Texas Lightning - Western Bound

CD-Cover: Texas Lightning - Western Bound
CD bei Amazon bestellen
CD bei JPC bestellen
Bei iTunes herunterladen
Bei Musicload runterladen
Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
Userwertung

Eigentlich hatten sie im vergangenen Herbst eine kreative Schaffenspause von unbestimmter Dauer angekündigt. Doch dann konnte das Hamburger Quintett um den Comedy-Star Olli Dittrich und seinen TV-Partner Jon Flemming Olsen der ihnen angebotenen Aufgabe nicht widerstehen: Mit ihrem am 17. April in die deutschen Läden kommenden Album "Western Bound" liefern Texas Lightning in Kooperation mit dem Babelsberger Filmorchester den Soundtrack zu dem Zeichentrickfilm "WinneToons – Die Legende vom Schatz im Silbersee". Die Australierin Jane Comerford schrieb den Titelsong für den Kinofilm zu der gleichnamigen und frei auf Karl May-Charakteren basierenden TV-Serie: "Seven Ways to Heaven".

Inspiriert von dem süßen Cartoon, werden auf dem neuen Album neben Live-Aufnahmen auch einige neue Lieder zu hören sein. Vielleicht ein Ansporn für die erfolgreiche Formation, die 2006 als erste Countryband im Finale des Eurovision Song Contests antrat, weiterzumachen? Fans würden es sich wünschen. Schließlich stehen von der bereits 1996 gegründeten Band, die nach diversen Besetzungswechseln 2005 ihr erstes offizielles Album auf den Markt brachte, erst zwei Alben – und zwei selbst produzierte Raritäten – in den Plattenläden.

"Seven Ways to Heaven", Titelsong des Films und Opener des Albums, lässt direkt den typischen Sound erkennen, der einem von bisherigen Hits der Band im Ohr ist: eine Mischung aus Schlager, Pop und Country. Eine eingängige Melodie, poppig-flotter Rhythmus und dazu eine leichte Country-Note machen den Song voraussehbar und gleichzeitig auch radio- und filmtauglich.

Ähnlich gestrickt sind auch "Summer Kiss", "Hurricane of Love" und "Out There Somewhere", die sich alle in die Linie der Texas Lightning-Hits einreihen – eingängig, mit Ohrwurmpotential und gute Laune versprechend. Ein besonderes Schmankerl ist "I Wish You Were Here". Der Titel lässt schon ahnen, dass man den Song irgendwoher kennt, und auch die Melodie kommt einem sehr bekannt vor. Aber woher? Spätestens beim instrumentalen Mundharmonika-Zwischenspiel wird das klar: hier wurde der bekannten Winnetou-Melodie – ein Klassiker – ein Text verpasst. Ein Song zum Seufzen und Schmunzeln. Selbst Pierre Brice wäre begeistert.

An den vereinzelt eingestreuten, symphonischen Instrumentalstücken auf "Western Bound" erkennt man, dass es sich um einen Soundtrack handelt. Das "Arizona Main Theme" bietet eine Western-typische, heroische Melodie zu flotten, mexikanischen Rhythmen, inklusive Mundharmonika-Solo. Ähnlich klingt auch "Buffalo Chase in Arizona". "Dad's Theme" beginnt mit einem Gitarren-Duett, das dann von einem symphonischen Satz in melancholisch stimmender Harmonik abgelöst wird, während "Nscho-Tschi's Theme" teilweise an den Herr der Ringe-Soundtrack von Enya und teilweise an die Musik von latein-amerikanischen Straßenmusikern erinnert. "Bobby’s Theme" liefert dann noch eine tragische, Musical-hafte Happy End-Melodie. Alles Musik, die eines Western-Trickfilms würdig sind.

Als Auflockerung findet man neben diesen ganzen Soundtrack-Titeln noch das, wofür Texas Lightning bekannt sind: Country-Fassungen bekannter Songs, hier als Live-Versionen mit Orchester. Dabei macht das Quintett in Cowboy-Kleidung auch nicht vor anderen Filmsongs Halt: Sie covern sowohl die Titelmelodie von "The Godfather" von Nino Rota – statt der Mandoline übernimmt die Gitarre die Melodie, um den Song mehr dem Western-Genre anzupassen – als auch den Titelsong der Kult-Serie "Ein Colt für alle Fälle". Auch wenn Lee Majors aka Colt Seavers nicht selbst singt, sorgt die Version von "The Unknown Stuntman" dennoch für absolut gute Laune. Zu den Coversongs gehören auch zwei echte Country-Titel: "Gentle On My Mind" von Tammy Wynette passt mit dem Banjo-Picking und der schönen Orchester-Instrumentierung gut zum Soundtrack. Ein echtes Highlight ist jedoch die Version von "On the Old Kentucky Shore" vom "Father of Bluegrass", Bill Monroe. Das Arrangement mit zweistimmigem Gesang, teilweise a-cappella, ist ein wahrer (Country-) Hörgenuss.

Fazit: Ein Mischmasch aus eigenen Songs, original Filmscore und Live-Cover-Versionen. Um das Album von vorn bis hinten schön durch zu hören, gibt es zu viel Kraut und Rüben. Es sind aber auch einige Gold-Nuggets darunter zu finden.

Label: X-cell (Universal) VÖ: 17. April 2009

Anmelden