The Band Perry - The Band Perry

CD Cover: The Band Perry - The Band Perry

The Band Perry ist das selbstbetitelte Debüt-Album des Country-Trios

Familienbands sind so eine Sache. Sie können begeistern wie einst die Jackson 5, sie können aber auch an die Disney-Auftritte von den Jonas Brothers erinnern. The Band Perry ist so eine Familiengruppe, bestehend aus Kimberly (lead vocals, rhythm guitar, piano) und ihrem Brüdern Reid Perry (bass guitar, background vocals) und Neil Perry (mandolin, drums, accordion, background vocals). Gut verstehen tun sie sich – natürlich – auch noch. Da passen auch Aussagen wie: "Die Nähe zwischen uns dreien geht weiter als die bester Freunde. Die Harmoniestimmen innerhalb von Familien kann man nicht künstlich herstellen." Musikalisch sind sie also, keine Frage.

Ihr erstes Studio-Album beschreibt selbst als eine Mischung aus Country und Rock and Roll. Und tatsächlich, die 40 Minuten lange CD mit 13 Songs ist eine Mischung von musikalischen Einflüssen. Kein Wunder, denn: "Daddy hat uns zu den Rolling Stones in den Schlaf gerockt, Mama hat uns mit Loretta Lynn geweckt."

"The Band Perry" mit der Hit-Single "If I Die Young"

Country gibt's auf dem Debut-Album auf jeden Fall zu hören – besonders bei den Balladen. Mit "If I Die Young" landete die Band mit ihrer zweiten Single-Auskoppelung auf Platz 10 der US-Country-Charts und 19 der Billboard-Charts. Nicht überraschend, denn bei diesem feinsinnigem Song kommt Kimberly Perrys weiche und zugleich ausdrucksstarke Stimme besonders zur Geltung kommt. Bei "Postcard From Paris", einer weiterer Ballade, setzte die Band zusätzlich auf Mandolin (Bandmitglied Neil Perry) und die Fiddle von Stuart Duncan. Auch sonst scharrte sich Nashvilles A-Studio-Team um The Band Perry: Top-Session-Guitarist Pat Buchanan und Steel Guitar-Player Dan Dugmore standen der Band zur Seite. Traditionelleren Country liefert "All Your Life", auch aufgrund des Einsatzes von Mandolin und Dobro.

Nette Pop-Einflüsse liefert die Debut-Single "Hip to my Heart" – ein unbeschwerter Song an einen Schwarm, der nur durch seinen teils seichtem Text ("Ich mag deine Lippen, wie ich Coca Cola mag") verweichlicht wird. Im Mittelpunkt des Albums steht allerdings die Abrechnung mit dem "falschen Kerl". Hier wird abgerechnet und dann kann es schon mal lauter werden. Ob als "Schlange im Paradies" wie in dem rockigen "Miss You Being Gone" oder als "Achterbahn" in dem melancholischen "Lasso", die Jungs kommen bei Miss Perry nicht immer gut weg. Aber vielleicht ist sie auch nicht auf der Suche, denn wie sie auf "Double Heart" beschreibt "I'm a free bird" - ich bin ein freier Vogel. So ist auch das Mid-Tempo "Independence" eine Unabhängigkeitserklärung.

Trotz unterschiedlichster Einflüsse schleicht sich eine gewisse Gleichförmigkeit ins Album ein. Die Songs scheinen aus dem gleichen Strickmuster gesponnen zu sein. The Band Perry erinnert so doch sehr an Bands wie Little Big Town. Zugegeben, die meisten Songs stammen – zumindest teilweise – aus der Feder der Geschwister. Nicht sonderlich tiefgründige Texte, aber eine ordentliche Leistung für ein Debut-Album.

Fazit: "The Band Perry" ist eine solide Mischung aus Country und Rock and Roll mit starken Pop-Einflüssen.

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