Jamey Johnson - The Dollar

CD Cover Jamey Johnson - The Dollar
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Redaktionswertung CD von der Redaktion nicht bewertet
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Ein neues Gesicht in Nashville: Jamey Johnson heißt der aus Montgomery, Alabama, stammende Sänger und Songschreiber. Und wie er sich so stämmig und kernig mit Stetson, Bart und Cowboy-Hemd auf dem Cover seiner Debüt-CD präsentiert, darf man eher traditionelle Hausmannskost als feingeistige Nachdenklichkeit von ihm erwarten. Zu recht, wie die von Buddy Cannon produzierte CD schnell klar macht.

Jamey Johnson wandelt mit seinen zum großen Teil selbst geschriebenen bzw. co-komponierten Songs in den Fußspuren - wie er selbst zugibt - von Hank Williams Jr, Vern Gosdin und Alabama. Doch auch Vergleiche mit Travis Tritt drängen sich auf. Nicht nur optisch. Ähnlich wie die genannten Herren verfügt der lang gediente Ex-Marines (1994 - 2002) über eine donnernde, nikotin- , whiskey- und bier-gegerbte Stimme. Ein Organ, wie geschaffen für zupackenden Country-Rock. So ist es auch kein Wunder, dass Johnson in den meisten der elf Titel die etwas härtere Gangart bevorzugt. Vor allem im Mittelteil der CD gibt das seit Anfang 2000 in Nashville lebende Rauhbein ordentlich Zunder: Bei "Ray Ray's Juke Joint" und dem von Jerrod Niemann geschriebenen "Redneck Side of Me" würzt er die forschen Countryrock-Klänge überdies mit einer ordentlichen Prise Southern Rock. Das gelingt erstklassig. Zumal ihm u.a. mit Pat Buchanan (Gitarre), Chad Chromwell (Drums) und Dan Dugmore (Steel Guitar) erstklassige Musiker zur Seite stehen. Wer ein Herz für Lynyrd Skynyrd hat, wird an diesen Titeln bestimmt seine Freude finden.

Wer dagegen auf George Jones steht, wird sich über "Keeping Up With The Jonesin'" freuen. Der Altmeister baut sich bei der zweiten Strophe hinter dem Mikro auf und liefert eine hervorragende Duett-Einlage ab. Das ist umso bemerkenswerter, da es sich bei dem Titel nicht - wie oft bei Jones' Gastspielen - um einen knorrigen Honkytonk oder gemütlichen Nostalgie-Happen handelt. Im Gegenteil. Der von Johnson gemeinsam mit Rob Hatch inszenierte Song geht trotz angezogener Tempo-Handbremse als echter Power-Country-Rock-Song durch. Ein Knaller! Dem ein weiterer folgt: "Rebelicious", ein Song über eine Femme-Fatale in Jeans und Stetson, knattert und brettert wie eine hochtourig gefahrene Harley. Nach dem wirklich spektakulären Gitarrensolo gegen Ende des Titels schaltet der Newcomer um zwei, drei Gänge zurück. "Back To Caroline" verknüpft Power mit Gefühl, "It Was Me" bedient traditionelle Fiddle- und Roots-Bedürfnisse und "Lead Me Home" verweist mit moderaten Gospelklängen auf seine gläubige Erziehung.

Zum Einstieg in die CD setzen Johnson und Produzent Cannon auf - sicher ist sicher - nette, dafür aber auch eher unspektakuläre Songs. Beim Titeltrack und Opener beweist Johnson immerhin ein gutes Gespür für griffige Texte, das nachfolgende "Flying Silver Eagle" ist dagegen nur sehr nett. Mit "She's All Lady" und "My Saving Grace" zeigt der korpulente Naturbursche allerdings, dass er auch im Balladen-Fach eine gute Figur abgibt. Bei beiden Songs war er als Co-Autor tätig, bei beiden brilliert er als Interpret. So bedient der Mann, der nur um Haaresbreite einem Einsatz im Irak-Krieg entging, ein gern genommenes, immer wieder aber überzeugendes Klischee: rauhe Schale, weicher Kern.

Fazit: Rustikaler Country-Rock vom Ex-Marines mit viel Herz und etwas Schmerz. Ein gelungenes Debüt.

Label: BNA Entertainment (Sony) VÖ: 24. Februar 2006

  • Titelliste

  • Links

01 The Dollar 08 Keepin' Up With The Jonesin' (mit George Jones)
02 Flying Silver Eagle 09 Rebelicious
03 She's All Lady 10 Back to Caroline
04 Ray Ray's Juke Joint 11 It Was Me
05 My Saving Grace 12 Lead Me Home
06 Redneck Side of Me


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