Justin Moore - Outlaws Like Me

CD Cover: Justin Moore - Outlaws Like Me

So schüchtern und bescheiden wie Justin Moore auf dem Cover seiner zweiten CD aus dem Bild guckt, ist der Mann aus Arkansas mit Sicherheit nicht. Denn was der Sänger kann, hat Moore schon vor zwei Jahren auf seinem gelobten Debüt-Album gezeigt. Nun legt er also "Outlaws Like Me" nach - und befolgt dabei alle Regeln, die man einhalten sollte, um einen Erfolg einzufahren.

Manchmal sind es schon die ersten Sekunden einer Platte, die über Sieg oder Niederlage entscheiden (zumindest beim kurzen Reinhören im Geschäft oder Internet). Moore wählt mit "Redneck Side" einen Gute-Laune-Rocker zur Eröffnung - und macht damit alles richtig. Gleichzeitig kündigt er in der Nummer schon an, was auf den Hörer in den folgenden gut 40 Minuten erwartet: "I like Guitars in My Music, Muscle in My Cars and I like Girls that hang out at Bars". Keine überraschend neuen Themenwelten - aber warum auch, wenn die Musik gut ist?

So geht es mit "My Kind of Woman" weiter, der ersten von insgesamt elf Komposition, an denen Moore selbst mitgeschrieben hat. Wie durch die Titelwahl zu erwarten, geht es um eine Dame, die neben kaltem Bier auch Traktoren und einige andere Dinge mag, mit denen man sich auf dem Land die Zeit vertreiben kann... Eingebettet in ein modernes Country-Klanggerüst mit vielen Gitarren und einer Melodie ausgestattet, die einen unweigerlich zum Mitwippen animiert, wird auch diese Nummer zum Hit.

Der dritte Song ist bereits ein Hit: "If Heaven Wasn't So Far Away" fühlt sich derzeit in den Country-Charts pudelwohl und avancierte dieser Tage zum dritten Top Ten Hit des Sängers. Inhaltlich ist die Ballade, die Rhett Akins 2007 bereits ohne Erfolg veröffentlichte, der Nachfolger zum Stück "Grandpa", das bereits auf der ersten CD von Moore zu finden ist.

Songs über gescheiterte Beziehungen gehören natürlich auch auf ein Country-Album. Bei Halb-Ballade "Run Out of Honky Tonks" stellt sich der Erzähler die Frage, ob die Anzahl der Honky Tonks auf seiner Route wohl ausreichen wird, um sich jeden Abend ausgiebig zu betrinken zu können, um so die Geliebte zu vergessen. Ansonsten gibt der vom amerikanischen Billboard Magazin zum "Top New Country Artist des Jahres 2009" gekürte Künstler musikalisch gesehen lieber den Country-Rocker. Ob "Beer Time" oder das an Craig Morgans "Bonfire" erinnernde "Sunshine Babies" - Justin Moore mag es gern richtig laut.

Wer es lieber etwas gemäßigter hat, dürfte sich an "If You Don't Like My Twang" erfreuen. Der ehrliche Song, den Justin Moore mit Rhett Akins und Jeremy Stover geschrieben hat, dürfte mit munterem Pianospiel und cooler Pedal Steel jedem Fan handgemachter Klänge ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ebenso nah am realen Leben gebaut ist "Flyin' Down A Back Road", bei dem sich Moore an Karriere-Highlights wie Auftritte mit Alan Jackson oder Lynyrd Skynyrd erinnert - die Zeit mit seinen Kumpels zu Hause aber trotzdem höher bewertet.

Seine Hausaufgaben erfüllt Moore - wie bereits bei seinem ersten Werk - auch im Booklet. Hier sind die Fotos passend zu den Inhalten der Songs erstellt worden.

Fazit: Justin Moore legt ein modernes Country-Album vor, mit dem ohne große Probleme viele neue Freunde finden wird. Kein Wunder, ist doch unter den 13 Stücken ist kein Ausfall zu finden.

Label:Valory (in Deutschland nicht erschienen) VÖ: 21. Juni 2011
01 Redneck Side
02 My Kind of Woman
03 If Heaven Wasn't So Far Away
04 Run Out of Honky Tonks
05 Beer Time
06 Bait a Hook
07 Flyin Down a Back Road
08 If You Don't Like My Twang
09 Guns
10 Sunshine Babies
11 Til My Last Day
12 Bed of My Chevy
13 Outlaws Like Me
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