Down from the Mountain
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Für ihre Komödie "O Brother, Where Art Thou?", die in Mississippi während der Depressionszeit spielt, arbeiteten Joel und Ethan Coen mit verschiedensten Countrymusikern, Songwritern und dem Produzenten T-Bone Burnett zusammen, um das musikalische Erbe dieser Zeit und dieses Landstrichs einzufangen. Sie konnten nicht ahnen, dass sie damit ein riesiges Interesse an American Traditional Music auslösen würden. "Down From the Mountain" dokumentiert eine Live-Performance des Soundtracks, die am 24. Mai 2000 in Nashvilles legendärem Ryman Auditiorium stattfand.

Am Anfang war nicht das Wort, sondern die Musik. Jedenfalls bei den Coen-Brüdern. Bevor das Drehbuch zu "O Brother..." fertig war, stand bereits der Großteil des Soundtracks fest. Und der ist eine einzige Liebeserklärung an die traditionellen Folksongs des amerikanischen Südens, voller Bluegrass, Gospel, Country und Blues. Die mitwirkenden Künstler wurden auch für das Konzert zusammengetrommelt, von Country-Ikonen wie Emmylou Harris, Stars wie Alison Krauss und ewigen Geheimtipps wie Gillian Welch, bis zu Legenden wie Ralph Stanley, die schwarze Gospel-Gruppe Fairfield Four und Songwriter John Hartford ("Gentle on My Mind"), der tragischerweise kurz vor der Filmpremiere an Krebs starb.

Der Film, u. a. von Doku-Regisseur D. A. Pennebaker (Bob Dylans "Don't Look Back", "Monterey Pop") inszeniert, wirft in der ersten halben Stunde einen Blick hinter die Kulissen, konzentriert sich dann aber ausschließlich auf den Mitschnitt der Show. Die Interviewschnipseln und Nashville-Impressionen zu Beginn sind zwar unterhaltsam und informativ, doch Namenseinblendungen wären wirklich hilfreich gewesen. Emmylou Harris und Alison Krauss mögen ja noch einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. Nur wer weiß schon, wie der kanadische Slide-Gitarrist Colin Linden aussieht? Oder T-Bone Burnett? Wer aufpasst, kann später im Publikum übrigens noch Billy Bob Thornton sitzen sehen.

Im großen Ganzen ist "Down from the Mountain" unspektakulär, aber stimmungsvoll. So schlicht und schnörkellos wie die Musik, die sie einfängt: eine karge Bühne, historische Mikros, akustische Instrumente und ländliche, mit ihrer Musik fest verwurzelte Hillbillys wie die Cox Family und die White Family. Die wirken so unglamourös bodenständig, als würden sie ihre Instrumente sofort nach dem Konzert wieder gegen Gartengeräte eintauschen oder gedeckten Apfelkuchen in den Ofen schieben. John Hartford, Zeremonienmeister des Abends und Bewahrer traditioneller amerikanischer Musik, schipperte früher gar jahrelang als Raddampfer-Kapitän auf dem Mississippi. Diese Leute wissen, wovon sie singen. Von den Freuden und Leiden des einfachen Lebens und religiöser Zuversicht.

Die Songs des Konzerts sind jedoch nicht völlig deckungsgleich mit dem Soundtrack und bestehen nicht nur aus Traditionals. Besonders schöne Ergänzungen: "My Dear Someone" und "I Want to Sing that Rock & Roll", zwei Originalkompositionen von Gillian Welch mit Partner David Rawlings, und "John Law Burned Down the Liquor Store" von Blues-Gitarrist Chris Thomas King. Dafür fehlt leider "I Am A Man of Constant Sorrow". Der hinreißende Wirtschaftskrisen-Hit der fiktionalen Soggy Bottom Boys kommt nur als kurzes Violinensolo von Hartford vor. Was umso unverständlicher ist, wo George Clooneys Film-Singstimme, Union-Station-Mitglied Dan Tyminski, bei der Show mitwirkte, und Ralph Stanley (mit seinem Bruder) den traditionellen Song in den 1950er Jahren berühmt gemacht hatte. Tyminski und Stanley - das wäre ein Wahnsinnsduett gewesen! Außerdem bedauerlich: Der Konzertteil des Films dauert nur eine Stunde und enthält nicht alle Performances des Abends (die Linernotes erwähnen weitere Songs). Trotzdem gehört "Down from the Mountain" natürlich direkt neben "O Brother, Where Art Thou?" in jedes Country-DVD-Regal.

Fazit: "Keep on the Sunny Side of Life" – ein historisches Konzertereignis, angemessen unprätentiös eingefangen.

  • Soundtrack

  • Regie und Mitwirkende

  • Produktionsinfos

  • Starttermine



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Regie Mitwirkende
Nick Doob Evelyn Cox
Chris Hegedus Sidney Cox
D.A. Pennebaker Suzanne Cox
Willard Cox
Emmylou Harris
Chris Thomas King
Alison Krauss
Ralph Stanley
Gillian Welch
David Rawlings

Studio: Mike Zoss Productions / Pennebaker Hegedus Films (Universal Music)

Land: USA, 2000

FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung

Laufzeit: 94 Minuten

Kino: ./.
DVD: 1. Dezember 2002
PPV:
Pay-TV:
Free-TV:


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