calgary. Also reisen wir einfach so ein bisschen herum. Wir sehen uns Kanada an und haben einfach eine tolle Zeit.

Du hast also offensichtlich Höhen und Tiefen in deinem neuen Leben. Es bringt glückliche Momente mit sich, aber auch einige Herausforderungen. Wie gehst du mit diesen Herausforderungen um?

Ganz ehrlich, wie gehe ich mit diesen Herausforderungen um und wie stelle ich mich ihnen direkt? Ich lasse nicht zu, dass sie mich lange Zeit beschäftigen und an mir nagen. Erstens geht es darum, sich mit den richtigen Leuten zu umgeben, seinen Stolz beiseite zu lassen und den Leuten wirklich zuzuhören, wenn sie dir Ratschläge geben wollen. Ich liebe es, Musik zu machen. Ich bin Christ, also ist es für mich sehr wichtig, Jesus an die erste Stelle zu setzen. Manchmal merke ich in meinem Leben, wenn ich ihn nicht an die erste Stelle setze, dass die Dinge ein bisschen bergab gehen. Zweitens: die richtigen Leute um mich zu haben – das hilft mehr, als die Leute sicher wissen. Wenn man nur Leute um sich hat, die immer nur sagen: "Mach dies, mach das" und nur wollen, dass man das Nächste erledigt, ist das elend. Man will ja nicht, dass es elend ist. Man will Spaß dabei haben. Gott sei Dank habe ich Spaß dabei. Also, ich, ich, das sind die wichtigsten Gründe, warum ich meiner Familie und meiner Crew so dankbar bin, also...

Lass uns ein bisschen über deine Arbeit sprechen. Welcher Song oder welches Projekt liegt dir am meisten am Herzen, welches fühlt sich persönlich an?

Die persönlichste … genau die richtige Frage. Ich würde sagen, die Songs, die ich Anfang letzten Jahres veröffentlicht habe: "First Dance" und "2 Feet". Ich liebe diesen Song so sehr. Du hast gefragt, welcher mir am meisten bedeutet – es hat mit Bescheidenheit zu tun. Es gibt diese Branche und wenn man so jung ist, habe ich das Gefühl, dass man in jedem Alter einen großen Kopf bekommen kann und anfängt, weißt du, super übermütig und super dreist und super alles zu werden. Man kann einfach anfangen alles zu verlieren. Man kann jegliches Gefühl dafür verlieren, einfach für alles. Aber "2 feet on the ground" bedeutet einfach, stabil zu stehen, bescheiden zu bleiben und es so direkt zu sagen, wie ich es nur kann: die Füße auf dem Boden zu behalten.

Um noch mal auf das Thema "mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen" zurückzukommen: Fühlst du manchmal den Druck, dass die Leute etwas von dir erwarten und du diese Erwartungen erfüllen musst, oder schüttelst du das einfach ab?

Ja, natürlich! Ich habe das Gefühl, dass es leider einfach so ist - manchmal fühle ich mich unter Druck gesetzt, Dinge zu erreichen oder Musik zu veröffentlichen oder irgendwas in der Art zu tun. Aber es ist nicht so schlimm, wie die Leute es darstellen, zumindest für mich. Ich meine, ich kämpfe definitiv manchmal mit dem Gefühl, unter Druck zu stehen, aber es ist nicht schrecklich. Es ist etwas, womit ich umgehen kann und es ist etwas, das ich hinter mir lassen kann.

Offensichtlich hast du ein gewisses Maß an, nennen wir es mal, Starruhm erreicht, oder? Du wächst langsam aber sicher hinein. Aber selbst Stars haben Idole, nehme ich an. Mit wem würdest du gerne ein Duett singen?

Wenn ich mich entscheiden müsste. Nur einen?

Du musst einen auswählen, sorry

Es ist schwer. Wenn ich mit irgendjemandem ein Duett oder eine Zusammenarbeit oder einen Gastauftritt machen könnte. Mann … siehst du, da hast du mich erwischt. Das ist echt schwer. Ich denke, John Mayer. Das wäre für mich die perfekte Wahl. Das ist irgendwie ein Überraschungsvorschlag, oder? Ich liebe seine Musik einfach so sehr.

Du befindest dich also gerade auf dem Weg, sagen wir mal, den Berg zu erklimmen. Wo siehst du dich in ein paar Jahren? Denkst du darüber nach oder lebst du einfach im Hier und Jetzt?

Ich versuche, so gut es geht in der Gegenwart zu bleiben. Wenn man sich einen Zeitplan setzt und es irgendwie nicht schafft, macht man sich deswegen Vorwürfe. Ich würde denken, es ist meine Schuld. Deshalb versuche ich einfach, so gut es geht in der Gegenwart zu bleiben.

Noch eine persönliche Frage: Was machst du normalerweise mit deinen Freunden, wenn du mal dem ganzen Showbusiness entfliehen willst?

Ich liebe Sport. Ich bin ein sehr aktiver Typ, ich liebe es einfach, mich zu bewegen. Golf ist meine Lieblingsbeschäftigung, weil es mich einfach von allem ablenkt. Das Einzige, worauf man sich beim Golfspielen konzentrieren kann, ist der nächste Schlag.

Woran arbeitest du gerade musikalisch, was hast du vor? Was steht an?

Es gibt zwei Songs, an denen ich gerade arbeite und auf deren Veröffentlichung ich mich riesig freue. Der eine heißt "Fallin’ Easy" und der andere "Heaven Is" – ich habe sie zusammen mit demselben Songschreiber geschrieben. Ich glaube, die Fans werden sie mögen. Ich spiele beide bei den Konzerten und sie kennen die Texte schon, obwohl sie noch gar nicht veröffentlicht sind.

Du kommst also hierher nach Deutschland. Warst du schon einmal in Deutschland?

Ich war noch nie dort, ich war noch nie in Übersee – als ich letzte Woche nach Kanada kam, war das das erste Mal überhaupt, dass ich die USA verlassen habe. Ich freue mich auf die Tournee, ich freue mich wirklich sehr darauf. Ich war noch nie dort, noch nie.

Möchtest du dir in Deutschland etwas ansehen? Hast du Zeit für ein bisschen Sightseeing?

Ich spiele neun Konzerte in elf Tagen, während ich dort bin. Es ist also eine Art Sprint, aber wenn ich auch nur ein paar Stunden Zeit habe, würde ich gerne so viel wie möglich erkunden. Und noch eine kurze Frage. Von einem Amerikaner an einen Deutschen: Wie viel Prozent meiner Fans werden Englisch sprechen?

CountryMusicNews.de: Wie viele Menschen in Deutschland sprechen Englisch? Ich würde sagen, 80%. Ich glaube, du wirst überrascht sein, wie viele Leute hier Englisch sprechen und mitsingen. Die Country Music-Branche wächst hier, viele Leute lieben Country hier.

Maddox Batson: Ich bin so gespannt.

CountryMusicNews.de: Vielen Dank für deine Zeit. Viel Spaß in Calgary. Viel Spaß auf der Tournee. Wir sehen uns bald in Köln!

Maddox Batson spielt am 19. Mai 2026 in Köln und am 21. Mai in Hamburg. Natürlich stehen diese Termine auch in unserem Terminkalender.

vgw
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