Black Dog

Filmplakat: Black Dog

"Black Dog" mit Patrick Swayze und Country-Sänger Randy Travis

"Ich verstehe nicht viel von Country Music", gesteht Patrick Swayze in seiner Rolle als Trucker Jack Crews zu seinem Beifahrer Earl, gespielt von Randy Travis, als der gerade einen Song schmettert. "Ein guter Song braucht einen guten Anfang", erwidert der. Ein kleiner Hinweis, was Travis wahre Obsession ist. Mit Singles wie "On the Other Hand", "Forever Together" oder "Whisper My Name" erstürmte Travis 16 Mal den ersten Platz der Country-Charts. Die Schauspielerei betrieb er nur nebenbei, und doch hat er mit seinen Sprüchen in "Black Dog" eindeutig die coolere Rolle.

Die Figur von Patrick Swayze, der 2009 mit 57 Jahren viel zu früh von uns gegangen ist, ist leider viel zu brav angelegt, sodass er als braver Brummi-Fahrer in vielen Szenen gar etwas hölzern wirkt. Vielleicht hätte man auch ihm ein Liedchen zur Auflockerung anvertrauen sollen, denn das er singen konnte bewies Swayze 1987 mit dem Popsong "She's Like the Wind" aus dem Soundtrack seines Kinohits "Dirty Dancing", in dem als Tanzlehrer Johnny Castle eine ganze Generation weiblicher Teenager mit sich riss. An diesen Erfolg konnte der Sohn eines texanischen Rodeo-Cowboys auch mit "Black Dog" nicht mehr anknüpfen. Dabei sollte dieses Actionvehikel nach dreijähriger Drehpause, in der Swayze sein Alkoholproblem in den Griff bekam, 1998 sein Comeback einläuten.

Fernfahrer für faule Fracht

Gerade aus dem Knast gekommen, sieht sich Jack Crews (Patrick Swayze) vor dem finanziellen Ruin. Er ist auf Bewährung raus und wenn er die Raten fürs Haus nicht mehr bezahlen kann, sitzt er mit seiner Frau Melanie (Brenda Strong) und Tochter Tracy (Erin Broderick) auf der Straße. Crews bleibt nichts anders übrig, als einen illegalen Auftrag anzunehmen.

Der Ex-Trucker, dem man den Führerschein auf Lebenszeit entzogen hat, soll sich hinter das Steuer eines LKWs setzen und eine ihm nicht bekannte Ladung in einen Containerhafen transportieren. Damit das gelingt, hat er mehrere Aufpasser wie den verhinderten Country-Sänger Earl (), der ebenso wenig weiß, dass ihre Fracht aus nicht registrierten Waffen besteht. Aber genau das bringt die Männer in die Bredouille. Nicht nur, dass ein gewisser Red (Meat Loaf) permanent versucht, ihnen die Ware abzujagen, auch Auftraggeber Cutler (Graham Beckel) greift zu drastischen Mitteln, um zusätzlichen Druck auf Crews auszuüben. Als Cutler jedoch dessen Familie entführen lässt, ist das Maß voll. Am Ziel kommt es zum Showdown. Nach einem Schusswechsel gehen Cutler und Crews mit den Fäusten aufeinander los, und das FBI mischt auch noch mit.

Wer ist in "Black Dog" der schwarze Hund?

Ganz klar, in "Black Dog" dominieren die Actionmomente. Die Handlung scheint nur dazu zu dienen, um Übergänge von einer Verfolgungsjagd zur nächsten zu schaffen. Bei einem so renommierten Stuntkoordinator wie Vic Armstrong, der bereits für viele Bond-Filme verantwortlich war, kann man gewiss sein, dass sich diese sehen lassen können. In manchen Szenen sieht man tatsächlich, dass sich Patrick Swayze, der extra für diesen Film einen LKW-Führerschein gemacht hat, nicht doubeln ließ. Etwa wenn er bei vollem Tempo aus dem Cockpit steigt, um sich an der Karosserie seines Brummis nach hinten zu bewegen.

Aber was nutzt das alles, wenn die Story mehr oder weniger auf der Strecke bleibt. Um dem Helden etwas mehr Gehalt zu geben, erfährt man irgendwann, warum Jack Crews hinter Gittern landete und seitdem an einem Trauma leidet. Verkehrsunfall mit Todesfolge lautete die Anklage. Ein Sekundenschlaf, und auch hier hat Randy Travis die passende Erklärung für den Leidenden: "Du hast den schwarzen Hund gesehen, richtig?... Er taucht immer dann auf, wenn du zu lange auf der Straße bist ohne anzuhalten, weil du zu gierig bist." Gierig war Crews nicht, er wollte nur rechtszeitig zum Geburtstag seiner Tochter, und dann ist es geschehen. Er ist eben ein braver Bursche, und das macht die Figur leider nicht interessanter.

"Black Dog" leidet an einen Mangel aus Esprit und Witz, unterstreicht seinen Filmtitel aber zusätzlich, indem tatsächlich ein schwarzer Hund mitfährt, der aber keinen gehört und auch nicht wirklich eine dramaturgische Rolle spielt.

Aufmunternde Country-Songs

Zumindest der von mehreren Country-Sängern bestrittene Soundtrack kann sich hören lassen. Randy Travis selbst steuerte die Ballade "My Greatest Fear" bei. Linda Davis ist mit dem poppig angehauchten Song "I Wanna Remember This" dabei und Steve Earle & The Dukes sorgen mit ihrem 1987er-Chartstürmer "Nowhere Road" für die richtige Fernfahrer-Stimmung. Richtig ins Ohr geht aber "Driving My Life Away" von Rhett Akins. Erst nachdem er sich mit Regisseur Kevin Hooks in Nashville getroffen hatte, wurde dem Sänger klar, dass "Black Dog" einen etwas rockigeren Country-Song bräuchte und nahm eine Cover-Version des 1980 von Eddie Rabbitt interpretierten Nr. 1-Hits "Drivin' My Life Away" auf.

Fazit: Trotz schmissiger Country-Songs und einem Dauerfeuerwerk an Action-Augenblicken kann "Black Dog" nicht gänzlich überzeugen. Die Story wirkt wie aus einem Bausatz zusammengeschustert und Patrick Swayze kann mit seiner schwachen Performance leider auch nicht punkten.

Regie     Darsteller   Rolle  
Kevin Hooks     Patrick Swayze ... Jack Crews  
      Randy Travis ... Earl  
      Meat Loaf ... Red  
      Gabriel Casseus ... Sonny  
      Charles S. Dutton ... Ford  
Original-Titel: Black Dog
Studio: Universal (Concorde)
Land: USA 1998
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 89 Minuten
Kino: 1. Oktober 1998
DVD / Blu-ray: 25. Oktober 1999
Pay-TV: ./.
Free-TV: ./.
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