Pine Tree Junction veröffentlichen Debüt-Album "Front Porch Tales"
Wie das? Naja, natürlich gibt es die Formation. Seit Sommer letzten Jahres bereits. Doch live kamen Zuhörer bisher noch nie offiziell in den Genuss. Daher auch der Name der Scheibe – "Front Porch Tales". Eben Songs, die mehr oder weniger dort entstanden sind und erst mal auch dort bleiben. Bis die weitere Entwicklung klar ist. Die wird es mit Sicherheit geben, denn was wir hier hören, ist etwas Feines.
Pine Tree Junction - die wohltuende Antwort auf KI
Während in den USA eben KI-generierte Künstler, wie Breaking Rust, die tatsächlich nicht existieren, die Charts stürmen, formierten sich Eva-Maria Röder (Vocals, Fiddle), Erik Orschel (Vocals, Gitarre, Banjo) und Peter Maier (Doublebass) ganz basic in einem Studio, um aus der Masse an Songs, die sie in den vergangenen eineinhalb Jahren geschrieben hatten eine Auswahl zu treffen. Seither hatten sie auf drei Sessions gespielt und in der Leidenschaft für die handgemachte Musik aus den frühen Anfängen der amerikanischen Folk-, Country- und Bluegrass Music ihre Gemeinsamkeit gefunden. Musik, "wie sie schon immer da war", so die Band Pine Tree Junction.
Die Idee zum Album "Front Porch Tales"
Die Charakterschule dieses frühen uramerikanischen Sounds, wie bei Bassist Peter Maier auch noch Swing und Jazz folgend, bildete die Basis für das, was am Ende mit Pine Tree Junction herauskam. Doch wie wir wissen, sind wir ja noch nicht am Ende, sondern irgendwie erst am Beginn. Nur, dass es hier eben gleich mit einem Album anfängt. Kann man machen und der Hörer darf sich freuen, denn die 12 eigenen Songs erzählen eben genau die Geschichten der Menschen dahinter. Wenn auch das Zusammentreffen der drei Songschreiber und Musiker erst im August 2024 datiert werden kann, ihre jeweilige Vorgeschichte ist lang. Daraus resultiert das Ergebnis in Form von "Front Porch Tales". Wichtig war den Machern auch, die Echtheit hörbar zu gestalten, indem sie die alle Stücke live gemeinsam im Studio einspielten und keine Einzeltracks aufnahmen.
Dass auch Bluegrass Songs ein breites Spektrum hergeben und nicht nur vom Leben auf der Farm erzählen (das jedoch auch), sondern ins moderne Leben übertragbar sind, beweisen Pine Tree Junction in ihren Geschichten, die sie in ihrer Musik erzählen. Diese dürfen auch mit Humor gesehen werden, jedoch mit Blick auf die Realität und wenig radikal in ihrer Struktur. Der Farmboy in "Hillbilly Maths" darf seine Zwangsstörung haben und "Mni Sota" ehrt die Geschichte der indigenen Stämme. Bluegrass wurde immer von lebendiger Tradition getragen, bei der auch Gospel eine Rolle spielte. Dies lassen Pine Tree Junction im Harmoniegesang in "The Pledge" einfließen.
Bei der handverlesenen Auswahl ihrer Songs brachte Sängerin Eva-Maria ("Miss Evie Redroe") auch den von ihr geschriebenen "Love Song" mit ein. Bei der Lady im Lied haben mehrere untreue Liebhaber nichts zu lachen und müssen mit dem Leben bezahlen, bis am Ende doch der Richtige kommt, der sie zu würdigen weiß. Auch eine wahre Geschichte? Hoffentlich nur zum Teil.
"Front Porch Tales" mit Bonus-Weihnachtstrack
Ein Weihnachtslied haben und Pine Tree Junction auch mit auf das Album gepackt. In "Modest Wishlist" wünschen sie sich von Santa ganz bescheiden einen Cadillac.
Pine Tree Junction haben mit "Front Porch Tales" einen sauberen Start und ein Fundament gelegt, nun hoffen wir, dass ihre Motivation erst geweckt wurde. Das Eröffnungskapitel ist vielversprechend, somit sollte mehr folgen, vor allem die Möglichkeit, die Band auch live zu erleben. Wir dürfen gespannt sein.
Fazit: Keine falschen Versprechungen, keine Schnörkel, rohe und leidenschaftliche Bluegrass Music. Pine Tree Junction haben ihre Bestimmung gefunden und teilen sie auf "Front Porch Tales" mit jenen Traditionalisten, die das Besondere zu schätzen wissen.









