Emmylou Harris: Wandel durch Tradition

Emmylou Harris; Foto: Veronique RolandWenn man das typische Greatest-Hits-Album anhört, gleicht es meistens einem Spaziergang entlang des Rodeo Drive oder einer anderen Einkaufsmeile, wo ein bekannter Designername nach dem anderen an gut ausgeleuchteten Schaufenstern prangt. Das ist nicht der Eindruck, der durch die bei Rhino Records veröffentlichte Sammlung "Songbird: Rare Tracks and Forgotten Gems" geweckt wird. Diese 78 Titel auf fünf CDs umfassende Emmylou Harris-Retrospektive entspricht eher dem, was man findet, wenn man eine Ecke des Speichers der Großeltern durchstöbert, wo alte Aussteuertruhen und Fotoalben Erinnerungen verbergen, die zu tiefgehend sind, um sie überzustrapazieren.

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Taylor Swift ist nicht mehr Just a Girl

Taylor Swift; Foto: Melinda Norris

"Es ist kaum zu glauben, aber es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da saß ich in einem Gebäude, das mein Label werden sollte. Die Wände waren noch nicht gestrichen, und wir steckten das, was einmal meine erste Single werden sollte, in Umschläge" - Taylor Swift sagt dies mit diesem unvergleichlichen "was kostet die Welt" Enthusiasmus, den sie seit ihrem plötzlichen Aufstieg ausstrahlt. "Wir haben einfach gehofft, dass die Leute sich ein Lied mit dem Titel 'Tim McGraw.' anhören"

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In Hollywood wieder fest im Sattel: Western und Country

Collage: Constantin FrankeBei den Oscars von 2008 wurde es überdeutlich: Hollywood liebt derzeit Western. Vier Hauptpreise gingen an den Neo-Western "No Country for Old Men" (darunter die Oscars für den besten Film und die beste Regie), zwei gewann das wuchtige Westerndrama "There Will Be Blood" (darunter der Oscar für den besten Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis), und Brad Pitts "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford"-Studie war für zwei der Hauptpreise nominiert (darunter Robert-Ford-Darsteller Casey Affleck für die beste Nebenrolle). Von wegen, der Western ist tot! Als düsterer Kommentar auf die Gegenwart ist er lebendiger denn je. Und Country- der Western für die Ohren -spielt in Hollywood auch eine immer größere Rolle.

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Sheryl Crow mit Umwegen über Start zum Ziel

Sheryl Crow

Entschiedener als je zuvor und gänzlich ohne Scheuklappen, präsentiert Sheryl Crow mit ihrem "Detours"-Album einerseits sehr persönliche Einblicke in ihr Leben. Doch zugleich bewegt sich die aus Missouri stammende Sängerin mit ihren Songs auf universelles Terrain und adressiert globale Probleme und Missstände. Es handelt sich bei ihren neuen Songs um Aufnahmen, die vom Haben und Festhalten, von Veränderungen und vom Loslassen handeln, von Anfängen und Ausgängen sowie von den graduellen Abstufungen dazwischen. Laut eigener Aussage ist "Detours" davon inspiriert, "wie ich den Lauf der Dinge betrachte; es ist von dem inspiriert, was in der Welt passiert und was mir in den vergangenen Jahren widerfahren ist", so die neunfache Grammy-Gewinnerin.

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Die Derailers und Dwight Yoakam gedenken Buck Owens

Buck Owens & Dwight Yoakam

Wenn die Nachahmung die aufrichtigste Form der Schmeichelei ist, dann ist Inspiration die höchste Form der Kreativität. Beide Elemente spielen bei zwei kürzlich veröffentlichten Alben eine Rolle, die ihre herausragende Qualität dadurch erlangen, dass sie Buck Owens ehren. Auf dem von New West Records veröffentlichten "Dwight Sings Buck" bietet Dwight Yoakam, ein langjähriger Freund und Mitarbeiter von Owens, 15 Songs dar, zu denen Klassiker wie "Act Naturally", "Together Again" und "My Heart Skips a Beat" gehören. Palo Duro Records hat "Under the Influence of Buck" von der in Austin ansässigen Band The Derailers veröffentlicht, was der Wertschätzung ihres Gründers für Owens zuzuschreiben ist. "I've Got a Tiger By the Tail", "Cryin' Time" und "Love's Gonna Live Here" gehören zu den 13 Titeln, die auf diesem Album zu finden sind.

