Coyote Ugly - Sie wollen alles, und das sofort

Filmplakat: Coyote Ugly - Sie wollen alles, und das sofort

"Coyote Ugly" - Piper Perabo, mit der Gesangsstimme von LeAnn Rimes, träumt von der großen Musikkarriere

Alles begann mit einem Artikel in der amerikanischen Ausgabe des Männermagazins GQ. Die Schriftstellerin Elizabeth Gilbert berichtete über ihren früheren Erfahrungen als Barkeeperin in der New Yorker Nachtbar "Coyote Ugly". Der turnte Erfolgsfilmproduzent Jerry Bruckheimer, der sein Geld zuvor hauptsächlich mit Actionkrachern wie "Bad Boys", "Armageddon" und "Con Air" verdiente, so sehr an, dass er beschloss, einen Film daraus zu machen.

Statt auf große Stars setzte er aber auf Newcomer in der Filmbranche. So vertraute er die Regie den auf Werbe- und Musikvideoclip spezialisierten David McNally, und für die Hauptrollen besetzte man Piper Perabo ("Angel Has Fallen") und Adam Garcia ("Unterwegs mit Jungs"). Die Rechnung ging auf. Lediglich in Nebenrollen wurden mit John Goodman ("Blues Brothers 2000") und Maria Bello ("Kindsköpfe") auf bekannte Gesichter gesetzt. Bei einem Budget von 45 Mio. Dollar spielte "Coyote Ugly" weltweit über das Doppelte wieder ein und gilt heute als einer der Kultfilme des frühen 21. Jahrhunderts. Auch der Soundtrack schaffte es sofort in die Charts. Das Album hielt sich über ein Jahr in den Billboard Top 40 und verkaufte sich über drei Millionen Mal. Country-Sängerin steuerte gleich vier Songs bei und spielt sich im Film selbst.

Angucken erlaubt, anfassen verboten

Angucken erlaubt, anfassen verboten, lautet das strenge Gebot in New Yorks heißester Bar "Coyote Ugly" (Der hässliche Coyote). Denn hinter dem Tresen stehen nur sexy Girls, die gekonnt Gläser füllen, mit Flaschen jonglieren und als Höhepunkt wild auf den Tischen tanzen. Auch die junge Violet (Piper Perabo) verschlägt es in den Laden, weil sie einen Job braucht, nachdem sie aus einem kleinen Kaff in New Jersey abgehauen ist. Aber eigentlich träumt das Mädchen vom Lande von einer Karriere als Sängerin und Songschreiberin.

Mit ihrer sanften Stimme hat sie auch den Koch Kevin (Adam Garcia) verzaubert. Durch Zufall verirrt sich ihr Vater (John Goodman) ins "Coyote Ugly", sieht seine Tochter beim Erotik-Dance und will nicht mehr von ihr wissen. Doch davon lässt sich Violet nicht abhalten, weiterhin ihren Traum verwirklichen zu wollen. Tatsächlich zeigt ein Musiklabel aufgrund ihres Demo-Bandes Interesse. Da erreicht sie die Nachricht, dass ihr Vater nach einem Verkehrsunfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

"Coyote Ugly" - Erotisches Anheizen mit Eiswürfeln

Wenn die blutjungen Bardamen zu fünft oder sechst auf den Tresen hüpfen, schamlos mit den Hüften schwingen und ihre Körper mit Wasser und Eiswürfel übergießen, lässt sich das nur als Erotik pur bezeichnen. Man fragt sich aber sofort, wäre das heute noch so möglich? Die Zurschaustellung von weiblicher Sinnlichkeit könnte 21 Jahre später als diffamierend und billig gedeutet werden. Spätestens nach der #MeToo-Debatte kann es ganz schnell kippen, dass sich Frauen durch solche Szenen wie in "Coyote Ugly" entwürdigt fühlen. Das sollte man wissen, wenn man sich diesen Film heute wieder ansieht und sich bewusst machen, dass Filme auch immer etwas über den Zeitgeist sagen, in der sie entstanden sind.

Tatsächlich stellen die Tänze die Highlights in "Coyote Ugly" dar, vergleichbar mit Actionszenen in Thrillern. Denn was an Handlung darum gebaut wurde, ist banal und vorhersehbar. Erfolgsstory, Romanze, Vater-Tochter-Konflikt sind bewährte Strukturen, um das Publikum emotional mitzunehmen. Auf diesem Level funktioniert das Ganze auch, aber menschliche Tiefe oder eine bedeutungsvolle Metaebene sollte man nicht erwarten. Er zählt schlicht der Spaß und danach hat man "Coyote Ugly" auch schnell wieder vergessen.

Country-Sängerin LeAnn Rimes spielt sich selbst

Natürlich spielt hier Musik eine wichtige Rolle. Im Film ertönen über Songs aus der Jukebox, auf das Album haben es davon aber nur 12 geschafft. LeAnn Rimes steuerte mit "Can't Fight The Moonlight", "Please Remember", "The Right Kind of Wrong" und "But I Do Love You" gleich vier Songs bei.

Im Film behauptet die sich selbstspielende Sängerin, Violet hätte sie alle geschrieben. So stand es im Drehbuch, aber in Wirklichkeit wurden alle Songs von Diane Warren geschrieben. Die auf rockige Balladen und Country Music spezialisierte Komponistin arbeitete auch zuvor schon mit Produzent Jerry Bruckheimer zusammen und schrieb unter anderem den Aerosmith-Song, der auch von Mark Chesnutt gecovert wurde, "I Don't Want to Miss a Thing" für den Katastrophenfilm "Armageddon". Weitere Songs auf dem "Coyote Ugly"-Album werden unter anderem von Don Henley, Tamara Walker und Mary Griffin interpretiert. Der Soundtrack schaffte es sofort in die Charts. Das Album hielt sich über ein Jahr in den Billboard Top 40 und verkaufte sich über drei Millionen Mal.

Fazit: Diesen Film sollte man sich ohne jeden Anspruch ansehen und es einfach genießen, hübschen Frauen beim verführerischen Tanzen zuzusehen. Ein Spaß-Film mit fetziger Musik und einen Schuss Romantik.

CD Cover: Original Soundtrack - Coyote Ugly
 
Regie     Darsteller   Rolle  
David McNally     Piper Perabo ... Violet Sanford  
      Adam Garcia ... Kevin O'Donnell  
      John Goodman ... Bill  
      Maria Bello ... Lil  
      Izabella Miko ... Cammie  
      Tyra Banks ... Zoe  
      Bridget Moynahan ... Rachel  
      Melanie Lynskey ... Gloria  
      Michael Weston ... Danny  
      LeAnn Rimes ... LeAnn Rimes  
Original-Titel: Coyote Ugly
Studio: Jerry Bruckheimer Films / Touchstone Pictures (Walt Disney Studios Motion Pictures)
Land: USA 2000
FSK: ab 16 Jahre
Laufzeit: 103 Minuten
Kino: 7. September 2000
DVD/Blu-ray: 20. September 2001
Pay-TV: ./.
Free-TV: ./.

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