Brad Paisley - Christmas

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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
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So sicher, wie am 24. Dezember das Christkind kommt, so zuverlässig präsentiert die Nashville-Elite ihre persönliche Version der Weihnachtslieder. Das hat Tradition. Das macht Sinn. Und das macht für die Beteiligten - mit wenig Aufwand - ganz ordentlich Reibach. Nach genauso verdienten wie bewährten Weihnachtsmännern wie Garth Brooks, Alan Jackson, Alabama, Vince Gill und Brooks & Dunn schlüpft jetzt der schnellste Finger der Music Row ins festliche Gewand um elf Christmas-Mas-Hymnen anzustimmen: Brad Paisley.

Natürlich präsentiert auch er die Klassiker, die zur amerikanischen Weihnacht einfach gehören wie der Bart zum Weihnachtsmann: "Winter Wonderland", die schmissige Buck-Owens-Komposition "Santa Lookeda Lot Like Daddy", das immer wieder bewegende "I'll Be Home For Christmas", das süße "Away ina Manger", das noch süßere "Silver Bells", das ursprünglich aus den bayerischen oder tiroler Bergen stammende und von den Herren Franz Gruber und Joseph Mohr komponierte "Silent Night" ("Stille Nacht") und als Instrumental "Jingle Bells" in der super flotten Western-Swing-Version. Brad Paisley und seine Begleiter, darunter Organist Jim "Moose" Brown, Drummer und Steel-Guitar-Virtuose Randle Currie, gehen den gefühlsechten Stoff in typischer Manier an: augenzwinkernd, lässig, virtuos, kreativ. So gelingt es ihnen tatsächlich, den vertrauten Melodien noch neue Facetten abzugewinnen. Was schon mal eine kleine Meisterleistung ist...

Nach den ersten vier reichlich bekannten Song-Geschenken hält der Gitarrist und Sänger aber auch noch ein paar Überraschungen parat - in Form von einigen Eigenkompositionen. So zeigt er vor allem in dem hübschen "Penguin, James Penguin" und in dem herrlichen Post-Christmas-Blues "364 Days to Go", dassPaisleyein echter Weihnachts-Freak ist. Mehr noch. Die beiden Titel haben durch ihre wundervollen Melodien und ihre unter die Haut gehende Stimmung das Zeug, es zu echten Country-X-Mas-Evergreens zu bringen.

Mit "Born On A Christmas Day" kramt Brad Paisley dann noch einen Titel aus seinem persönlichen Schallarchiv hervor: Ein Live-Mitschnitt, das den damals 13jährigen Brad vor richtig großem Publikum zeigt. Die frühe Eigenkomposition blendet nach der ersten Strophe und dem ersten Refrain so weich wie eine Schneeflocke zum Paisley Anno 2006 über. Ein witziger Einfall der Regie. Vor allem, da die beiden Paisley am Ende zum Duett antreten. Originell...

Das gilt mehr oder weniger auch für das Finale. Ja, Paisley-Fans werden es erahnen: Die Kung Pao Buckaroos bieten wieder eine Art Retro-Wildwest-Hörspiel, mit jeder Menge Gequatsche und Gelächter, Anspielungen und Einspielungen. "Kung Pao Buckaroo Holiday" heißt diese Gott sei Dank nicht allzu ausufernde Christmas-Slapstick-Einlage. Gut, das kann man schon mal hören. Kann man sich aber, wie passend, auch schenken... Da fällt mir ein: Vielleicht macht der Song aber richtig Laune nach der vierten, fünften Tasse Weihnachtspunsch? Muss ich dieses Jahr unbedingt probieren.

Fazit: Weihnachten mit Paisley macht einfach Spaß - ein festlicher Song-Reigen mit flinken Fingern und ohne der sonst üblichen Extra-Portion Kitsch. Das Christkind kann kommen!

Label: Arista Nashville (Sony) VÖ: 13. Oktober 2006

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