Beer For My Horses

Beer for my Horses
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Redaktionswertung Bewertung: 1 Stern = schlecht
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Kann ein Film, der einzig auf einem Songtitel basiert, überhaupt gut sein? Doch, doch, Sam Peckinpahs "Convoy" nach C. W. McCalls gleichnamiger Trucker-Hymne oder Sean Penns "Indian Runner", eine Interpretation von Bruce Springsteens "Highway Patrolman", beweisen es. "Beer For My Horses" nach Toby Keiths Country-Hit zeigt nun, dass so etwas auch in die Hose gehen kann. Keith, der den Film co-produzierte, mit seinem Co-Star Rodney Carrington das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte, hat sich mit seinem zweiten Spielfilm völlig übernommen.

Nicht einmal seine Fans wollten "Beer For My Horses" im US-Kino sehen. Der Film floppte. Dass die plumpe Actionkomödie in Deutschland tatsächlich auf DVD erscheint, grenzt da schon fast an ein Wunder, bleibt aber trotzdem Geld- und Zeitverschwendung - so viel Bier kann man gar nicht in sich hineinschütten, um dem Starvehikel etwas abzugewinnen. Nur eines ist gewiss: Selbst mit einer ganzen Kiste intus dürfte man dem simplen Plot immer noch problemlos folgen können. Was an sich ja gar nicht schlimm wäre, hätten die knapp 90 Minuten darüber hinaus irgend etwas zu bieten. Haben sie aber nicht.

Toby Keith spielt den Kleinstadtsheriff "Rack" Racklin, der kein Glück bei den Frauen hat und das Gesetz schon mal in die eigene Hand nimmt. Als seine Ex Annie (Claire Forlani) entführt wird, um den verhafteten Bruder eines mexikanischen Drogenbosses freizupressen, setzt sich "Rack" über die Anordnungen seines Bosses (Tom Skerrit) hinweg und startet einen persönlichen Befreiungsschlag. Dazu brazzt er mit seinem besten Kumpel und Kollegen Lonnie (Carrington), dem stummen Indianerverschnitt Skunk (Rockmusiker Ted Nugent) und dem Bruder des Gangsters von Oklahoma nach Mexiko, um mal anständig im Nachbarland aufzuräumen. Bis zum albernen Showdown schleppt sich die Truppe durch Flachwitz, belangloses Geplänkel und Füll-Szenen, beispielsweise der Begegnung mit Zirkusdirektor Charlie (Willie Nelson), der ihnen ein Bett für die Nacht inklusive Gratis-Freakshow in der Wüste bietet (zu der übrigens auch David Allan Coe als zotteliger Rasta-Man gehört).

Wer nach "Broken Bridges" noch eine Bestätigung brauchte, dass Toby Keith über keinerlei Schauspieltalent verfügt, wird hier abermals fündig. Darüber hinaus beweist "Beer For My Horses", dass Keith künftig statt Drehbücher lieber wieder Songs schreiben sollte - und dass seine Ansichten von gestern sind. Als "Rack" verkörpert er mit seinem selbstgerechten, überheblichen Machogehabe einmal mehr genau das Amerika, das seit Obamas Amtsantritt der Vergangenheit angehört. Was sich auch bis zu dem kraftstrotzender Countrystar herumgesprochen haben sollte, wo er doch selbst von seiner Hardliner-Einstellung abgerückt war und den Wahlkampf des Demokraten sogar unterstützt hat.

Hier stolziert er jedoch als Sheriff durchs Bild, als würde er am liebsten seine dicken Eier lecken, so wie Lonnies dauerfurzende Drogendogge Junior (dem Running Gag des Films). Die Mackerattitüde wird wenigstens durch Rodney Carringtons selbstironisches Gekasper bisweilen aufgebrochen. Letztlich gehört dem Comedian sogar die amüsanteste Szene des Films. Als er in einer öffentlichen Toilette auf eine schwarze Gang trifft, riecht man förmlich schon die Schlägerei. Doch dann entwickelt sich Lonnies Geträller während seines Pinkelmarathons unversehens zu einer gemeinsamen Acapella-Nummer mit der Bande.

Fazit: Jedes besoffene Pferd ist unterhaltsamer als Toby Keiths dumpfes Machogehabe.

  • Soundtrack

  • Regie und Schauspieler

  • Produktionsinfos

  • Starttermine

Regie Schauspieler Rolle
Michael Salomon Toby Keith ... Joe Bill 'Rack' Racklin
Rodney Carrington ... Lonnie Luther Feldman
Claire Forlani ... Annie Streets
Ted Nugent ... Skunk
Barry Corbin ... Buck Baker
Tom Skerritt ... Sheriff Wilson Landry
Willie Nelson ... Charlie


Studio: B4MH Productions / CMT Films / Show Dog Productions
Land: USA, 2008
FSK: PG-13 (USA)
Laufzeit: 86 Minuten

Kino: nicht gestartet
DVD: 9. April 2009
PPV: nicht angeboten
Pay-TV: nicht gezeigt
Free-TV: 4. Mai 2010 (Tele 5)

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