Gretchen Peters - Circus Girl (The Best of Gretchen Peters)

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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Natürlich ist Gretchen Peters vor allem eine Country-Künstlerin. Allerdings keine besonders angepasste. Die 53jährige, aus Bronxville, New York, stammende Sängerin, Songwriterin und Gitarristin flirtet seit ihrem 1996 erschienen Debüt immer wieder mit benachbarten Genres: vor allem mit Folk. Aber auch mal mit Jazz und Pop. Selbst wenn sie ihre charmanten Melodiebögen und hintergründigen Texte ganz eindeutig in Richtung Nashville-Sound bürstet, haftet ihrer Musik dennoch stets eine besondere Note an: etwas Kratzbürstiges, etwas Widerborstiges und Unkonventionelles. Weinende Pedal-Steel-Guitars und süße Geigen haben bei ihr deshalb selten eine Chance. Ihr putziger Vorname täuscht also gewaltig.

Kurz: Mit Gretchen Peters hat man es mit einer Ausnahmeerscheinung im Countrylager zu tun. In ihrer Haltung, aber auch musikalisch. Wobei ihrer Karriere trotz zweier Grammys und einem Country Music Award eine etwas tragische Note anhaftet. Der Grund: trotz ihrer von der Kritik meist überschwänglich gelobten acht Solo-Alben hat es für sie nie zum richtig großen Wurf gereicht.

Ganz im Gegensatz zu ihren Songs. Kaum nahmen sich etablierte Stars ihrer beachtlichen Kompositionen an, schon marschierten diese kleinen, feinen Kunstwerke in Richtung Charts-Spitze. Das gilt für "Let That Pony Run" mit Pam Tillis im Sattel, für "Chill On An Early Fall" mit George Strait oder wenn Trisha Yearwood "On A Bus To St. Cloud" unterwegs war. Top-Hits und Megaseller landeten Martina McBride mit Peters' Meisterleistung "Independence Day" und Faith Hill mit dem hübsch poppigem "The Secret Of Life".

Die beiden letztgenannten Titel sowie "On A Bus To St. Cloud" zeigt die Zusammenstellung "Circus Girl –The Best Of Gretchen Peters" sozusagen im Original. In den Interpretationen der Songautorin klingen die hiterprobten Titel sicher etwas sperriger und weniger pathetisch, keinesfalls aber schlechter. Im Gegenteil: die abgespeckten Arrangements passen großartig zur keck angerauhten Stimme von Gretchen Peters, die irgendwo zwischen Mary Chapin Carpenter und Nanci Griffith angesiedelt ist.

Dass die Tochter eines politisch motivierten Schriftstellers allemal Star-Qualitäten mitbringt, belegt sie auch in den weiteren Titeln. In Songs wie "When You Are Old", "Tomorrow Morning" und das wunderschöne, im Akustikpop angesiedelte "Sunday Morning".

Zwei bislang unveröffentlichte Tracks runden diese 15 Songs starke Zusammenstellung ab – der Country-Jazz-Feger "Don’t You Know" und das hymnische Folk-Pop-Juwel "Nobody’s Girl". Wie sehr alle ihre Songs mit ihrer eigenen Biografie verwoben sind, bestätigt die Künstlerin. So hätten sie alle diese 15 Titel durch einen großen Teil ihres Lebens begleitet: "Sie waren da, als ich meine Kinder großzog, bei meiner Scheidung, als ich mich neu verliebte, beim Tod meiner Eltern. Diese Songs sind mein Leben." Das hört und spürt man auch.

Fazit: Ein Star hinter den Kulissen – der aber auch selbst im Rampenlicht zu bestehen weiß. Eine sehr persönliche Zusammenstellung mit den Glanzleistungen ihrer Karriere.

Label: Scarlet Letter (India Media) VÖ: 4. Februar 2011

  • Titelliste


01 Circus Girl 09 Picasso and me
02 The Aviator's Song 10 When you are old
03 Sunday morning (Up and down my street) 11 Independence day
04 The secret of life 12 Tomorrow morning
05 If heaven 13 The way you move me
06 On a bus to St. Cloud 14 Don't you know
07 In a perfect world 15 Nobody's girl
08 This town



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