T Bone Burnett: Hohepriester des Country-Soundtracks

T Bone Burnett

Wenn es in den letzten zehn Jahren einen Film gab, dessen Identität mit American Roots Music gekoppelt war – mit Country, Western, Blues, Bluegrass, Folk – dann stand auf dem Soundtrack garantiert ein Name: T Bone Burnett. "O Brother, Where Art Thou? – Eine Mississippi-Odyssee" (2000), "Unterwegs nach Cold Mountain" (2003), "Walk The Line" (2005), alle tragen seinen Stempel. Burnetts jüngster Erfolg: "Crazy Heart" (2009) mit Jeff Bridges. Den Soundtrack produzierte er gemeinsam mit seinem verstorbenen Freund Stephen Bruton. Der Theme-Song "The Weary Kind" (von Burnett und Ryan Bingham) könnte ihm jetzt den Oscar einbringen.

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Terri Clark übernimmt die Kontrolle auf The Long Way Home

Terri Clark

Härte und Sanftheit sind wie die zwei Seiten einer Medaille. Manch einer begeht den Fehler, nur eine Seite zu betrachten.

Was die Welt von Terri Clark zuerst zu sehen bekam, war ihre harte Seite. Ins US-weite Rampenlicht stürmte sie im Jahr 1995, direkt nach einer aufreibenden Anlaufphase mit zahllosen Konzerten in einem damals noch zwielichtigen Abschnitt des Lower Broadway in Nashville. Zu dieser Zeit war es bereits schwer, sie zu ignorieren, nicht allein wegen des Huts, den sie wie eine Cowgirl-Krone trug, sondern auch durch den Erfolgs ihres Songs "Better Things to Do". Die Single war die erste in einer Reihe von 10 Auskopplungen, die es alle in die Top-10-Charts schafften, darunter zwei, "Girls Lie Too" und "You're Easy on the Eyes", die bis an die Spitze kletterten. Statt auf Nummer sicher zu gehen und ihre Musik in der altbewährten Music Row fertigen zu lassen, bestückte sie ihr selbstbetiteltes Album mit 11 Neuproduktionen, viele davon stilistisch durchaus kantig, mit einem Honky-Tonk-Feeling, das die Kritiker hellhörig werden ließ.

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Steve Wariner zelebriert Chet Atkins

Steve Wariner, Foto: Jim McGuire

"Hör auf!" sagte Steve Wariner zu Chet Atkins, als der legendäre Gitarrist, Produzent und Plattenmanager ihn eines Tages im Jahr 1976 anrief.

"Ich dachte, es wäre mein Bruder Kenny, der ein richtiger Witzbold ist", erinnert sich Wariner. "Der hatte schon oft angerufen und so getan, als wäre er jemand anders."

Aber es war wirklich Atkins. Und mit diesem Telefonat begann eine Freundschaft, die 25 Jahre dauern sollte und in dem Album "My Tribute to Chet Atkins" ihren Höhepunkt fand. Wariner produzierte das Album und veröffentlichte es bei seiner eigenen Plattenfirma, SelecTone Records. Es enthält 11 schöne, gitarrenlastige Titel, die vom Meister der Sechssaitengitarre inspiriert und seinem Repertoire entlehnt sind. Der Innovator Atkins, der ein Mitglied der Country Music Hall of Fame war, starb 2001.

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Luke Bryan erzählt die Wahrheit auf Doin' My Thing

Luke Bryan

Luke Bryan ist sich selbst immer treu geblieben. Seit der Zeit, als er noch um Anerkennung kämpfte, hat er kontinuierlich Musik geschaffen, die seine Liebe zum Landleben ausdrückt. Wenn er nicht auf Tournee ist, vertreibt er sich die Zeit auf der Jagd, beim Angeln oder am Steuer eines Pickup-Trucks auf abgelegenen Straßen. Kurz gesagt, seine Aktivitäten außerhalb der Bühne sind oft genau das, worüber er auf der Bühne singt.

Auch die zwei Titel seiner auf Capitol Records Nashville erschienenen Alben lassen erkennen, wie wichtig es für Bryan ist, sich von seiner ehrlichen Seite zu zeigen: "I’ll Stay Me", erschienen im August 2007, und "Doin’ My Thing", letzten Oktober veröffentlicht.

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Miranda Lambert zeigt mit Revolution neue Talente

Miranda LambertIn der Nacht vom 24. September 2009lag im Ryman Auditorium Revolution in der Luft. Das ausverkaufte Haus, angefüllt mit den Größen der Musikszene von Nashville, tobte, als die Saalbeleuchtung erlosch. Die Blitzlichter flackerten, als ob ein einzelner Mikrofonständer vor dem Bühnenvorhang der Stimmung des Augenblicks Ausdruck verleihen könnte. Zunächst ertönte Musik über die Anlage- das gemütliche Dahinplätschern von "Revolution" von den Beatles, die knurrende Verheißung von Steve Earles "The Revolution Starts Now".

