Rascal Flatts - Me and my Gang

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"Me And My Gang" ist das vierte Studioalbum der Country-Pop-Band Rascal Flatts, die immer wieder durch ihre gefühlvollen Balladen Chartaufmerksamkeit erzeugt haben. Ihr Debüt erschien 2000 und besteht seit dem in gleicher Besetzung. Gary Levox (Gesang), Jay Demarcus (Bass) und Joe Don Rooney (Gitarre), der früher in der Band von Chely Wright die Saiten zupfte. 2002 folgte "Melt" und wiederum 2 Jahre später "Feels Like Today".

"Me And My Gang" ist ein eingängiges Country-Pop Album mit einem Schwerpunkt auf die Balladen. Mit ihren Harmonievocals überzeugen Gary, Joe und Jay jedes Frauenherz. Die Tatsache, das Dann Huffdas Album produziert hat lässt etwas Kribbeln aufkommen und dies zu recht. Mit seinem glatt polierten MOR-auf-Massenkompatibilität-ausgelegten-Sound verschreckt er eher Countryfriendly Käuferschichten. Da helfen auch nicht gelegentliche Einsätze von Banjo, Fiddle und Steel-Guitar.

Dreizehn Tracks auf "Me And My Gang", die man alle schon einmal gehört zu haben scheint und manchmal textlich schon einmal da gewesen sind. "Backwards" erinnert an Garth Brooks und ist eine Up-Tempo-Nummer mit der Frage: "Was bekommst du, wenn du einen Countrysong rückwärts spielst?" "Yes I Do" klingt wie eine Hillbilly Reggae Nummer. Ein Cross-Over-Versuch, der nicht sein musste. Der Titeltrack "Me And My Gang" lässt Huffs Handschrift erkennen. Eine Guitar Talk Box passt doch wohl besser zu Bon Jovi und nicht in einen Countrysong.

Die Stärke von Rascal Flatts ist und bleibt bei den Balladen, die auch gut dreiviertel des Silberlings ausmachen. Ihre Harmonievocals reichen nicht gerade an die Klasse von Diamond Rio oder BlackHawk heran sind aber trotzdem bemerkenswert. Beim Auswählen der Songs hat man wahrscheinlich versucht auf der Erfolgswelle anderer Songs mitzuschwimmen, um auch etwas vom Kuchen abzubekommen. Anders lassen sich die vielen Gemeinsamkeiten nicht erklären. "My Wish" schwimmt textlich im Fahrwasser von Lee Ann Womacks "I Hope You Dance", der Titelsong sieht Parallelen zu Big & Richs "Comin' To Your City", "He Ain't The Leaving Kind" beklagt die Trennung von Kirche und Staat und wurde in den letzten Jahren mehrfach von anderen Künstlern zum Song verarbeitet. Auch Alzheimer in "Ellsworth" wurde bereits von Tim Rushlow in "She Misses Him" verarbeitet. Es ist sicher nicht leicht neue Themen für Songs zu finden. In der Regel kommen allerdings die Themen zum Künstler. Die Countrymusic lebt von Geschichten, Erfahrungen und sozialen Ereignissen. Man kann sie nicht erzwingen oder einfach von anderen übernehmen. Jeder Hauch des Zweifels an der Aufrichtigkeit des Sängers diesen Song vorzutragen kann nur zur Ablehnung oder Abwertung führen. Dies mag in dem einem Fall besser gelingen in einem anderen wiederum nicht.

Fazit: Nichts Neues von Rascal Flatts außer einmal mehr schöne Balladen, die oft durch einen zu bombastischen Klangteppich schnell wieder aus dem Ohr verschwinden mit wenigen Ausnahmen: "What Hurts The Most", "To Make Her Love Me" (Rockballade) und "Ellsworth". Diese beweisen erneut: Weniger ist mehr.

Label: Lyric Street (Virgin) VÖ: 2. Juni 2006

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