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Die Bluegrass Sessions: Merle Haggards Interpretation der Tradition

Merle Haggard; Foto: Pamela Springsteen

Seit über 10 Jahren dachte Merle Haggard, Mitglied der Country Music Hall of Fame, über die Aufnahme eines Bluegrass-Albums nach. Dann, am 2. Oktober 2007, veröffentlichte McCoury Music sein Album "The Bluegrass Sessions", auf dem einige erstaunliche Ergebnisse dieses Projekts zu hören sind.

Schließlich drängen diese Songs nicht im banjo-getriebenen Scruggs-Style vorwärts. Es gibt keine Tenorharmonien, die über die instrumentelle Basis gelegt werden. Nur einer seiner 12 Songs, "Blues Stay Away from Me", stammt aus dem Standardrepertoire des Genres; die anderen (mit Ausnahme eines Jimmie Rodgers-Medleys) sind echte Haggard-Songs.

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k.d. lang: unspektakulär großartig

k.d.lang

Mit "Watershed" weist die Kanadierin ihre Ausnahmestellung nach

Ende der 80er galt k.d.lang als große Hoffnung der Countrymusic-Szene. Mit dem Country-Punk ihrer Band "re-clines" beeindruckte sie Kritiker und Fans. Aber auf Peitsche und Reitstiefel wollte sich die Kanadierin ebenso wenig festlegen lassen, wie auf das Image eines modernen 'Cowgirls'. Ihre Fernseh-Spots für die Tierschutzkampagne "Meat Stinks" und ihr Bekenntnis, Lesbe zu sein, führten postwendend dazu, dass sie von vielen amerikanischen Country-Stationen boykottiert wurde. Das konnte ihren Erfolg allerdings kaum beeinträchtigen. Mit Alben wie "Ingenue" von 1992 oder "Drag" von 1997 erreichte sie weltweit ein Millionen-Publikum und für die Single "Constant Craving" (aus "Ingenue") gab´s den ersten Grammy. Superstar Madonna prägte seinerzeit den Ausspruch: "Elvis is back! And she´s beautiful!" Vier Jahre nach ihrer letzten CD "Hymns of the 49th Parallel" veröffentlicht die Kanadierin nun ihr neues Album "Watershed".

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Jenseits aller Erwartungen: Der Triumph von Rascal Flatts

Rascal Flatts

Da hat man 15 Millionen Alben verkauft, neun Nr. 1-Singles erzielt und als Künstler mit den meisten Plattenverkäufen im Jahr 2006 in allen Musikrichtungen alle anderen Künstler der diversen Musiksparten übertroffen. Wie soll es nun weitergehen?

Mit dieser Frage sahen sich Rascal Flatts, die Sensation von Lyric Street Records (gehört zur Walt Disney Company), Anfang des letzten Jahres konfrontiert, als das Trio damit begann, sein später mit Platin ausgezeichnetes Album "Still Feels Good" zu planen, das am 25. September 2007 in den USA veröffentlicht wurde. Und wie lautete die Antwort? "Wir wollten einfach auf die gleiche Weise wie immer an die Sache herangehen und die beste Musik aufnehmen, die wir machen konnten", so Jay DeMarcus.

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Jack Ingram sinniert auf This Is It über die Lektionen des Lebens

Jack Ingram, Foto: David McClister

"Die Welt ist hart und das wissen wir alle", meint der texanische Hitzkopf ungerührt. "Die Musik ist mein Prüfstein. Was mich angeht, haben mich handwerklich geschickte Songs, nie gerührt, sondern Lieder über das Leben von Menschen."

Seine Stimme, die schon ganz rau davon geworden ist, dass er seine ganze Seele in das einbringt, was er singt, und dann darüber mit jedem spricht, der zum Zuhören bereit ist, verklingt. Er musste den Gedanken nicht zu Ende bringen. Es war schließlich offensichtlich.

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Der Cowboy im Castingland - Ein Interview mit Tommy Roberts, Jr. aka Mario

Tommy Roberts, Jr; Foto: Universal Music

Ja, da ging freilich ein Raunen durch die Menge. Nicht nur im Fernsehstudio von Stefan Raabs "TV Total"-Dauerbrenner - auch zu Hause vor der Glotze in den Millionen von Wohnzimmern, als der langhaarige, super sympathische Schlacks aus dem Allgäu frei Schnauze verkündete: "Ich mache Countrymusik." Country? Das vermeintliche Quoten- und Umsatz-Gift? Hier in Deutschland? Und das noch dazu in einer Sendung für die vornehmlich früh- bis spätpupertierende Bevölkerung, für die Tim McGraw in etwa den gleichen Bekanntheitsgrad besitzt, wie der Finanzminister von Usbekistan.

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