Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

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Redaktionswertung Bewertng: 5 Sterne = sehr gut
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Der Western ist zurück!
Erstmal vorweg: So viele Western wie die nächste Zeit gab es schon lange nicht mehr. Nach "Jesse James/Robert Ford" mit Brad Pitt und Casey Affleck, der am 25. Oktober startet, kommt am 13. Dezember "3:10 to Yuma" von James Mangold ("Walk the Line") mit Christian Bale und Russell Crowe in die Kinos, ein Remake des Klassikers "Zähle bis drei und bete" von 1956. Außerdem erscheinen die DVD-Premieren "Broken Trail" (2. Oktober) von Regie-Veteran Walter Hill mit Robert Duvall sowie das Bürgerkriegsdrama "Seraphim Falls" (22. November) mit Liam Neeson und Pierce Brosnan. Das HBO-Indianerepos "Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses" hat derzeit zwar noch keinen Veröffentlichungstermin, dürfte aber auch Ende 2007/Anfang 2008 bei uns in den Regalen stehen.

Brad Pitt und Casey Affleck
Vorläufiger Höhepunkt dieser Welle ist ein Spätwestern mit einem Bandwurmtitel, der aber ausgesprochen gut zum Wesen des Films passt: "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" (nach Ron Hansens Roman) ist ein meditatives, elegisches Psychodrama, das die komplexe Beziehung zwischen Jesse James (Brad Pitt) und Robert Ford (Casey Affleck) analysiert - von Fords Eintritt in die James-Gang, bis zu dem verhängnisvollen Tag, an dem der Jugendliche sein Idol Jesse James erschießt. Und eines lässt sich ganz klar sagen: So wie hier wurde die Legende des legendären Outlaws noch nie beleuchtet! James ist kein edelmütiger Robin Hood und Draufgänger, sondern ein trübsinniger, unberechenbarer Revolver(anti)held, der schon mal brutal auf einen kleinen Jungen einschlägt, um Informationen zu bekommen. Oder geistesabwesend in einen zugefrorenen See schießt, während er über Selbstmord nachdenkt. Und Bandenmitglieder kaltblütig hinterrücks abknallt, aus Angst vor Verrat.

Brad Pitt, der den Film auch produziert hat, brilliert als getriebener nervöser Paranoiker, dem sein Leben auf der Flucht stark zusetzt. Für seine Rolle des depressiven James erhielt er bei den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen als bester Schauspieler. Die eigentliche Sensation aber ist Casey Affleck als Robert Ford, aus dessen Sicht der Film erzählt wird. Affleck, jüngerer Bruder von Ben und bei uns vor allem aus Steven Soderberghs drei "Ocean"-Gaunerkomödien bekannt, empfiehlt sich als einer der talentiertesten jungen Charakterdarsteller Hollywoods. Für seine Leistung als unsicherer, von niemandem ernstgenommener Möchtegern-Outlaw, der heimlich Groschenromane über Jesse James sammelt und schließlich zu dessen Mörder wird, hat er unbedingt eine Oscarnominierung verdient.

Idol und Fan
Das Verhältnis von Jesse James und Robert Ford im Film gleicht dem eines Idols und seines größten Fans. Eines Medienstars und seines Nacheiferers, der Dank seines Bruders Charley Ford (Sam Rockwell) in die James-Gang gelangt. Doch die romantische Schwärmerei des ehrgeizigen Ford schlägt irgendwann in Wut um, je vertrauter die beiden werden. Denn er muss feststellen, dass Jesse James seinem überlebensgroßen Image nicht entspricht. Außerdem begreift Ford nach und nach, dass auch die Freundschaft zu dem Idol niemals auf Augenhöhe stattfinden kann. Ford entwickelt eine manische Idee: Um aus dem Schatten seines Idols treten zu können, muss er selbst etwas "Großes" vollbringen. Etwas, das einen wahren Helden ausmacht...

Mit seinem realistischen anmutenden und gleichzeitig verträumt inszenierten Western gelingt Regisseur und Drehbuchautor Andrew Dominik das faszinierende Porträt zweier Männer und ihrer Epoche. In Zeitlupentempo und zu dem hypnotischen Score von Nick Cave und Warren Ellis entwirft er ein cleveres Psychogramm jenseits jeder Verklärung. Der Mix aus penibel recherchierten Fakten - was die Lebensumstände um 1880 betrifft - und den spekulativen, aber glaubwürdigen Interpretationen - was die Beweggründe angeht, die zum Mord an Jesse James geführt haben - wirft ein völlig neues Licht auf eine der berühmtesten Legenden des Wilden Westen. Die intime Nabelschau ist packender als jeder Shoot-Out. Mit anderen Worten: Wer viel Action erwartet, wird enttäuscht werden. Wer einen Film sehen will, der dem uramerikanischen Filmgenre auf moderne Weise und ungewöhnlicher Perspektive beikommt, dürfte begeistert sein.

Fazit: Außergewöhnlich, anspruchsvoll und hervorragend besetzt. Das elegische Westerndrama gehört zu den Kinohighlights des Jahres.

  • Regie und Schauspieler

  • Produktionsinfos

  • Starttermine

  • Trailer

Regie Schauspieler Rolle
Andrew Dominik Brad Pitt ... Jesse James
Casey Affleck ... Robert Ford
Paul Schneider ... Dick Liddil
Jeremy Renner ... Wood Hite
Mary-Louise Parker ... Zee James
Sam Rockwell ... Charley Ford

Studio:Plan B Entertainment, Virtual Studios,Warner Bros. Pictures (Warner Bros.)

Land: USA, 2007

FSK:frei ab 12 Jahren

Laufzeit:160 Minuten

Kino:25.Oktober 2007
DVD: 28. Februar 2008
PPV:
Pay-TV:
Free-TV:

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