Willie Nelson - Songbird

CD Cover Willie Nelson - Songbird
amazon
jpc
Downloaden bei iTunes
Downloaden bei Muscload
Redaktionswertung Bewertung: 5 Sterne = sehr gut
Userwertung
Ob nun Altersweisheit oder -Starrsinn, Willie Nelson macht was er will und ist dabei aktiv wie nie. Allein im neuen Jahrtausend veröffentlichte der Red Headed Stranger stolze sieben Alben,zum Beispiel"Countryman" ein astreines Reggae-Album.

Für sein neues, auf dem Vorzeige-Country-Label Lost Highway erschienenem Album "Songbird", holte sich Willie Nelson einen ganz besonderen Produzenten mit ins Boot: Ryan Adams. Der erst 31-Jährige, selbst bekennender Nelson-Fan, brachte auch gleich sein Begleitband The Cardinals mit ins Studio und schuf gemeinsam mit Nelson eine authentisch klingende Mischung aus Country, Rock und Blues, die in der derzeitigen Flut an "Americana"-Veröffentlichungen zweifellos ihresgleichen sucht.

Willie Nelson und sein Produzent Ryan Adams, der auf Songbird auch Akustik- und Elektro-Gitarre beisteuert, eröffnen "Songbird" mit einem klassischen Nelson-Song: "Rainy Day Blues" kommt titelgetreu als langsamer, groovender Blues daher. Fünfeinhalb Minuten lassen sich Nelson und Co. dafür Zeit, spielen sich ein, ganz wie eine Band die keine Zeit mehr für einen Soundcheck vor dem Konzert hatte und als ersten Song einfach mal eine Blues-Session zur eigenen Orientierung hinlegt.

So richtig los geht das Album dann mit dem Titeltrack, seinerzeit von Christine McVie für den Pop-Meilenstein "Rumors" von Fleetwood Mac geschrieben. Dieser melodisch so grandiose Song stellt Nelsons Poptauglichkeit unter Beweis und ist, also einziges Manko, mit zweieinhalb Minuten einfach viel zu kurz ausgefallen. Zum Glück verfügen CD-Player über ein Repeat-Taste. Song Nummer drei, "Blue Hotel", ist eine Komposition von Produzent Adams, die Nelson wie angegossen passt. Schwermütig und hymnisch, ein toller Song, bei dem die Cardinals mit Nelson mindestens so gut klingen wie seinerzeit The Band mit Bob Dylan.

Die klassische Country-Ballade "Back To Earth" ist wieder eine Nelson-Komposition und wartet mit einer berührend wehmütigen Pedal-Steel Gitarre auf - virtuos beigesteuert von Jon Graboff, der schon für so unterschiedliche Künstler wie Ronnie Spector, Arlo Guthrie, Ben E. King, Jon Spencer oder Kelly Willis in die Saiten griff.

Drei weitere, extrem gelunge Coverversionen folgen: Das großartige "Stella Blue" des verstorbenen Grateful-Dead-Chefs Jerry Garcia, eine ergreifende Version von Leonard Cohens "Halleluja" und Gram Parsons "$1000 Wedding". Alle mit so viel bewundernder Hingabe und echtem Gefühl dargeboten, dass man beim Hören wirklich das Gefühl bekommt, dass hier wirklich alles stimmt: Die Auswahl der Songs, die wunderbar erdige Produktion, die hervorragend eingespielte Band und nicht zuletzt Mr. Nelson höchstselbst. So fügt er über jeden Zweifel erhaben seinem ohnehin schon beeindruckenden Lebenswerk ein weiteres Meisterstück hinzu.

Nicht unerwähnt bleiben sollen die restlichen Songs dieser wunderbaren CD. Alle, bis auf das anrührende Finale "Amazing Grace", Komposition aus Nelson Feder: "We Don't Run, "Yours Love", und das unvergessene "Sad Songs & Waltzes".

Fazit: So kreativ Willie Nelson ist, so grandios ist er auch: Mit dem von Ryan Adams produzierten "Songbird" übertrifft sich der Meister wieder einmal selbst. Volle Punktzahl!

Label: Lost Highway (Universal) VÖ: 17. November 2006

Anmelden