Die Frauen von Stepford

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Redaktionswertung Film nicht bewertet
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Back- und Koch-Zombies
Träumt nicht jeder Mann von einer treusorgenden, liebevollen Frau, die ihm jeden Wunsch von den Lippen abliest? Die ihm das Bier bringt, den Haushalt schmeißt, sich um die Kinder kümmert, kocht, putzt, jederzeit willig ist und ihren Beschäler nach vollzogenem Akt sanft einschlafen lässt, statt ihn mit Kuschelforderungen zu nerven? Nein, nur chauvinistische Vollidioten träumen davon! Und genau die wurden in dem Horrorfilm "Die Frauen von Stepford" von 1974 vorgeführt. In der bösen Satire nach einem Roman von Ira Levin ("Rosemary's Baby") ging es um eine Reichen-Enklave in Connecticut, in der Männer ihre Frauen abmurksten und durch identisch aussehende, mechanische Back- und Koch-Zombies ersetzten, die willenlos das biedere Hausfrauendasein simulierten.

Synthetische Idylle
Im Remake des Komödienspezialisten Franz Oz ("In & Out) spielt Nicole Kidman die erst gefeierte, dann gefeuerte TV-Senderchefin Joanna Eberhart, die mit ihrem Mann (Matthew Broderick) zur Regeneration von New York nach Stepford flüchtet. Für die Karrierefrau entpuppt sich die Vorzeige-Villengegend schnell als pastellener Alptraum aus dem Schöner-Wohnen-Katalog, eine Hausfrauenhölle. Die Damen des Ortes tauschen sich nur über Kochrezepte aus und halten sich fit mit Hausarbeits-Aerobic. Aber während Katharine Ross dem Geheimnis von Stepford im Original erst auf die Schliche kam, als es zu spät war, riecht Kidman den Braten schnell und fasst einen Plan...

Gags und Gimmicks
Außer dem Plot und einigen Figuren hat "Die Frauen von Stepford" mit dem Original kaum etwas gemein. Aus dem subtilen Schocker von einst bastelte Oz eine hysterische, doch brave Mainstream-Klamotte, die den American Way of Life auf die Schippe nimmt, dabei aber niemandem weh tun will. War der Film aus den 70ern konsequent böse bis zum Schluss, setzt das Remake auf alberne Gags wie etwa einen völlig überflüssigen Plastikköter. Überhaupt betont Oz technische Gimmicks, da es dem Drehbuch offensichtlich an inhaltlichen Einfällen mangelt. Beispielsweise spucken die Frauen Geld aus, wenn Mann ihnen eine EC-Karte in den Mund schiebt. Und am Schluss kehrt die Komödie mit einer zwar überraschenden, aber abstrusen Wendung und einem weichgespülten Ende den ganzen Sinn der Story ins Gegenteil um. "Die Frauen von Stepford" ist gut besetzte (Bette Midler, Glenn Close, Christopher Walken), doch höchst mittelmäßige Unterhaltung.

Faith in Stepford
Countryfans können sich wenigstens über den ersten Filmauftritt von Faith Hill freuen, sollten jedoch auch nicht zuviel erwarten. Sie spielt eine der aufgetakelten Stepford-Schnitten, hat aber kaum mehr zu tun, als debil grinsend wie alle anderen der gehirngewaschenen Gattinnen ihrem Mann zu Willen zu sein. Und in den DVD-Extras kommt Faith auch nur kurz zu Wort. Der Beginn einer strahlenden Kinokarriere sieht jedenfalls anders aus. Bislang ist "Die Frauen von Stepford" Faith Hills einziger Kinofilm. Ein Folgeprojekt ist nicht in Sicht.

Fazit: Unausgegorener, lascher Aufguss eines satirischen Gruselfilms aus den 70ern. Da auch der Original-Thriller auf DVDerhältlich ist, kann man sich nach einem Double-Feature wenigstens hervorragend eingene Vergleiche anstellen - und darüber streiten, wer nach dem Filmabend Chipskrümel und Bierflaschen beseitigt!

  • Regie und Schauspieler

  • Produktionsinfos

  • Starttermine

  • Links

Regie Schauspieler Rolle
Frank Oz Nicole Kidman ... Joanna Eberhart
Matthew Broderick ... Walter Kresby
Bette Midler ... Bobbie Markowitz
Glenn Close ... Claire Wellington
Christopher Walken ... Mike Wellington
Faith Hill ... Sarah Sunderson

Studio: DreamWorks Pictures / Paramount Pictures (UIP)

Land: USA, 2004

FSK:frei ab 12 Jahre

Laufzeit:89 Minuten

Kino:15. Juli 2004
DVD: 23. Januar 2005
Pay-TV: 25. März 2006
Free-TV:


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