CD Cover: Neil Young & The International Harvesters - A Treasure
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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
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Hält man das neue Album "A Treasure" von Neil Young in der Hand, fällt als erstes das Cover auf. Obwohl neu und in Folie geschweißt, wirkt es, als hätte es jemand schon jahrelang im Auto spazieren gefahren, der Sonne ausgesetzt und mit Gebrauchsspuren. In dunklen Brauntönen gehalten, zeigt das Digipack einen Traktor auf einem Feld. Und da schließt sich der Kreis im musikalischen Sinn zu den International Harvesters.

International Harvesters ist nicht nur ein amerikanischer Landmaschinenhersteller, sondern so nennt sich auch die Band, die Young auf seinen hier dokumentierten Konzertreisen der Jahre 1985 und 86 begleitet. Und die hat es in sich: Mit dabei waren neben anderen Ben Keith (Steel- und Slide-Gitarre), Rufus Thibodeaux (Geige), Tim Drummond und Joe Allen (Bass), Spooner Oldham und Hargus Robbins (Klavier), sowie Karl Himmel (Schlagzeug). Schon die Besetzung deutet die Richtung an, in die es musikalisch geht: Country kreuzt Rock.

Als geradlinig kann man das musikalische Werk des Kanadiers kaum bezeichnen. Gerade in der Zeit, als er mit seiner damaligen Plattenfirma prozessierte und Alben ablieferte, die stilistisch unterschiedlicher nicht sein könnten, produziert allein aus der Pflicht heraus und mit dem Willen, unkommerziell und damit auch unverkäuflich zu sein. Die politische Widersprüchlichkeit, die man (heute) in Young's Lieder der Achtziger oft hinein projiziert, drückt sich auch in der Auswahl der auf den Tourneen dieser Zeit gespielten Songs aus. "Amber Jean" und "It Might Have Been" sind schnörkelloser Country, stilecht mit Gitarre und Fiddle, auch "Bound For Glory" vom "Old Ways"-Album und sogar das sehr elektrische (und inhaltlich sehr kontrovers diskutierte) "Motor City" (Original von "Re-Ac-Tor") reihen sich da gut ein. Das bluesige "Soul of A Woman" und das rockige "Grey Riders" runden die Palette der Liveaufnahmen, von denen fünf noch auf keiner offiziellen Young-Platte erschienen sind, ab. Der Sound ist für Konzertaufnahmen aus den 1980er Jahren durchaus akzeptabel.

"A Treasure" wirft mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem die Aufnahmen entstanden sind, den Blick zurück mit einer Zusammenstellung von Liedern unterschiedlicher stilistischer und inhaltlicher Prägung in einer künstlerisch widersprüchlichen Zeit Young's, die allein schon durch die mitwirkenden Musiker einen neuen, homogenen Guß erhielten. Deshalb wird der Zuhörer beim Einlegen der CD in den Player auch nicht innerlich zerrissen, wie es vielleicht Young in dieser Zeit gewesen sein mag, sondern empfindet den Spaß beim Hören, den das Album verdient.

Fazit: "A Treasure" ist für den langjährigen Fan, der auch diese Phase des Künstlers live dokumentiert haben möchte und in der bisher eine weiße Lücke klaffte, genauso empfehlenswert, wie für einen Zufallshörer, der sich dem Bühnenwerk Young`s nähern möchte.

Label: Reprise (Warner) VÖ: 10. Juni 2011

  • Titelliste


01 Amber Jean 07 Motor City
02 Are You Ready For The Country? 08 Soul of A Woman
03 It Might Have Been 09 Get Back to The Country
04 Bound For Glory 10 Southern Pacific
05 Let Your Fingers Do The Walking 11 Nothing Is Perfect
06 Flying On The Ground Is Wrong 12 Grey Riders


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