Und dann wurde der Vorhang förmlich aufgerissen, und Miranda Lambert und ihre Band legte im blendenden Scheinwerferlicht los mit "White Liar", der zweiten Single und dem ersten von 15 Titeln ihres neuen ColumbiaNashville Albums Revolution. Die Songs reihten sich elegant aneinander, das fröhliche Knurren des gemeinsam mit Natalie Hemby geschriebenen "Only Prettier" ging lässig über in die zeitlupenartige Intensität von "Dead Flowers". Während der schnelleren Stücke, bei rein instrumentellen Passagen, reihte sich Lambert bei den Musikern ein und schwang ihre Gitarre und ihren Kopf im Takt mit. Bei ihren Balladen stand sie still und trug mit geschlossenen Augen die Texte sorgfältig vor- und während sie "The House That Built Me" von Tom Douglas und Allen Shamblin interpretierte, saß sie auf einem Hocker, nur ein paar Schritte von ihren Eltern in der ersten Reihe entfernt; als sie die Textzeile "Daddy gave life to Mama's Dream" sang, konnte man ihren Vater dabei beobachten, wie er sich eine Träne aus dem Augenwinkel wischte.

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Country im neuen Jahrtausend

in den ChartsDas amerikanische Musikbranchen-Magazin Billboard versorgt seit Ende des 19. Jahrhunderts die Unterhaltungsbranche mit relevanten Informationen. Wichtigster Gradmesser: die Billboard-Charts. Zum Jahresausklang von 2009 haben die Musikexperten die Musikszene des neuen Jahrtausends unter die Lupe genommen – und dabei auch die Top-Acts und –Songs des Country gekürt.

Wer hätte das geglaubt: Die professionelle Musikbranche reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1894, um genau zu sein, gründeten die beiden Amerikaner Wiliam H. Donaldson und James H. Hennegan das erste, wöchentlich erscheinende Musikmagazin "Billboard". Bis heute ist das Fachblatt die wichtigste Zeitschrift und Informationsplattform der gesamten Entertainmentbranche. Die Macher des Billboard waren es auch, die erstmals die meist verkauften Tonträger in Charts präsentierten. Nicht immer aber waren ihre Hitparaden so objektiv wie sie es heute sind: Denn erst Anfang der 1990er Jahre stellten die Charts-Macher ihre Ermittlungen auf tatsächlich erzielte Verkäufe um. Vorher mutmaßten die Tonträgerverkäufer, was denn so am besten über die Ladentheken gegangen sei – und Country-Alben nannten die Verkäufer eher selten. Viel zu selten, wie man dann einsehen musste, als jeder Verkauf gescannt wurde und in die Chartsermittlung einfloss. Jawoll, großes Augenreiben war angesagt, als klar wurde, welchen enormen Marktanteil Country im Gesamttonträngerumsatz besitzt. Gallionsfigur des neuen Selbstbewusstseins in XL war ein gewisser Garth Brooks. Der Rest ist Geschichte...

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Country-David gegen Airline-Goliath

Geschichten erzählen- das ist es, worum es in der Country-Musik immer geht und ging. Neben einfühlsamen Melodien und der typischen Instrumentierung ist vor allem die Story, die in den Stücken erzählt wird, ein Markenzeichen der Stilrichtung. Selbst bekennende Country-Hasser schätzen das Talent vieler begnadeter Country-Songwriter, in drei bis vier Minuten Musik eine komplette Geschichte zu verpacken. Das Genre hat mit Größen wie Brett James, Willie Nelson, Johnny Cash, Dolly Parton und Mary Chapin Carpenter schließlich einige Aushängeschilder zu bieten.

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Collin Raye - Countrystar mit Herz

Collin Raye; Foto: Christoph Volkmer

"Nach dem Konzert in Dublin kamen 19 Leute zu mir und fragten mich, warum ich 'One Boy, One Girl' nicht gespielt habe. Natürlich ist der Song seit dem wieder fest im Programm", erklärt Collin Raye- ein Countrystar mit Herz für seine Fans.

Mehr als 6.500 Kilometer trennen den Sänger, der seine größten Erfolge im Business vor gut 15 Jahren mit Hits wie "Love, Me", "I Can Still Feel You", "Little Rock" oder "Every Second" feierte, von zu Hause. Doch Heimweh kennt der 48-Jährige nicht. Nicht hier. Schon zum zweiten Mal ist er in Irland zu Gast und tourt bis Ende Mai quer über die Grüne Insel. "Das Publikum ist hier ganz anders als in den Staaten. Die Leute gröhlen nicht einfach irgendwelche Sachen, sondern sind sehr textsicher und lassen dann von sich hören, wenn es darauf ankommt", ist er begeistert.

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