Gary Allan - Get Off The Pain

CD Cover: Gary Allan - Get Off On The Pain
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Redaktionswertung Bewertung: 3 Sterne = gut
Userwertung

Wer Gary Allan verstehen möchte, muss einen Blick in dessen Biografie werfen: Der Mitte der 1960er Jahre geborene Sänger ist in Kalifornien aufgewachsen - aber auf einer Farm. Ein Surfer-Boy mit Countrywurzeln also. Diese beiden Seelen - Country & Kalifornien - schlummern immer noch in Gary Allans Seele, wie sein neues Album "Get Off On The Pain" belegt. Mal hat die sonnige, rockige, poppige Seite Überhand, mal kann sich der rustikale, erdige Gary Allan durchsetzen.

Das klingt nach ausgewogener Abstimmung. Und je länger sich die CD im Player dreht, desto gleichmäßiger sind die Pfründe tatsächlich verteilt. Man möchte fast sagen: erstaunlicherweise. Denn die ersten Songs der, wie schon sein 1996 erschienenes Debüt, von Mark Wright produzierten CD weisen in eine eindeutige Richtung: Rock und Pop und Kalifornien.
Der Opener und Titelsong bietet beispielsweise knochenharte Gitarrenriffs und einen stämmigen Beat, die nachfolgende Ballade "I Think I've Has Enough" bietet alles auf, was eine Ballade bomastisch macht; also jede Menge Geigen, Klaviere, ein bimmelndes Glockenspiel sogar und - als einziges Zugeständnis an Country - eine wimmernde Pedal Steel Guitar; die beim nachfolgenden "Today", erneut eine Ballade, fehlt und somit reinrassigen Pop anbietet.

Der gestrenge Countryfreund wird spätestens jetzt die Stirn in Falten legen. Und auch die nachfolgenden Tracks sind kaum dazu geeignet, diese Stirn zu glätten: "That Ain't Gonna Fly" bieten einen extrem flotten und heftigen Groove im Beat der 60er Jahre an, das anschließende "Kiss Me When I'm Down" greift wieder tief in die schwülstige Balladenkiste - ein Song, wie man ihn eher von Faith Hill oder LeAnn Rimes kennt.

Song Nummer sechs "We Fly By Night" markiert schließlich einen Wendepunkt der CD. Eher akustisch ausgerichtet und mit einer Roy-Orbison-typischen Melodie ausgestattet, bringt der Titel Gary Allans imposante Stimme prima zur Geltung. Noch besser aber steht ihm das anschließende "When You Give Yourself Away" zu Gesicht. Der, wie die meisten der Titel, im Verbund von Gary Allan, Ode Blackmon und Pat McLaughlin geschrieben, erinnert entfernt an Tim McGraws "Mexiko" - mit sehnsüchtigen Melodien, gefühlvoller Slide-Gitarre und lässigem Shuffle-Groove. Ganz klar ein Highlight der CD.

Dass in Allans Herz ein Countryherz pocht, beweist er vor allem in den letzten Tracks der CD: "Along The Way" , "She Gets Me" und das sehr ruhige, sehr akustische "No Regrets" bestechen mit simplen aber eingängigen Melodien und einem erfreulich transparenten Arrangement: moderner Country, mit viel Herz und wenig Klimbim. Dieser Gary Allan ist eindeutig der bessere.

Da zehn neue Tracks selbst für Nashville-Produktionen dürftig sind, spendiert die Plattenfirma satte vier Bonus-Tracks: Darunter das sehr gelungene "Long Summer Days" und eine Live-Version seines Hits "Watching Airplanes".

Fazit: Bis zur Albummitte bietet Gary Allan zu viel Pop, Rock und Bombast-Balladen – anschließend beweist er, dass er zurecht zu den Besten der jungen Garde zu zählen ist. Na ja, so jung ist er auch nicht mehr ...

Label: MCA Nashville (Universal) VÖ: 9. März 2010

  • Titelliste CD

  • Links


01 Get Off On The Pain 08 Along The Way
02 I Think I Had Enough 09 She Gets Me
03 Today 10 No Regrets
04 That Ain't Gonna Fly 11 Long Summer Days
05 Kiss Me When I'm Down 12 Right Where I Need To Be - Live
06 We Fly By Night 13 Best I Ever Had - Live
07 When You Give Yourself Away 14 Watching Airplanes - Live
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